Roar 1x01

© zenenfoto aus der Serie Roar (c) Apple TV+
Mit der Serie Roar bringt Apple TV+ eine Anthologieserie auf die Mattscheibe, hinter der das GLOW-Dreamteam Carly Mensch und Liz Flahive stehen. Die acht Episoden basieren jeweils auf einem Kapitel des Geschichtenbandes von Cecelia Ahern. Vor der Kamera stehen dabei unter anderem Nicole Kidman, Merritt Wever, Issa Rae und Alison Brie.
In der Pilotepisode begleiten wir eine erfolgreiche Schriftstellerin (Rae) aus New York auf einen Geschäftstermin in Los Angeles. Dort hat sie ein Meeting, auf dem die Verfilmung ihres Bestsellers besprochen werden soll. Die vier weißen Männer, denen sie sich schließlich gegenübersieht, haben ganz spezielle Vorstellungen von der Umsetzung, die dazu führen, dass die Autorin nach und nach zu verschwinden scheint.
In einer anderen Episode lernen wir eine Frau (Betty Gilpin) kennen, die sich in einen reichen Mann namens Harry (Daniel Dae Kim) verliebt und ihn heiratet. Harry baut ein Regal an seine opulente Bürowand, auf dem seine Frau sitzen und sich bewundern lassen soll, jeden Tag.
Wir begleiten eine Medizinstudentin (Wever) dabei, wie sie sich in eine Ente verliebt und ebenso sehen wir, wie eine erfolgreiche Managerin (Cynthia Erivo) von innen aufgefressen wird, während sie darum kämpft, das Gleichgewicht zwischen Job und Familie zu halten. Manches ist dramatisch, manches ist lustig, manches einfach verdreht, alle jedoch haben einen feministischen Unterton und einen märchenhaften Charakter.
Die Anthologie-Herausforderung
Der Zauber, der eine Serie normalerweise ausmacht, ist, dass man geliebte, gefürchtete oder anderweitig emotional belegte Figuren möglichst eine lange Zeit begleiten darf. Anthologieserien unterlaufen das Konzept komplett und werfen uns jede Episode beziehungsweise Season in eine neue Welt mit neuen Charakteren, die es gilt, kennenzulernen und sich zu erarbeiten. Das ist anstrengend und manch einem Zuschauer zu viel. Zu der Verlustangst und dem Stress der Neugewöhnung kommt schnell die Befürchtung, dass einem ja vermutlich nicht alle Episoden gleich gut gefallen werden. Die Hürde, die Zuschauer:innen für sich zu gewinnen, ist also hoch.
Was aber eine gute Anthologieserie ausmacht, ist ein verbindender Ton, ein Thema oder ein Stil. Der clevere Horror von Room 104 und der emotionale Blick in die Welt der Migration aus Little America sind gute Beispiele für gelungene Anthologien. Mit „Roar“ haben die Macherinnen sich einen Geschichtenband zugrunde gelegt, ein verbindendes Element ist also bereits eingebaut. Es sind Fabel-ähnliche Geschichten über Frauen, die sich aus Situationen befreien wollen, welche sich irgendwie seltsam außergewöhnlich-alltäglich anfühlen.
„Roar“ schafft es, mit jeder Episode auf eine Art und Weise zu bezaubern, die sich auf einem ähnlichen Niveau bewegt. Neben den Vorlagen-Geschichten ist ein wichtiger Grund dafür auch die wunderbare Auswahl der jeweiligen Hauptdarstellerin. Wer sich von Alison Brie um den Finger wickeln lässt, der dürfte sich auch in der Gegenwart von Merritt Wever wohl fühlen. Es gibt qualitativ keinen Ausreißer nach unten, lediglich persönliche Vorlieben dürften einen Ausschlag geben.
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Roar: Trailer zur Anthologie-Serie von Apple TV+
Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „Roar“:
Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Freitag, 15. April 2022Roar 1x01 Trailer
(Roar 1x01)
Schauspieler in der Episode Roar 1x01
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