Rizzoli & Isles 6x02

Weder Rizzoli (Angie Harmon) noch Isles (Sasha Alexander), geschweige denn einer ihrer Freunde sind derzeit in festen HĂ€nden, im Morddezernat herrscht liebestechnisch Ebbe. Das ist eine gute Gelegenheit, einen Blick auf die Frage zu werfen, was Menschen an anderen in romantischer Hinsicht interessiert. Die Episode Bassholes liefert wie gewohnt keine klaren Antworten auf die groĂen Lebensfragen, aber jede Menge RatschlĂ€ge. Manche mit einem Zwinkern, andere durchaus anwendbar.
Ein Sonnenuntergang auf meinem Boot
Weder Jane noch Maura haben ein besonders glĂŒckliches HĂ€ndchen fĂŒr Liebesangelegenheiten. Zur Liste ihrer Exfreunde zĂ€hlt nicht nur ein Serienkiller. Die letzten Trennungen kann man auf die Abneigung der beiden gegen Fernbeziehungen schieben. Nachfolger fĂŒr Jack Armstrong (Enver Gjokaj) und Casey Jones (Chris Vance) sind derzeit nicht in Sicht. Auch bei den anderen Figuren sieht es nicht besser aus. Angela (Lorraine Bracco) hat sich von Cavanaugh (Brian Goodman) getrennt, Nina Holidays Freund ist gestorben, lediglich bei Korsaks Lebenstrainerin darf man einen potentiellen love interest vermuten.
Das ist eine ideale Gelegenheit, die Frage auszuleuchten, was Menschen fĂŒreinander in romantischer Hinsicht interessant macht. Nicht nur der Fall des toten Fischers bringt das Thema durch die Episode Bassholes immer wieder auf. Und wir lernen so einiges aus den unterschiedlichen Standpunkten, die die Figuren dabei einnehmen.
Am offensichtlichsten ist Janes kleines Abenteuer mit Skeet Martin (Lochlyn Munro, Charmed), der Fischer, den sie vom ersten Moment an als potentiellen Partner ausgeschlossen hatte - und am Ende zumindest ein StĂŒck weit zurĂŒckrudern muss. Man kann es nicht nur auf das Ă€uĂere Erscheinungsbild des Mannes schieben, auch seine forsche Art und sein Interesse an Wettkampffischen sprechen sie nicht gerade an.
Als er sich dann nach zÀhem Kampf dann doch eine Chance erarbeitet, sich zu beweisen, stellt die Polizistin fest, dass der Mann, der neben ihr auf einem Boot mitten in der Stadt hockt, vielleicht doch einen zweiten Blick wert ist.
Die Sache mit dem zweiten Blick zieht sich auch durch Angelas kleine Nebenhandlung. Niemand versucht ihre kleinen Köstlichkeiten, nachdem sie ungeschickterweise erst die viel zu gesunde Zutatenliste heruntergerattert hat. Nicht einmal Maura scheint ĂŒbertrieben begeistert, obwohl sie selbst eine Kandidatin fĂŒr derartige Versuche wĂ€re.
Am Ende bringt Angela gute alte Cupcakes mit jeder Menge Mehl und Zucker in die Bar und alle freuen sich. Die Serienmacher bleiben ihrem Muster treu, nach dem kleine Makel zum Leben gehören - und die Dinge, die nicht ganz vernĂŒnftig sind, den Tag erst spannend machen. Obwohl Angela gute Argumente hat, ihre FarbdiĂ€t zu machen, kann sie niemanden davon ĂŒberzeugen. Jane und die anderen verzichten auf Energie und volleres Haar, wenn das den Abschied von allem bedeutet, was richtig gut schmeckt.
Jane bleibt die groĂe Liebe also verwehrt, auch wenn sie zweimal hinschaut, aber vielleicht soll das Thema uns auf eine andere Spur bringen: auf die von Mauras neuem Assistenten Kent Drake (Adam Sinclair), den wir und die Figuren immer noch nicht durchschauen können. Er ist nicht der GesundheitsschuhtrĂ€ger, den er den gröĂten Teil der letzten Episode gegeben hat, aber wer er denn nun ist, muss noch herausgefunden werden.
In jedem Fall hat er einige Ăhnlichkeiten mit Maura und die gemeinsame Bootsfahrt der beiden ist unheimlich amĂŒsant. Vielleicht lohnt sich auch hier ein zweiter Blick von beiden Seiten aufeinander...
Hinter der eigenen Reflexion
Ein zweiter Blick lohnt sich wie immer auch im Umfeld des Mordopfers der Woche, Poesieprofessor und Möchtegernfischer Mark (Aaron Pont). Im Zuge der Ermittlungen wird das Thema der Woche wie ĂŒblich auch in seinen Randbereichen ausgeleuchtet. Korsaks Feststellung, dass MĂ€nner nicht ĂŒber ĂuĂerlichkeiten hinwegsehen können, wirkt genauso wahr wie harmlos und traurig. Janes Antwort, dass hier der Ursprung fĂŒr Make-up und High Heels lĂ€ge, passt dazu. Und Ă€ndert in seiner Klarheit zunĂ€chst nichts daran, dass Jane Skeet höflich, aber bestimmt auflaufen lĂ€sst.
Ein weiterer kleiner Gag in Bezug darauf ist Janes Ăberzeugung davon, dass der Fisch sie mag, wĂ€hrend Maura ihr erklĂ€rt, dass er vermutlich lediglich in Richtung seiner eigenen Spiegelung schwimmt. Auch diese kleine Story kann man als Allegorie auf die menschliche Partnersuche verstehen. Wir sind so sehr damit beschĂ€ftigt, dahin zu schwimmen, wo wir glauben, uns selbst sehen zu wollen, dass wir nicht erkennen, was eigentlich dahintersteckt. Es ist das Problem, das Maura Jane auf dem See erklĂ€rt: Sie hat vielleicht Angst, dass Skeet nicht so aussieht, wie sie dachte, dass ihr Partner aussehen wĂŒrde.
Fazit
Die Episode Bassholes bringt keine groĂe Romanze hervor, aber wirft einen unterhaltsamen Blick hinter das Prinzip derselben. Am Ende sind wir und Jane um eine wertvolle Erfahrung reicher: Manchmal muss man auch einen Blick hinter die eigene Reflexion werfen, aber, wenn es ums Essen geht, ist es keinen zweiten Blick wert, wenn der Geschmack dabei verloren geht.
Promo zur Episode âDeadly Harvestâ (6x03) der US-Serie âRizzoli & Islesâ: Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 24. Juni 2015Rizzoli & Isles 6x02 Trailer
(Rizzoli & Isles 6x02)
Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 6x02
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