Scandal 4x07

Mit der Episode Baby Made a Mess sind viele Dinge wieder zurück beim Alten. Abby (Darby Stanchfield) und Olivia (Kerry Washington) sind wieder beste Freunde und Olivia und Fitz (Tony Goldwyn) haben wieder Telefonsex. Das Gute ist, dass es nicht erzwungen wirkt. Im Gegenteil, es führt zu einer der stärksten Scandal-Episoden in der jüngsten Vergangenheit.
Freundschaft
Erst vor kurzem war Abby für Olivia da, als die ihren bisherigen Tiefpunkt erreichte. Nun ist es umgekehrt. Abby muss ihren persönlichen Alptraum erleben: Ihr Exmann, der sie halb totgeprügelt hat, wird in einer Wahl vom Weißen Haus unterstützt, was zu seiner Anwesenheit ebendort führt.
Es ist schön zu sehen, wie die beiden endlich wieder an einem Strang ziehen. Es ist gut gemacht: Abby behält ihren Job im Weißen Haus und ist doch in den neuen Fall verwickelt, den Olivia nur übernimmt, um zu verhindern, dass Abbys Exmann die Wahl gewinnt, an der das Weiße Haus interessiert ist. Es ist ein gerechter Kampf, den die beiden führen. Niemand kann Sympathien für den Schläger aufbringen, vor allem nachdem er sich auch aktuell als Psychopath zeigt und seiner Exfrau im Parkhaus fast auflauert. Wir bekommen dadurch einen kleinen Einblick in sein wahres Ich, das wir sonst nur aus Abbys Geschichten kennen.
Olivia schmeißt sich ins Zeug, wie sie es für jeden ihrer Klienten gemacht hat. Sie hält ihrer Freundin selbst eine flammende Rede darüber, was das Richtige ist. Und an dieser Stelle wird es wirklich interessant. Abby kennt die Leier, sie hat es tausendmal gehört. Und sie hat eine andere Sicht auf die Dinge als die durchschnittliche Klientin. Abby weiß, dass sie für andere Frauen in derselben Situation ein Exempel statuieren könnte, dass sie offen gegen ihren Exmann aufstehen könnte und in einer gewissen Umgebung dafür zum Star werden würde. Doch sie weiß auch, was mit Frauen passiert, die das gemacht haben. Sie haben das Leben, das sie bisher geführt haben, verloren. Abby will das nicht. Sie will da bleiben, wo sie ist, die Dinge behalten, für die sie hart gearbeitet hat.
Sie hat Recht und rückt damit die alten Fälle in ein neues Licht. Jede Geschichte hat ein Nachspiel. Wenn OPA sich zurückzieht, geht das Leben der Klienten weiter. Auch wenn Olivia den Fall gelöst hat, können sie meist nicht in ihr altes Leben zurück.
Statt Olivias leidenschaftlichen Worten zu lauschen, findet Abby einen anderen Weg, sich selbst zu helfen. Sie vertraut der richtigen Person. Und die ist ausgerechnet Leo Bergen (Paul Adelstein). Es ist interessant gemacht. Leo Bergen ist uns als jemand vorgestellt worden, den man nicht unbedingt mochte. Gerade zu Beginn schien er im Gegensatz zu Olivia geradezu laienhaft. Im Laufe seiner raren Auftritte ist er etwas besser geworden. Nun wird er mit einem mutigen Schritt zum Sympathieträger. Er hört Abbys Geschichte und entscheidet sich, die ausgleichende Gerechtigkeit in die eigenen Hände zu nehmen. Er verhindert die Wahl von Abbys Exmann und schenkt ihr damit ein Happy End. Ihn über die Abneigung gegen einen schlagenden Ehemann sympathisch zu machen, ist nicht besonders galant - wer würde nicht gegen jemanden sein, der seine Frau verprügelt? Doch er behandelt Abby nicht mit Mitleid, er löst die Situation in ihrem Willen und behält weitere Details für sich.
Telefonsex
Ob Olivia Fitz eine weitere Chance in Aussicht gestellt hat, um Jake (Scott Foley) zu retten, wissen wir immer noch nicht mit Gewissheit. Doch auch wenn sie es zunächst aus Berechnung getan hat, holt der Plan sie in der Episode Baby Made a Mess ein. Seinen nächtlichen Anrufen aus dem Oval Office kann sie nur schwer widerstehen.
Olivia und Fitz sind also seit dieser Scandal-Episode wieder ein Ding. Dass das früher oder später genau so kommen würde, war klar. Doch so richtig mitfühlen kann man noch nicht. Zumindest nicht zu Beginn der Episode Baby Made a Mess. Fitz hat sich wie ein hormongesteuerter Teenager verhalten und seiner Lust selbst den Mord am eigenen Sohn untergeordnet. Nun wird das alles ins rechte Licht gerückt und Fitz bekommt die Chance, sich zu rehabilitieren. Natürlich alles dank Olivias Instinkt. Ja, er ist zurück. In der letzten Episode hat sie sich von dem Attentäter aufs Glatteis führen lassen. Doch eine Olivia Pope lässt sich davon nicht einschüchtern. Ganz im Gegenteil, sie glaubt so sehr an Jakes Unschuld, dass sie einen Mann angreifen lässt. Wieder einmal trifft es den armen Tom (Brian Letscher). Der hat das eigentlich überhaupt nicht verdient, denn er hält in der Episode Baby Made a Mess eine treffende Rede darüber, wer Olivia für die ganze Geschichte ist: die Frau, für die alle in den Krieg ziehen, die den Krieg erst auslöst.
Das Ende der Episode Baby Made am Mess ist vielversprechend. Olivia, Jake und Fitz finden sich in einem Raum wieder, mit einem gemeinsamen Ziel: Command zu Fall bringen. Olivia handelt aus Rechtsbewusstsein, sie will den weißen Hut verteidigen. Und sich wohl auch ein kleines bisschen an ihrem Vater rächen. Jake hat mehr als einen Grund, Rowan (Joe Morton) zu hassen, die falsche Anklage für den Mord am Präsidentensohn ist nur die Spitze des Eisbergs. Fitz unterdessen hat nun die Gelegenheit, den wahren Mörder seines Sohnes zu jagen und sich dadurch von den jüngsten Ereignissen zu rehabilitieren. Er hat Jake unter Arrest gestellt, vordergründig weil er ihn des Mordes verdächtigte, doch es wirkte mehr so als wenn er einen unliebsamen Nebenbuhler aus dem Weg schaffen wollte. Das hat Fitz mehr als unsympathisch erscheinen lassen.
Nun findet er sich mit genau diesem Mann in einem Team wieder. Eine weitere Chance für den mächtigen Mann, unsere Sympathien zu gewinnen.
Fazit
Die Episode Baby Made a Mess führt zu einer äußerst vielversprechenden Situation: Olivia, Jake und Fitz tun sich zusammen, um das Unmögliche zu wagen: Command zu Fall bringen. Nur der große Fall um Olivias Stalker geht immer noch unter.
Außerdem zeigt sich endlich deutlich, dass zwei Figuren in der Story der neuen Staffel einfach keinen Platz finden: Mellie (Bellamy Young) versucht, die Macht an sich zu reißen und die wenigen Szenen, die sie bekommt, nutzt sie wie immer bestens. Doch eine echte Rolle im Kampf gegen Rowan bekommt sie nicht. Jemand anderes ist noch ärmer dran: Cyrus (Jeff Perry), der große Bösewicht der ersten Staffel, wurde komplett von Rowan abgelöst und ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Scandal: Promo zur Episode 4x08:
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 8. November 2014(Scandal 4x07)
Schauspieler in der Episode Scandal 4x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?