Rizzoli & Isles 7x01

Rizzoli & Isles 7x01

Für den Staffelauftakt, der gleichzeitig den Abschied von Rizzoli & Isles einläutet, bedrohen die Serienmacher die Fundamente der Gruppe in vielerlei Hinsicht. Die Figuren könnten etwas verlieren, von dem sie gar nicht wussten, wie wichtig es ihnen ist.

Kurz nach dem Schreck in der Serie „Rizzoli & Isles“ / (c) TNT
Kurz nach dem Schreck in der Serie „Rizzoli & Isles“ / (c) TNT

Im siebten Staffelauftakt, Two Shots: Move Forward, teilt das Rizzoli & Isles-Ensemble sich in Paare auf, die füreinander sorgen und versorgt werden. Manchmal bedeutet das neue Nähe, manchmal schmerzhafte Entfernung.

Das Essen macht sie wütend.

Die meiste Fürsorge braucht zunächst einmal Nina (Idara Victor), denn sie ist es, die den mysteriösen Schuss aus dem Staffelfinale abbekommt. Kein Tod ist zu beklagen, sie wird einer Notoperation unterzogen und in bester Fernsehtradition sitzt sie schon kurze Zeit später wieder an ihrem Schreibtisch, die Erholungsphase ist kurz.

Die ganze Sache erinnert sie an den Tod ihres Verlobten, doch mehr als das ist der Schuss Frankies Storyline. Denn er sieht durch den möglichen Verlust seiner Kollegin seine Gefühle ein, zumindest ist uns das ziemlich schnell klar, als er sie aus dem Krankenhaus abholt. Er selbst braucht noch ein bisschen, um zu handeln oder es laut auszusprechen. Nina und Frankie sind als Paar das Gegenteil von dem, was Maura und Jane stets erleben. Die beiden suchen sich in der Regel keine einfachen Partner und das bringt früher oder später Probleme mit sich. Manchmal stellt sich heraus, dass jemand in Wahrheit ein Serienkiller ist, manchmal kollidieren die Beziehungen auch einfach an der realen oder metaphorischen Entfernung zwischen den Lebensplänen.

Frankie und Nina hingegen sind schon am selben Ort, haben denselben Job, in vielerlei Hinsicht dieselben Ziele. Und das macht sie zu einem Selbstläufer, das Drama kommt von außen, das bringt sie innerhalb der Freundschaft noch näher zusammen. Sie könnten das glückliche Paar aus dem Nebencast werden, über das wir niemals genug erfahren werden, um die Risse und Probleme zu erkennen, denen wir aber dennoch nahe genug sind, um zu finden, dass sie zueinander passen. Sie leben uns den Traum einer Beziehung, gepaart mit einer Freundschaft vor, der sich in diesem Fall auch noch mit ähnlichen beruflichen Professionen ergänzt. Und wir dürfen mitmachen, denn wir haben Frankie lange begleitet, wir wissen, dass er kein Kind von Traurigkeit ist, aber er hat das Herz am rechten Fleck. Etwas anderes als das große Glück kann man ihm kaum gönnen.

Nina erfüllt die Anforderungen an eine potentielle Gefährtin für den jüngsten Rizzoli. Sie ist eigenständig, nicht auf den Mund gefallen und ein durch und durch liebenswerter Mensch, der sich über die Episoden in die Gruppe integriert hat. Bitte mehr von solch rührenden, aber auch komischen Szenen wie der, als Frankie Nina aus dem Krankenhaus abholt!

Die Glocke war seine Idee!

Ebenfalls sehr unterhaltsam als Paarkonstellation sind Maura (Sasha Alexander) und Kent (Adam Sinclair), die sich schon in der letzten Staffel die besten Sprüche um die Ohren gehauen haben. Natürlich würden die beiden niemals im eigentlichen Sinne hauen, dafür sind sie viel zu stilvoll und sie kennen auch so genug schwierige Wörter, um die anderen einzuschüchtern. Es sei denn natürlich, sie sind aus Versehen mal wieder high.

Doch in der Episode Two Shots: Move Forward spielen die beiden wie in einer Art Rollenspiel die Gutsherrendame und den leicht überforderten Diener. Eine Konstellation, die ihnen, zumindest für kurze Zeit, sehr gut steht. Die Situation ist ja auch außergewöhnlich und die beiden meistern die Herausforderung, wie wir sie kennen: unterhaltsam, ein bisschen kühl, aber letztendlich herzerwärmend. Denn schließlich nimmt Kent sich im genau richtigen Maße der Fürsorge seiner Kollegin an, passt auf sie auf, ohne sie dabei zu unterschätzen und herablassend zu behandeln.

Ähnlich steht es um Jane (Angie Harmon) und Korsak (Bruce McGill), die sich nach wie vor mit dem bevorstehenden Ruhestand des letzteren auseinandersetzen müssen. Im siebten Staffelauftakt hat Jane keine Zeit, sich darüber zu ärgern, wie sie es in der letzten Staffel getan hat. Stattdessen ist es Korsak, der einsieht, dass es ihm nicht nur für sich selbst schwerfallen wird, sich auf die veränderte Situation einzulassen. Er hat auch das Gefühl, seine Verantwortung als Teil eines langjährigen Berufspaares zu vernachlässigen, wenn er nicht mehr jeden Tag da ist. Und auch hier kommt es einem nicht so vor, als würde er Jane absprechen, auf sich selbst aufpassen zu können. Er kennt ihre Schwächen und er gleicht sie aus.

Oft genug ist ihre Leidenschaft keine Schwäche sondern ein wichtiger Baustein in den Ermittlungen, besonders in Verhören mit widerwilligen Zeugen. Und das weiß Korsak zu schätzen - und meistens mit einem lockeren Spruch zu untermauern, wie in dieser Episode: „Sie wird ihnen auch keine Kekse backen.“ Doch er weiß auch, dass sie über die Stränge schlagen kann und das macht es ihm schwer, sie alleine zu lassen.

Am Ende der Episode findet natürlich das eigentliche Paar wieder zusammen: die beiden zentralen Freundinnen. Jane erfährt, dass Mauras Verletzung doch schlimmer sein könnte als bisher geglaubt. Sie sehen sich einem Problem gegenüber, bei dem keiner der beiden etwas tun kann. Maura fasst es gut zusammen: Sie kann sich lediglich an die Anweisungen ihrer Ärzte halten, um es besser zu machen. Und sie kann die Hilfe ihrer Freunde annehmen. Und die werden ihr die Hand reichen, ohne zu übertreiben.

Kein Happy End bekommt in diesem Staffelauftakt Angela (Lorraine Bracco), die sich nach einem Besuch von dessen Tochter von ihrem Freund trennt - und dabei einen Kardinalsfehler des Beziehungseinmaleins begeht. Sie entscheidet auf eigene Faust, dass ihr Leben zu gefährlich für den Mann ist und es besser für ihn ist, ohne sie zu sein. Dafür will sie ihre Gefühle opfern und die Schuld auf sich nehmen. Ob so ein Verhalten schon jemals zu einem halbwegs guten Ende geführt hat? Und dann auch noch in ihrer Situation - es ist ja nicht einmal ihr Leben, das die Gefahr einbringt, es ist das ihrer Tochter. Und die hat sich die Bekanntschaft mit einer Psychopathin nicht ausgesucht, auch wenn es schon auffällig ist, wie viele Kriminelle dieser Sorte den Weg der beiden Freundinnen kreuzen. Man wird sehen, wie sich die Sache entwickelt, aber ihre Entscheidung, nicht einmal mit ihm darüber zu reden, ist schon verdächtig dramaanziehend.

Fazit

Im siebten und letzten Staffelauftakt tun die Figuren genau das, was sie am besten machen: Sie kümmern sich umeinander, während sie eine durchgedrehte Kriminelle jagen. Wir sind direkt zurück in der Rizzoli & Isles-Welt und können die letzten Episoden mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf uns zukommen lassen. Nach allem, was Two Shots: Move Forward andeutet, wird es eine unterhaltsame, aber auch emotionale Fahrt werden.

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 7. Juni 2016

Rizzoli & Isles 7x01 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 1
(Rizzoli & Isles 7x01)
Deutscher Titel der Episode
Heimsuchung
Titel der Episode im Original
Two Shots: Move Forward
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 6. Juni 2016 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 22. Februar 2017
Autor
Jan Nash
Regisseur
Gregory Prange

Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 7x01

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