The Shannara Chronicles 2x04

© il (Austin Butler) mit dem Schwert von Shannara / (c) Spike TV
Nach dem kleinen Intermezzo in Graymark vergangene Woche möchte Wil (Austin Butler) in der The Shannara Chronicles-Folge Dweller keine Zeit verlieren und nach Paramor reisen, um seinen Onkel aus den Fängen von Bandon (Marcus Vanco) zu befreien. Allanon (Manu Bennett) besteht jedoch darauf, nicht unausgerüstet in die Höhlen der sprichwörtlichen Löwen zu laufen und macht sich mit dem Halbelfen und seiner vermeintlichen Tochter Mareth (Malese Jow) zum Grab von Wils Vater Shea Ohmsford (Daniel Cowley) auf, denn das legendäre Schwert von Shannara ist mit ihm begraben.
Abrakadad of the Year
Während Wil sich nach wie vor ernüchtert und distanziert gegenüber Allanon gibt, muss auch Mareth langsam herausfinden, dass der Druide nicht gerade als Schmuse-Daddy geeignet ist. Trotz Marthes Fähigkeit, seinen Zauberstab zu verwenden, verschließt er sich der Möglichkeit gegenüber, ihr Vater sein zu können, da Druiden mit einer Art Unfruchtbarkeitsfluch belegt sind. Zumindest ist Allanon von diesem Fakt überzeugt beziehungsweise schiebt ihn vor.
Auf dem Weg erfahren wir auch, warum Mareth ihren alten Herrn überhaupt aufgesucht hat. Nachdem sie ihre Magie in jungen Jahren entdeckt hatte, wurde sie in emotionalen Momenten immer unberechenbarer, so dass sie eines Tages jemanden verletzte, den sie liebte. Vielleicht sogar ihre Elfenmutter? Die Wahrscheinlichkeit der Verwandtschaft der beiden wird am Ende erneut eingeräumt, als Mareth eigenhändig das Ausklappschwert von Allanon handhabt.
Das Grab ist nämlich von einer Tentakelspinne beschützt, die Wil im Shelob/Kankra-Stil einwickelt und in ihre Speisekammer hängt, in der er ein Kindheitstrauma mental erneut durchleben muss. Der sogenannte Dweller wurde mit einer Mischung aus CGI und praktischen Effekten erschaffen und zählt zu den bisher überzeugenderen Monsterkreationen der Serie. Zum Glück ist die kleine Druidenfamilie bereits auf dem Weg zur Rettung und als deren Kampfkunst versagt, kommen Wils Elfensteine nützlich ins Spiel, die die Diebin Eretria (Ivana Baquero) ihm vor dem Abschied überreicht hatte. Sie hatte sie in Graymark „gefunden“, nachdem sie eigentlich im Besitz von Crimson-General Riga (Desmond Chiam) waren.

Die Gruppe findet schließlich die von magischem Moos konservierte Leiche von Wils Vater, der nach all den Jahren noch immer das Schwert bewacht. Ulkigerweise ist Wil von der Schlichtheit der Waffe überrascht, obwohl das Artefakt wie fast alles in dieser Staffel vor Prunk und Verzierung nur so strotzt. Ein paar versöhnliche Worte von Allanon führen schließlich dazu, dass Wil seinem verstorbenen Vater vergibt und sein Schicksal als nächster Shannara annimmt.
Make the Four Lands great again
Andernorts nimmt Bandon sich die Zeit, Flick (Mark Mitchinson) zu erklären, warum er die Wiederauferstehung des Warlock Lords anstrebt, und er möchte ihn von seinen Motiven überzeugen. Dazu geben sich die beiden als Reisende aus und kommen bei jener Elfenfamilie unter, die mittlerweile im Haus von Bandons Familie lebt. Wir erinnern uns: Aufgrund seiner magischen Fähigkeiten wurde er damals wie ein Tier gehalten und niemand gab etwas auf seine Warnung bezüglich der Dämonen. Die Elfen empfangen sie freundlich, entpuppen sich allerdings bald als große Magiegegner, die am liebsten sämtliche Magier um die Ecke gebracht sehen würden.
Zugegeben, der böse Dagda Mor, den es in der ersten Staffel zu bezwingen galt, hat den Magienutzern der Four Lands nicht unbedingt einen PR-Gefallen getan. Ressentiments gegenüber Zauberei hat es aber schon vorher gegeben und das spielt nun direkt in die Politik der fanatischen Crimson-Gruppe, von deren Vorgehen auch viele aus dem normalen Volk überzeugt sind. Einer Gesellschaft, die ihn sowieso als Bösewicht abgestempelt hat, will Bandon nun beweisen, was geschieht, wenn er ebendiese Rolle annimmt und ihnen ihre eigene Medizin verabreicht. Mutantenrechtler Magneto wäre stolz.
The Queen is not amused
Wie übermäßig mächtig Bandon mittlerweile ist, zeigt auch ein Besuch bei der Menschenkönigin Tamlin (Caroline Chikezie), die in jungen Jahren einen Deal mit dem noch einflussreichen Warlock Lord eingegangen war, um ihre Untertanen vor dem Hungertod zu retten. So steht Bandon nun wie das Inkassobüro Warlock vor der Tür und kündigt an, dass bald Zahltag ist.
Überraschend gut verstehen sich Elfenkönig Ander (Aaron Jakubenko) und Prinzessin Lyria (Vanessa Morgan), die sehr pragmatisch an die ganze politische Vermählungsangelegenheit herangehen und sich offen aussprechen. Plötzlich steht auch Eretria wieder mitten im Menschenkönigreich, weil „Teleportation“ hier ebenso Gang und Gäbe ist wie in Game of Thrones, wo Figuren mittlerweile links und rechts aus dem Nirgendwo erscheinen, anstatt sich an die realistischen Entfernungen und Reisezeiten zu halten.

Durch Eretria erhält Lyria neues Selbstvertrauen im Angesicht ihrer Mutter, der sie ein Ultimatum stellt. Die Königin Mutter solle sich nämlich nicht einbilden, Einfluss in Aborlon zu genießen, nur weil der Elfenkönig bald zur Familie gehört. Von der politischen Ausrichtung der Königin, die ebenfalls heimlich mit den Crimson-Fanatikern gemeinsame Sache macht, scheint sie auch nichts zu halten.
Eretria sorgt während ihres Aufenthalts in Leah auch dafür, dass der Verräter Edain (Matthew Arbuckle) endlich auffliegt, der Anders geliebte Catania (Brooke Williams) auf dem Gewissen hat. Mit einer List und Crimson-Cosplay wird der letzte Beweis für den Verrat erbracht und so werden die Beteiligten scheinheilig von der Königin hingerichtet, wobei Ander eigenhändig seinen einst besten Freund umbringt.
Fazit
Die Episode Dweller ist vermutlich nicht umsonst nach einem weniger wichtigen Zwischenboss (der Tentakelspinne) benannt, denn bis auf die Besorgung des besseren Equipments geschieht nicht viel von Bedeutung. Zwar wurden im Menschenreich die Verräter aufgespürt, doch der viel größere Knall zwischen den Elfen und der intriganten Menschenkönigin steht noch bevor. Der Rest der Episode ist Bandon gewidmet, der uns für seinen rigorosen Kampf gegen Magiegegner begeistern möchte und wie im Fall von Magneto und den „X-Men“ fällt es schwer, seine idealistische Intoleranz gegenüber Intoleranz nicht verführerisch zu finden. Wozu er bei all seiner demonstrierten Macht noch den Warlock Lord benötigt, bleibt jedoch schleierhaft.
Verfasser: Mario Giglio am Donnerstag, 2. November 2017The Shannara Chronicles 2x04 Trailer
(The Shannara Chronicles 2x04)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 2x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?