Rizzoli & Isles 7x13

Rizzoli & Isles 7x13

Jane und Maura verlassen uns nach der Episode Ocean Frank. Doch sie verabschieden sich mit einer wunderbaren Mischung aus Spannung, Komik und Emotionen. Ach, und wie üblich ermitteln sie nebenbei noch in einem Kriminalfall.

Zum letzten Mal: Die beiden Freundinnen in der Serie „Rizzoli & Isles“ / (c) TNT
Zum letzten Mal: Die beiden Freundinnen in der Serie „Rizzoli & Isles“ / (c) TNT

No, no crying!“ Jane (Angie Harmon) gibt in der finale Episode Ocean Frank die Devise aus. Aber von wegen, es dauert nicht lange und die Taschentücher müssen rausgeholt werden. Und dennoch gelingt ihnen mehr als einmal der wunderbare Drahtseilakt zwischen Komik und Emotion.

Abschiede und Neuanfänge

Wir wussten ja, dass es nicht einfach werden würde. Und nach der letzten Episode der Serie Rizzoli & Isles fühlt man sich auf positive Art durch den emotionalen Fleischwolf gedreht. Es gibt Tränen, Umarmungen, Abschiede und eine angekündigte Überraschungsparty. Doch vor allem gibt es Neuanfänge, und die meisten von diesen sind gemeinsam. Nicht mit uns leider, aber niemand bleibt allein. Dafür haben die Serienautoren gesorgt. In mancher Hinsicht in sehr spontaner Weise, wie bei Frankies und Ninas Beziehung. Aber das kann man ihnen nachsehen, denn die meisten anderen Storylines fühlen sich nicht übers Knie gebrochen an. Und in dem emotionalen Zustand, in den sie uns über die letzten Wochen, aber auch die letzten Jahre gebracht haben, ist es kaum möglich, an irgendeiner Art Enttäuschung lange festzuhalten. Denn mit diesem Serienende hat das Team sich selbst ein wunderbares Denkmal gesetzt.

Eine ihrer Stärken ist der Spagat zwischen Realität und Fiktion. Schon einmal waren sie gezwungen, dieses Kunststück zu vollbringen, weil unsere Welt mit trauriger Endgültigkeit ins Boston der Serie eingriff, damals, als der Darsteller Lee Thompson Young sich das Leben nahm und das Team dadurch Frost verlor. Die fiktionale Figur erlag einem Autounfall und mit dem Abschied ließen die Autoren sich ein bisschen Zeit. Nicht zu viel, nur genau so viel, dass sie eine würdige Episode auf die Beine stellen konnten. Und auf dem Gottesdienst für den Verstorbenen zeigten sie dann Bilder, die nicht ausschließlich aus der Serie stammten, während Jane über ihren toten Freund sprach und dabei ebenfalls die Grenzen verschwimmen ließ zwischen Figur und Darsteller.

Dieses Mal tun sie Ähnliches. Kent (Adam Sinclair) fordert alle Figuren auf, eine kleinen Abschied in eine Videokamera zu sprechen, was uns in den Genuss bringt, dass Frankie (Jordan Bridges), Korsak (Bruce McGill) und die anderen uns zum ersten Mal direkt anschauen und sagen, was sie fühlen. Und vieles davon ist genauso an uns wie an die anderen gerichtet. Besonders Maura (Sasha Alexander) trifft ins Herz, als sie ungewohnter Weise etwas vermutet, von dem man jedoch ziemlich sicher sein kann, dass es zutrifft. Sie sagt ihren Freunden, dass sie sie niemals vergessen wird. Und das sagt sie genauso zu und für uns. Übertroffen wird das nur von Janes Rede am Ende. Die jedoch ist gleichermaßen urkomisch wie emotional.

Lebensfreude

Das liegt auch an Kent. Der selbsternannte Regisseur macht dabei selbst eine wunderbare Figur, denn Kent, auch wenn wir ihn nicht so lange gekannt haben, sorgt immer wieder für einen Lacher an der richtigen Stelle. Und obwohl die anderen ihn, sozial gesehen, als ein bisschen ungelenk empfinden, hat er sich so gut in die Gruppe integriert wie kaum jemand und dabei seine ganz eigene Note eingebracht. Er geht mit Jane um, wie es sonst nur ihre Mutter tut, er zwingt sie geradeheraus zu Dingen, die ihr gut tun werden. Und das wird in der Episode Ocean Frank noch einmal besonders deutlich, als Angela (Lorraine Bracco) erzählt, dass sie Jane und Frankie in das enge Familienband zwingen musste, das die Rizzolis nun haben. Und niemand von uns würde wohl anzweifeln, dass das der richtige Weg war.

Der Abschied von Frost ist kurz und wird nicht weiter erklärt. Jane gibt Frankie Frosts Actionfigur, damit er ihn beschützt und auch, damit seine Erinnerung an dem Ort bleibt, an dem er gelebt hat und an dem wir ihn lieben gelernt haben. Das gibt der Erinnerung an den Verstorbenen Raum, ohne zu erschlagen. Mit wenig Melodramatik haben die Rizzoli & Isles-Macher immer schon gepunktet. Moment, natürlich darf man nicht vergessen, dass fast in jeder Staffel ein Mitglied des Teams ins Visier eines Serienkillers geriet, klar, auch diese Dinge sind passiert. Und natürlich haben wir in so gut wie jeder Episode mindestens einen Mord gesehen. Und vieles, was geschehen ist, war hochdramatisch: jugendliche Obdachlose ohne Hoffnung, zerstörte Familien und in dieser Episode sehen wir uns zuletzt noch einer missbrauchten Ehefrau gegenüber. All diese Dinge sind dramatisch, furchtbar und lassen einen oft an der ganzen Menschheit zweifeln.

Doch das Rizzoli & Isles-Team hat uns gezeigt, wie man sein Leben auch leben kann: indem man für das Gute kämpft, wo immer man kann. Aber wenn man dann mit seinen Freunden zusammen auf dem Sofa oder an der Theke sitzt, muss man auch loslassen können und die Zeit einmal genießen. Angela hat viele Schulden von einer unglücklichen Ehe geerbt, Frankie hat lange gebraucht, um eine Partnerin zu finden, alle haben Verluste erlebt. Und die Figuren waren traurig, enttäuscht und verwirrt, aber sie haben nie aufgegeben und sie haben nie überdramatisiert, was ihnen zugestoßen ist. Und auch uns haben sie damit immer wieder geerdet. Schlimme Dinge passieren. Versuche, das zu ändern, aber achte auch auf dich selbst. Das schien die Devise hinter der Serie zu sein und die kann man sich durchaus merken.

Fazit

Nach sieben Staffeln verabschieden wir uns nun von Jane, Maura und den anderen. Und es ist, wie Korsak in seinem Video sagt: Man kann sich nicht immer aussuchen, wann sich etwas ändert, aber man muss das Beste draus machen. Das fällt leicht, wenn die Macher einer Lieblingsserie ein so starkes Finale abliefern.

Doch wieso scheinen sie sich dafür zu rechtfertigen, als sie Jane sagen lassen, dass es vielleicht das Beste ist, wenn etwas nicht so ist, wie man erwartet? Denn sie haben ja nichts anders gemacht als man erwarten durfte, sie haben eine großartige, emotionale, witzige Episode abgeliefert. Dass wir den eigentlichen Abschied der beiden Freundinnen nach dem gemeinsamen Paris-Aufenthalt nun nicht mehr miterleben, ist schon gut so. Wie Maura sagt, der Abschied auf dem Flughafen ist zu emotional, wir bleiben lieber im Dirty Robber.

Mit Jane und Maura verlieren wir zwei starke, weibliche Ermittlerinnen in einer gut gemachten Krimiserie. Am Wochenende zeigen wir Euch in unserer Fotostrecke, welche neuen Serien und Klassiker, in denen Frauen die Ermittlungen anführen, das Loch füllen könnten, das die beiden in unserer Watchlist hinterlassen haben.

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 6. September 2016

Rizzoli & Isles 7x13 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 13
(Rizzoli & Isles 7x13)
Deutscher Titel der Episode
Dienstschluss
Titel der Episode im Original
Ocean Frank
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 5. September 2016 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 17. Mai 2017
Autoren
Russ Grant, Jan Nash, David Holland
Regisseur
Michael M. Robin

Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 7x13

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