Rizzoli & Isles 5x09

Rizzoli & Isles 5x09

Wie lange kann eine Tote unentdeckt in ihrem Haus liegen? Die Episode It Takes a Village führt uns durch traurige und schöne Momente mit der Rizzoli & Isles-Clique. Wir lernen einmal mehr: Familie ist eben, was man daraus macht,.

In der Not zur Stelle: Maura (Sasha Alexander) und Angela (Lorraine Bracco) am Krankenbett von Jane (Angie Harmon) in der Serie „Rizzoli & Isles“. / (c) TNT
In der Not zur Stelle: Maura (Sasha Alexander) und Angela (Lorraine Bracco) am Krankenbett von Jane (Angie Harmon) in der Serie „Rizzoli & Isles“. / (c) TNT

Die Episode It Takes a Village beginnt mit einer Schreckensnachricht für Jane (Angie Harmon). Viele haben es bereits gemutmaßt: Die Ereignisse in der letzten Rizzoli & Isles-Episode haben dazu geführt, dass Jane das Baby verloren hat. Trotz oder gerade durch dieses furchtbare Ereignis zeigen die Serienautoren uns zahlreiche traurig-schöne Momente mit unserem Lieblingsermittlerteam.

Tabuthema

Ein Baby für Jane wird es also fürs Erste nicht geben. Durch die Episode It Takes a Village merkt man ihr den Schock deutlich an. Es ist eine der wenigen Situationen, die wir in der Serie Rizzoli & Isles bisher gesehen haben, in der Jane nicht weiß, was sie sagen soll. Es ist ihre beste Freundin Maura (Sasha Alexander), die ihr die traurige Nachricht überbringt, und das bringt bereits jede Menge Trost mit sich. Wenn jemand so gute Freunde hat, dass sie Tag und Nacht am eigenen Krankenbett sitzen und auf das Aufwachen warten, dann kann einen nichts so einfach umhauen.

Eine weitere, wichtige Hilfe ist, wie immer, Mutter Angela (Lorraine Bracco), die den Ereignissen den Schrecken ein bisschen dadurch nimmt, dass sie ihre Tochter nicht alleine lässt. Sie hat dasselbe durchgemacht, was damals durchaus noch als Tabuthema galt. Doch Angela durchbricht das Schweigen und öffnet sich. Sie zeigt damit, dass es auch nach einem solchen Erlebnis weitergeht. Sie rät Jane, mit jemandem darüber zu reden. Doch Jane ist jemand, der Zeit braucht, sich emotional mitzuteilen, wenn etwas sie selbst betrifft. Durch das Gespräch mit Angela zeigen die Autoren auf, was das Richtige ist, was man tun sollte, und schaffen es trotzdem, den Charakter Janes nicht zu brechen. Sie bleibt auf Distanz zu den eigenen Gefühlen und hält sich an der Normalität fest. Früher oder später werden wir wahrscheinlich ein Gespräch über den Verlust des Babys erleben.

Dass die Story um das Baby damit fürs Erste abgeschlossen ist, fühlt sich im Grunde folgerichtig an. Eine Mutterrolle in das Leben von Jane zu integrieren, wäre schwierig geworden. Auch wenn wohl alle darin übereinkommen, dass sie es mit Hilfe ihrer Freundin Maura und ihrer Familie sicher geschafft hätte.

In der Episode It Takes a Village nimmt Jane sich die unfreiwillige Auszeit, um sich um Tasha (Jaz Sinclair) zu kümmern. Dass die Krankenschwester eine Rolle dabei spielen wird, ist früh klar. Sie wird uns schon als perfekte Mutter vorgestellt, herzlich, aber auch mit klaren Regeln. Mit so einem Vorbild kann man eigentlich nicht vermeiden, ein wohlerzogenes, emotional gesundes Kind zu werden. Tasha hat also den Jackpot gezogen, alle sind glücklich. Interessant daran ist, dass es für einen Moment so wirkt, als ob Jane selbst das junge Mädchen aufnehmen will. Auch das wäre eine gute Möglichkeit gewesen, die Rizzoli & Isles-Clique zu erweitern. Doch so weit gehen die Macher dann doch nicht. Jane kümmert sich, sie ist die Retterin in Ausnahmesituationen, die Krankenschwester übernimmt den Alltag. Man darf hoffen, dass wir beide, Tasha und ihre Adoptivmutter, im Verlauf der Serie noch das eine oder andere Mal wiedersehen werden.

Für Jane ist der größte Trost, dass sie Menschen um sich versammelt hat, die sie so gut kennen und ihr genau so begegnen, wie es am besten für sie ist. Der Schock sitzt tief und für lange, emotionale Gespräche ist sie noch nicht bereit. Also kommt die Familie mit Erweiterungen vorbei, um gemeinsam ein Spiel zu schauen. Manchmal reicht es, einfach füreinander da zu sein. Man muss nicht zwangsläufig alles aussprechen, selbst durch die Mattscheibe fühlen wir die Liebe, die die Fünf füreinander empfinden.

Einsamkeit

Ganz anders ergeht es dem Mordopfer in der Episode It Takes a Village. Eine Tote, die mehrere Jahre unbemerkt in ihrem Haus liegt, ein habgieriger Mörder aus dem Familienkreis und mindestens zwei ruchlose Gelegenheitscharakterschweine, die in dem Tod eines Menschen lediglich den eigenen Vorteil sehen.

Es ist eine traurige Geschichte, die uns auf andere Art zeigt, wie wichtig es ist, die Verbindungen zu Freunden und Familie zu pflegen. Andernfalls könnte man ebenfalls jahrelang alleine vegetieren, eine Sache, der wohl nur Maura eine positive Seite abgewinnen kann. Das spätere Mordopfer wollte zu Lebzeiten offenbar auch keine Kontakte zu anderen, sie war nach allem, was wir wissen, keine traurige Person, die sich nicht traute. Sie hat ihren Weg selbst gewählt. Anhand der Rizzoli & Isles-Clique sehen wir, wie man es anders macht und was das für Vorteile haben kann, wenn man in eine Ausnahmesituation gerät wie Jane nun.

Fazit

Die Episode It Takes a Village bringt die traurige Nachricht von der Fehlgeburt, aber wie immer in der Serie Rizzoli & Isles führt Trauer auch zu Trost und der Gewissheit, dass man nie ganz einsam sein kann, wenn man eine liebevolle Familie und gute Freunde hat. Wenn man das nicht hat, kann es schnell böse ausgehen, wie wir am Fall der Woche sehen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 13. August 2014
Episode
Staffel 5, Episode 9
(Rizzoli & Isles 5x09)
Deutscher Titel der Episode
Du bist nicht allein
Titel der Episode im Original
It Takes a Village
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 12. August 2014 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 18. März 2015
Autoren
Ken Hanes, Jan Nash
Regisseur
Michael Katleman

Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 5x09

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