Rizzoli & Isles 7x08

Rizzoli & Isles 7x08

Ein Mord im Rockermilieu - inklusive geheimen Waffenarsenals - gibt Jane Gelegenheit, ihre fürsorgliche Seite zu zeigen, auch wenn sie dafür an einen Ort gehen muss, der das nicht gerade erwarten lässt: in den Knast. Die Episode 2M7258-100 punktet außerdem mit einer emotionalen Szene zwischen Frankie und Nina.

Im Einsatz: Jane (Angie Harmon) / (c) TNT
Im Einsatz: Jane (Angie Harmon) / (c) TNT

Jane als wortkarger Häftling mit Touch-Guy-Frisur - das kann ja nur gut werden, denkt man sich, wenn man die Beschreibung zur neuen Rizzoli & Isles-Episode durchliest. Und letztendlich übertrifft 2M7258-100 die Erwartungen mit starken Szenen auch für die anderen Fastmitglieder.

Neustart

Der erste Hinweis fällt schon im üblichen Vorgeplänkel vor den Telefonanrufen, die den Fall der Woche einläuten. Jane (Angie Harmon) ist zu sehr mit ihrer Arbeit verheiratet um ein normales Leben zu führen. Oder das, was Angela (Lorraine Bracco) und überraschenderweise auch Maura (Sasha Alexander) für normal empfinden. Statt mit ihren Freunden auf ein Spiel zu gehen, vergräbt sie sich in Zahlungsnachweisen um einen Zeugen zu finden. Klingt nach Jane. Mauras Rolle in dem Ganzen hingegen klingt weniger nach der Medizinerin, die selbst noch nie einer Überstunde aus dem Weg gegangen ist wenn es der Festsetzung eines Kriminellen dient.

Doch die Vorstellung, dass Maura und Frankie (Jordan Bridges) sich gemeinsam einen sonnigen Abend vor dem Stadion vertreiben ist auch zu niedlich - und wir verstehen ja den Sinn dahinter: Jane liebt, was sie tut und sie ist richtig gut darin. So sehr, dass es eine gute Sache wäre, wenn sie ihr Know-how mit anderen teilen würde. Und das tut sie vielleicht bald, wie das Ende der Episode 2M7258-100 zeigt.

Aber vorher sehen wir Jane von gleich zwei neuen Seiten, zumindest mehr oder weniger neu. Als tougher Häftling macht sie eine sehr überzeugende Figur und gleichzeitig sieht man ihr an, wie schwer es ihr fällt, die einzige Frau in dem ganzen Gebäude, die sich ihr gegenüber menschlich verhält, vor den Kopf zu stoßen. Aber auch das ist ja nur für kurze Zeit. Denn Jane zeigt, dass sie eine durchaus fürsorgliche Seite hat. Auf ihre eigene Art und Weise. Das, was Jane zeigt, geht über die Fürsorge für Freunde und Familie hinaus. Oder auch schlicht darüber hinweg, immerhin bereitet sie ihrer Mutter gerade dadurch mal wieder große Sorgen. Sie ist Detective mit Leib und Seele, sie will die Welt vor den Bösen schützen, nicht lediglich einige Menschen, die ihr nahestehen, sondern alle, die bedroht sein könnten. Und nun zeigt sich immer mehr, wie weit sie auch geht, wenn Menschen unter Ungerechtigkeiten leiden, die subtiler sind als Kapitalverbrechen. Wenn sie einfach schlechte Chancen haben, wenn sie alleine keinen Ausweg mehr finden. Sie hilft einer Frau, die für Betrug hinter Gittern ist, von der sie jedoch denkt, dass sie eine Chance verdient hat. Und zwar ohne dass die Frau eine herzzerreißende Geschichte zum Besten geben muss, die ihr Vergehen in noblerem Licht erscheinen lässt. Und dass dieser Häftling, zumindest auf den ersten Blick an Kate Mulgrews Figur Red aus Orange Is the New Black angelehnt zu sein scheint, macht es noch wunderbarer, dass Jane der Frau einen Neustart verschafft, eine neue Möglichkeit, das Richtige zu tun. Ganz zu schweigen von der Chance auf ein besseres Leben, das sie dem eigentlichen Ziel ihres Interesses, der Zeugin des Mordes, verschafft.

Jane ist also auf dem Weg zur Lehrerin zu werden und es hat nur zwei Episoden gedauert zu zeigen, dass sie eine wunderbare sein wird. Was für eine großartige Idee für eine Zukunft ohne uns. Einerseits könnten sie uns weismachen, dass einfach alles weitergeht im Dezernat - wieso auch nicht, zumindest für die Riege, die der Rente noch etwas entfernter ist als Korsak (Bruce McGill). Doch die Rizzoli & Isles-Autoren haben etwas anderes mit uns vor. Sie zielen auf einen umfassenden Abschluss hin und ein solcher beinhaltet auch immer einen Neuanfang. Sie wollen vermeiden, dass wir einfach aus der Polizeistation wandern und alles so zurücklassen, wie es war. Stattdessen wollen sie uns neue Abenteuer für die Figuren mit auf den Weg geben. Das ist schön, vor allem da wir uns sicher sein dürfen, dass die Freundschaft nicht darunter leiden wird, wenn das Team nicht mehr jeden Tag im Dezernat zusammenkommt - solange sie den Dirty Robben, Mauras Wohnzimmer und andere Orte haben, die wir kennen und lieben gelernt haben. Veränderungen sind in Ordnung, das Leben geht auch danach weiter.

Traumabewältigung

Auch die anderen Figuren haben in der Episode 2M7258-100 einige starke Szenen, unter anderem Nina (Idara Victor) und Frankie. Nina, das wissen wir, hat in Boston ein neues Leben angefangen nachdem sie ihren Lebensgefährten im Einsatz verloren hat. Sie ist damit eine Art Hybrid aus Angela und den anderen. Sie begibt sich selbst in Gefahr, weiß aber nicht, ob sie damit umgehen kann wenn diejenigen, die sie liebt, ins Kreuzfeuer geraten. Doch Angela hat als Mutter das unausgesprochene Recht wenn nötig auch gegen jede Vernunft besorgt um ihre Kinder zu sein. Nina hingegen hat ein traumatisches Erlebnis hinter sich und nach einer kleinen, für ihn typischen Anlaufschwierigkeit findet Frankie die Worte, die ihr helfen.

Fazit

Am Ende bleibt wieder einmal nur festzustellen, dass die Autoren mit der finalen Staffel genau den richtigen Ton treffen und sich bisher keinen Ausrutscher geleistet haben.

Promo zur Episode „65 Hours“ (7x09) der US-Serie „Rizzoli & Isles“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 27. Juli 2016

Rizzoli & Isles 7x08 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 8
(Rizzoli & Isles 7x08)
Deutscher Titel der Episode
Orange
Titel der Episode im Original
2M7258-100
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 25. Juli 2016 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 12. April 2017
Autor
Jan Nash
Regisseur
Angie Harmon

Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 7x08

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