Roswell, New Mexico: Review der Pilotepisode

Roswell, New Mexico: Review der Pilotepisode

Seit dieser Woche läuft die Neuauflage der 90er-Jahre-Serie Roswell mit dem Namen Roswell, New Mexiko bei The CW. Sie erzählt die gleiche Geschichte wie das Original und enthält all das, was Fans damals schon mochten. Und das Gute daran ist: Sie ist mit den Fans erwachsen geworden.

„Roswell, New Mexico“ (c) The CW
„Roswell, New Mexico“ (c) The CW
© ??Roswell, New Mexico“ (c) The CW

Genau wie The CW offenbar reift und immer mehr ein Publikum ansprechen will, welches nicht nur aus weiblichen Teenagern besteht, so ist auch die Neuauflage von Roswell aus den 90er Jahren zu betrachten. Mit Roswell, New Mexico sind nicht nur die Protagonisten erwachsen geworden, sondern auch die Geschichten, die mit ihnen kommen. Bereits Erzähltes noch einmal aufzuwärmen, ist oftmals ein schwieriges Unterfangen. Doch Carina Adly MacKenzie ist das ziemlich gut gelungen. Es ist eine Serie im gleichen berühmten Setting, welches für sich selbst spricht, mit der gleichen Handlung entstanden, die sich allerdings nicht einfach wie ein Abklatsch des Originals anfühlt, sondern auch für sich selbst steht. Denn mit dem Verorten der Geschehnisse fernab des Lebens an einer Highschool, aber in die Welt der Erwachsenen folgen ganz andere Herausforderungen und Herangehensweisen an dieselben Probleme wie schon vor zehn Jahren. Dies umzusetzen hat bisher gut funktioniert.

Genau wie damals kehrt Liz Ortecho (Jeanine Mason) in ihren Heimatort Roswell zurück, nachdem die Förderung ihrer biomedizinischen Forschungsstudie eingestellt wurde. Eine auf den ersten Blick vielleicht kleine Änderung hat jedoch eine starke Aussagekraft. Liz und ihre Familie sind im Reboot Immigranten und nicht die weißen Parkers. Kurz vor Roswell muss sie eine Einreisekontrolle durchqueren, die es im Original so auch nicht gab. Als sie dabei auch noch „The Wall" erwähnt, wird deutlich, dass zumindest vor diesem aktuellen und bedeutsamen politischen Thema nicht zurückgeschreckt wird. Dort ist es auch, wo sie ihre Jugendliebe Max (Nathan Parsons) wiedersieht, denn er ist inzwischen Polizist und entschlossen, die Menschen in Roswell zu beschützen. Eines Abends beschließt Liz, ihrem Vater im Diner auszuhelfen, damit er sich ein wenig ausruhen kann. Nach Schließung stattet ihr Max unerwartet einen Besuch ab. Während die beiden wie in Highschoolzeiten am Tresen sitzen und sich unterhalten, wird Liz von einem unbekannten Schützen in die Brust geschossen. Kurzerhand legt Max seine Hand auf die Wunde und für uns alle wird klar, welches Geheimnis er seit Jahren hütet. Er und seine Geschwister Isobel (Lily Cowles) und Michael (Michael Vlamis) sind Außerirdische, die in den 40er Jahren auf mysteriöse Art und Weise auf der Erde landeten. Selbstverständlich schöpft Liz Verdacht und sucht ihren früheren Exfreund Kyle (Michael Trevino) auf, der mittlerweile Arzt ist. Das führt dazu, dass auch dieser Lunte riecht und sich an einen Bekannten aus dem Militär wendet. Da Max nie aufgehört hat, Liz zu lieben und ihr tiefes Vertrauen schenkt, offenbart er ihr sein Geheimnis.

Ob man das Original kennt oder nicht, Roswell, New Mexico ist eine erfrischende Neuauflage. Vor allem, wie die drei Geschwister versuchen, ihr Geheimnis zu hüten, hat in ihren komplexeren und komplizierteren Erwachsenenleben ganz andere Dimensionen als an der Highschool. Isobel zum Beispiel ist frustriert, dass sie ihre Identität vor ihrem Ehemann verbergen muss. Doch sie tut dies mit Stolz und Würde und gibt ihr Bestes, das Dreiergespann in der Sache vereint zu halten. Michael ist ein eher aufbrausender Charakter und von allen am meisten bemüht, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden. Dabei geht er allerdings barmherzig äußeren Bedrohungen gegenüber vor. Liz wirkt zwar überrascht, als sie die Wahrheit über die drei erfährt, doch man spürt, dass sie wesentlich wichtigere Dinge beschäftigen, wie zum Beispiel die Illegalität ihres Vaters. Und vermutlich wird man sein ganzes Leben auf Aliens vorbereitet, wenn man in Roswell lebt... Mit dieser allgegenwärtigen Bedrohung kommt der Hass, wie eindrucksvoll in einem Podcast gezeigt wird, in dem es heißt: „Aliens are coming, and when they do, they are gonna rape and murder and steal our jobs." Wie schrecklich wahr und real das ist, braucht hier sicherlich nicht noch einmal erwähnt zu werden... Doch genau mit solchen Sätzen und mehr oder minder offensichtlichen Verweisen beweist „Roswell, New Mexico“ seine Ernsthaftigkeit, Aktualität und Nachdenklichkeit.

Selbstverständlich müssen wir auf das eine oder andere Liebesdrama nicht verzichten. Vom ersten Moment an ist die Anziehungskraft zwischen Liz und Max spürbar. Die tiefen Blicke lassen eine romantische Zukunft erwarten, auch wenn Liz einen kurzen betrunkenen „Auto-Moment" mit Kyle hat. Außerdem erhalten wir einen kleinen, aber heftigen Einblick in Michaels Liebesleben, was auf jeden Fall auch ein spannender Erzählstrang werden könnte. Insgesamt wirkt die erste Folge ein wenig überladen an Geheimnissen und Rätseln. Diese gilt es, über die Zeit hinweg schlüssig zu verfolgen.

Roswell, New Mexico“ bemüht sich, schon in der Pilotfolge klarzustellen, dass es sich nicht nur um aufgewärmtes 90er-Jahre-Material handelt, sondern, dass mit der Zeit, die vergangen ist, auch andere Handlungen hinzukommen. Die Hauptfiguren leben nun erwachsene Leben und beschäftigen sich mit den gleichen Problemen auf andere Weise. Zwar ist die Serie thematisch eine Wiederholung des Originals, doch mit diversen Zusätzen auch ein alleinstehendes Gesamtwerk. Fans des Originals werden auch die Neuauflage mögen, denn sie vereint alles, was sie damals schon mochten. Wenn es „Roswell, New Mexico“ gelingt, alle aufgemachten Mysterien am Ende stringent und logisch zusammenzufügen, könnte The CW damit eine solide und unterhaltsame Serie gelungen sein.

Trailer zur Episode Roswell, New Mexico 1x02

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