Rizzoli & Isles 5x14

Was ist wunderbar an der Serie Rizzoli & Isles? In der mittlerweile fünften Staffel haben wir festgestellt: so einiges. Die wunderbare Freundschaft zwischen Jane und Maura ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Mit diesem Crime-Procedual können sich selbst viele Zuschauer anfreunden, die für gewöhnlich nicht viel mit dem Fall-der-Woche-Schema anfangen können. Feiern wir aus dem Anlass dieser Episode einmal, wie wunderbar viel Mühe die Serienautoren sich mit der Einzigartigkeit der Charaktere geben, selbst der Randfiguren.
Now that I like, that was unexpected.
In der Episode Foot Loose treffen wir wie üblich auf eine Handvoll fremder Figuren - Tatverdächtige, Hinterbliebene von Mordopfern, Zeugen. Doch dabei bleibt es bei Rizzoli & Isles meist nicht. Wir treffen auch auf Gäste in Korsaks neuer Kneipe und auf bislang unbekannte Angestellte im Polizeirevier wie den Fahndungsbildzeichner.
Wie viele Krimiserien beginnen auch viele Rizzoli & Isles-Episode damit, dass wir einen kurzen Einblick in das Leben unbeteiligter Figuren bekommen, die lediglich einen Sinn verfolgen: den Fund einer Leiche beziehungsweise die Entdeckung einer anders gearteten Straftat. Das Paar, das wir zu Beginn von Foot Loose am Strand treffen, erzählt uns nichts über sich, und doch ist es ein gutes Beispiel für das Talent der Serienmacher.
Sie spielen keine weitergehende Rolle in den Ermittlungen, sie bekommen nicht einmal eine Befragungsszene, in der sie sich bestürzt zeigen können. Und doch, für diesen kurzen Moment, den wir sie begleiten, erscheinen sie glaubwürdig, fast schon ein bisschen mehrschichtig. Der Junge neckt seine Freundin, sie tut ein bisschen prüde, um einer Sache zu entgehen, auf die sie keine Lust hat. Doch in den wenigen Minuten zeigen die beiden auch andere Seiten von sich, den Mittelfinger im Fall des Mädchens und das Lob des Jungen dafür zum Beispiel.
Der Sinn hinter Szenen dieser Art ist es, zu zeigen, wie das Unglaubliche in den normalen Alltag einbricht. Menschen, mit denen man sich identifizieren kann, finden eine Leiche oder auch nur einen Fuß, wie in diesem Fall.
Bei Rizzoli & Isles funktioniert das Schema, denn die Figuren sind gut besetzt, und sie bekommen mehr als dümmliche Übergangssätze zu sagen und zu schreien. Diese kleinen Szenen zeigen, wie gut das Produktionsteam zusammenarbeitet und wieviel Wert auf Details gelegt wird. Angefangen beim Castingteam, das immer wieder interessante Darsteller ausgräbt, über die Autoren, die auch den Randerscheinungen passende Charakteristika und interessante Sätze verpassen, bis hin zur Regie, die mittlerweile ihren eigenen Stil gefunden hat.
Noch stärker als die Figuren, die unmittelbar mit dem Fall zu tun haben, sind diejenigen, deren Daseinszweck wir nicht so schnell erkennen. In der Episode Foot Loose ist das unter anderem der Polizeizeichner, dem Jane aus Versehen einen Wunsch erfüllt, indem sie ihn feuern lässt. Er tritt wie der dreisteste Mensch unter der Sonne auf, doch später zeigt sich, dass er zudem noch ein bisschen verrückt ist. Er ist kein guter Kollege, aber ein interessanter Mensch. Falls sein einziger Zweck war, Jane (Angie Harmon) in eine Comicsuperheldin zu verwandeln, haben die Serienautoren das mit Liebe zum Detail vorbereitet. Vielleicht werden wir ihn aber auch noch einmal wiedersehen, denn auch das ist eine Spezialität bei Rizzoli & Isles. Das Arsenal an amüsanten Figuren, die zum erweiterten Universum gehören und bei Gelegenheit vorbeischauen, ist ebenfalls außergewöhnlich groß.
Mandeln oder Zyankali?
Der Fall der Episode gerät darüber ins Hintertreffen. Kurz sieht es so aus, als wenn man sich bei Krimiautorin Fred Vargas bedient hätte, die in ihrem Roman „Der verbotene Ort“ ebenfalls einen Fall mit mehreren abgeschnittenen Füßen in Schuhen beginnt. Doch die mysteriösen Anschwemmungen von Füßen in Kanada haben dann doch nichts mit dem Fall des Teams in Boston zu tun. Stattdessen steckt ein verrückt gewordener Patient eines Wunderheilers dahinter.
Richtig interessant wird der Fall nicht - vor allem, da der Kunstgriff des Täters, sich als Opfer auszugeben, ziemlich schnell durchscheint.
Doch im Grunde geht es auch in dieser Episode wieder mehr um die privaten Angelegenheiten der Figuren. Während Jane und Maura (Sasha Alexander) wie gewohnt ihre Sprüche austauschen, beschäftigt Angela (Lorraine Bracco) sich weiterhin mit ihrer Zukunft. Die Moral von dieser Geschichte könnte sein, dass das Gute oft so nah liegt. Doch vor allem geht es wohl darum, dass man aus einer Krise am einfachsten mit der Hilfe von Freunden herauskommt. Angela tut sich schwer damit, einen Job zu finden, weil sie nur selten die Gelegenheit bekommt, ihre Kenntnisse zu beweisen. Doch Korsak (Bruce McGill) kennt sie bereits und weiß, dass sie zuverlässig und kompetent ist. Er stellt sie an, als er erkennt, dass sie Spaß an der Arbeit hat.
Die Lehre ist auch, dass man manchmal eine Chance ergreifen muss. Angela kann nur wenig in ihren Lebenslauf schreiben - doch sie hat Lebenserfahrung. Der Job an der Theke spielt ihr in die Hände: Sie kann all das einbringen, was sie auszeichnet. Sie kann gut zuhören, ist empathisch und kann ihre Lebenserfahrung in hilfreiche Ratschläge für andere ummünzen.
Fazit
Die Episode Foot Loose bleibt auf bekanntem Rizzoli & Isles-Niveau: Die Figuren glänzen von den Hauptcharakteren bis zu den Randerscheinungen, der Fall der Woche ist angenehmerweise kaum nervig und lässt genügend Platz für interessante Storylines wie die um den unwilligen Polizeizeichner.
Promo zur Episode „Gumshoe“ (4x15) der US-Serie „Rizzoli & Isles“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 25. Februar 2015(Rizzoli & Isles 5x14)
Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 5x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?