Scandal 2x19

Scandal 2x19

In der Episode Seven Fifty-Two werden die Geheimnisse einiger Figuren enthüllt und wir erfahren mehr über Jake und seine Hintergründe. Doch am schockierendsten ist es, Huck lachen zu hören.

Ein legendäres Aufeinandertreffen: Olivia (Kerry Washington) lernt Huck (Guillermo Diaz) kennen in der Serie „Scandal“ / (c) ABC
Ein legendäres Aufeinandertreffen: Olivia (Kerry Washington) lernt Huck (Guillermo Diaz) kennen in der Serie „Scandal“ / (c) ABC

Die Episode Seven Fifty-Two wird als die fesselnde Stunde in Erinnerung bleiben, in der wir Huck (Guillermo Diaz) wirklich kennengelernt haben. Und doch ist sie bei genauerem Hinsehen so viel mehr als das.

Der Geheimnisvolle

Huck war von Anfang an die interessanteste Figur in Olivias Reihen. Die wenigen Dinge, die wir über Stephen, Abby (Darby Stanchfield) und Harrison (Columbus Short) wissen, passen so sehr zu der Darstellung ihrer Figur, dass sie schon ein bisschen eindimensional wirken. Quinn (Katie Lowes) hatte immerhin ihr Geheimnis. Doch danach kam dann nicht mehr viel. Alle Hoffnungen auf eine spannende Geschichten ruhten also auf Huck. Und in der Episode Seven Fifty-Two liefert er.

Mit der zweiten Staffel ist die Serie Scandal düsterer geworden. Das sieht man besonders an dem Umgang mit Hucks Vergangenheit. Man denke nur an die amüsante Episode, in der Huck mit seinen alten Kollegen zusammentrifft um herauszufinden wer ihr Geheimnis bedroht. Es war ein Zusammentreffen exzentrischer, aber liebenswürdiger Figuren. Die biedere Hausfrau, die ihre Waffen im Strumpfband versteckt, die harmlos wirkende Oma, die es faustdick hinter den Ohren hat. Wir wussten zwar, dass sie ohne mit der Wimper zu zucken getötet haben, aber sie waren komikhafte Serienkiller, mehr amüsant als erschreckend.

Nun werfen die Serienautoren einen zweiten Blick auf Hucks ehemalige Truppe und es kommt eine ganz andere Seite von B-613 zum Vorschein. Nun steht das Grauen im Vordergrund.

Und es wird so schlimm, dass die Scandal-Macher auf eines besonderen Wert legen: Huck hat diese Dinge getan, aber er hat sich nicht dafür entschieden, er ist gezwungen worden. Wir sehen einen verliebten Soldaten, der nichts anderes will als mit seiner Freundin Kim (Jasika Nicole, Fringe) eine idyllische Beziehung zu führen und nebenbei seinem Land zu dienen. Doch dann bittet der dunkle Arm des FBI zum Bewerbungsgespräch. Und in diesen Kreisen wirbt man ganz offensichtlich nicht um Mitglieder, man erpresst und droht bis das Ziel der Begierde, in diesem Fall Huck, einsteigt. Er hatte in der Tat keine Wahl, denn als es an die Entscheidung geht, zurrt Charlie (George Newbern) so auffällig an seiner Jacke herum, dass der Eindruck, eine falsche Antwort könnte eine Kugel nach sich ziehen, wohl nicht umsonst entsteht. Sie waschen Huck also auf ganzer Linie rein.

Mit Blick auf eine idyllische Beziehung ist das vielleicht etwas zu viel des Guten. Der arme Mann, der doch nur glücklich sein wollte, aber einfach zu talentiert war. Andererseits steht es Huck auch. Er hat die größten Höhen und die untersten Tiefen erlebt. Seine Familie ist nur noch eine dunkle Erinnerung und darf daher idyllisch erscheinen. Wichtig ist nur eines: Er war glücklich und ist aus seinem Leben gerissen worden. Seitdem ist er ein anderer Mensch - der Huck von Olivia (Kerry Washington), den wir heute kennen. Ein Huck, den wir noch nie lachen gehört haben, der in vielerlei Hinsicht das Gegenteil vom alten Huck ist.

Das Team nutzt die Chance

In den letzten Episoden ging es um Albatros, um die Fälle der Woche, um Olivia und ihr unheilvolles Dreiecksverhältnis zu Fitz (Tony Goldwyn) und Jake (Scott Foley). Allenfalls ging es noch um die Freundschaft zwischen Huck und Quinn. Doch der Rest des Teams ist seit Längerem auf der Strecke geblieben. Das holen sie nun nach. Harrison, Abby und auch Quinn nutzen Hucks Zustand, um sich endlich mal etwas von der Seele zu reden und sich wieder als Figuren mit Innenleben in Erinnerung zu rufen. Abby hadert nach wie vor mit der Frage, wie loyal man sein muss. Sie hat Olivia ihr Leben zu verdanken, doch was bedeutet das, wenn sie es nicht ausleben darf? Sie liebt David (Joshua Malina) und die Tatsache, dass sie ihn für Olivia betrogen hat, lässt sie nicht los.

Harrison ist lange noch blasser als Abby geblieben. Er hat sich zwar zum Stephen-Nachfolger gemausert, doch zu einem mit leicht merkwürdigem Einschlag. Langsam ist es nicht mehr zu übersehen, dass er Olivia gegenüber nicht nur Loyalität empfindet, er hat ein Auge auf seine Chefin geworfen. Wenn da von Seiten der Autoren kein lang angelegter Plan hinter steckt, dann darf man das wohl als Verlegenheitsgeste abtun. Sie wissen nicht, was sie sonst mit der Figur anstellen können, können ihn aber auch nicht gehen lassen, weil Huck dann alleine mit den Frauen wäre. Nein, ein attraktiver Mann im Team muss schon bleiben. Schließlich hat er ja auch Recht: Wenn der Job mit Charme erledigt werden kann oder anderweitig kommunikative Überzeugungskraft geleistet werden muss, ist Harrison der Mann der Stunde. Das ist für die Ermittlungen oft wichtig, für die Geschichte meistens nicht so sehr.

Quinn nimmt die Gelegenheit wahr, um Huck ihren Dank auszudrücken und nochmal zu zeigen, wie eng die beiden miteinander sind.

Allerdings nicht so eng wie Huck und Olivia, die ihn als Einzige zurück in die Normalität holen kann. Doch die Beziehung zwischen diesen beiden fühlt sich immer mehr wie ein Lippenbekenntnis an. Als es ihr gut passte, hat sie den Killer in ihm entfesselt und als sie merkte, dass er abrutscht, waren nicht viel mehr als ein paar nette Worte drin. Schöner ist es, Huck und Quinn zuzusehen, aber natürlich musste es Olivia sein, die ihn aus seinem Delirium befreit, schließlich ist sie die Mutter der Problemlöserinnen.

Huck findet den Anschluss an seine Vergangenheit, er erinnert sich an den Zeitpunkt - Seven Fifty-Two -, an dem er seinen Sohn das letzte Mal gesehen hat, in einer U-Bahn-Station als jemand, der ihm, dem Bettler, einen Dollar gegeben hat.

Die Organisation

Neben Huck ist die mysteriöse Abteilung des CIA, B-613, eine Hauptfigur der Episode Seven Fifty-Two. Anhand von Hucks Werdegang sehen wir, wie sie operieren, wie sie Menschen foltern, auch ihre eigenen Agenten. Sie haben Hucks Familie aus seinem Gehirn gewaschen, haben ihn gebrochen.

Eine neue Facette sehen wir von Charlie. Er hat Huck unter seine Fittiche genommen und ihn eingeführt in die Welt der Folterer. Am Ende ist er es, der ihm eine neue Chance gibt. Er verstößt gegen seine Befehle und lässt Huck laufen. Nach allem, was wir wissen, hat er Huck in die Box gesperrt und damit die Erinnerung an seine Familie zurückgeholt. Charlie ist nicht unbedingt einer der Guten, aber er ist auch nicht so böse, wie man in den letzten Episoden annehmen konnte. Er lässt sich seine Dienste mit Geld bezahlen, er hatte nicht das Glück, auf jemanden wie Olivia zu treffen, der ihn gerettet und sich das in Loyalität bezahlen ließe. Auch in seinem Charakter wird die Zeit bei B-613 Spuren hinterlassen haben. Jetzt nachdem wir Hucks Vergangenheit kennen, können wir nur erahnen, wie hoch es ihm anzurechnen ist, dass er Huck nicht getötet hat.

Doch wir lernen noch mehr über diese ominöse Organisation, die sich nicht anfühlt als wenn der Präsident über sie Bescheid wüsste. Jakes Befehlsgeber (Joe Morton) ist der Chef von B-613. Man darf daher annehmen, dass Jake dazugehört. Außerdem erfahren wir, woran der B-613-Boss arbeitet: Er will Albatros. Damit fällt der bisher beste Verdächtige weg.

Liebe

Das Mysterium um Albatros wird immer undurchsichtiger. Defiance war dagegen einfach zu verstehen. Doch auch in der Episode Seven Fifty-Two hat Defiance noch Nachwirkungen. Olivia und Fitz haben endlich eine Konversation über das, was geschehen ist. Das endet mal wieder mit einer Liebeserklärung des Präsidenten und der Flucht der Krisenmanagerin. Doch endlich ergreift Mellie (Bellamy Young) mal die Initiative. Sie tut, was wohl kaum jemand mehr auf der Karte hatte, sie verlässt Fitz. Zumindest unter der Hand, nicht vor der Öffentlichkeit. Also erst einmal abwarten, ob das mehr ist als heiße Luft.

Jake macht einen kleinen Versuch, seine Zuneigung zu Olivia zu zeigen indem er beim B-613-Boss um eine Auswechslung bittet. Doch mehr als ein Versuch wird es nicht. Und nachdem wir nun wissen, wie sie Huck den Kopf gewaschen haben, ist es wohl auch besser, dass er seine Gefühle für sich behält sonst endet er ebenfalls in einem Loch.

Wir haben uns gefragt, für wen Jake nun wirklich arbeitet, auf wessen Seite er steht. Er verheimlicht seinem Boss etwas Wichtiges und lügt den Präsidenten an. Der Verdacht, dass seine Gefühle wirklich Olivia gelten, verhärtet sich.

Fazit

Olivia ist zwangsweise ruhiggestellt, denn sie liegt im Krankenhaus und der einzige, der zu ihr kann, ist Fitz. Die Episode Seven Fifty-Two erzählt eine interessante Geschichte, die Story von Huck und einer ominösen Organisation unter dem Dach der CIA, der Abteilung B-613. Und das bringt einige Geheimnisse ans Licht: Jake ist Teil von B-613, doch die haben allem Anschein nach nichts mit Albatros zu tun, sondern sind ebenfalls auf der Jagd nach ihm. Diese Scandal-Episode entzerrt einen schwierigen Plot etwas und macht Lust auf mehr. Die Kreise ziehen sich zusammen und in nicht allzu weiter Ferne sieht man das Finale auf sich zukommen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 7. September 2013
Episode
Staffel 2, Episode 19
(Scandal 2x19)
Deutscher Titel der Episode
Sieben-Zweiundfünfzig
Titel der Episode im Original
Seven Fifty-Two
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 25. April 2013 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 6. Januar 2014
Autor
Mark Fish
Regisseur
Allison Liddi-Brown

Schauspieler in der Episode Scandal 2x19

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