Rizzoli & Isles 3x08

Rizzoli & Isles 3x08

Die Episode Cuts Like a Knife startet mit einer Braut, der auf dem Weg zum Altar die Kehle durchgeschnitten wird. Doch schnell wandelt sich die skurrile Szenerie zum realistischen Horrorszenario. Immerhin dürfen wir an Mauras Hochzeitsträumereien teilhaben.

Ein eingespieltes Team: Maura (Sasha Alexander) und Jane (Angie Harmon) in der Serie „Rizzoli & Isles“. / (c) TNT
Ein eingespieltes Team: Maura (Sasha Alexander) und Jane (Angie Harmon) in der Serie „Rizzoli & Isles“. / (c) TNT

Es beginnt mit einer Braut wie aus dem Horrorfilm. Sie taumelt mit durchschnittener Kehle in eine billige Kapelle, wo ihr Verlobter und eine Handvoll Gäste warten. Die Skurrilität dieser Szene führt jedoch überraschend zu einem realistischen Horrorszenario, dem Leid der osteuropäischen Mädchen, die mit falschen Versprechungen in die USA gelockt werden und dort als Zwangsprostituierte ihr Dasein fristen müssen.

Der Fall als verstörendes Horrorszenario

Rizzoli & Isles steigt damit in ein Thema ein, das bedrückt und nicht unter dem Mantel der Fiktionalität abgehandelt werden kann. Deswegen wird in der Episode eine weitere Abteilung eingeführt, die sich mit Menschenhandel und Zwangsprostitution beschäftigt. Der dortige Agent ist vor allem dafür da, Fakten kurz und bündig an die Detectives sowie an den Zuschauer weiterzugeben, die Zusammenarbeit bleibt oberflächlich. Auch das Leid der Opfer bleibt mehr oder weniger abstrakt. Ein kurzer Einblick in eines der Häuser, in denen die Opfer gefangen gehalten werden und eine weinende Frau, viel näher geht die Serie nicht ran.

Trotzdem ist es verstörend, in einer ansonsten eher leichten Serie auf diese Art von Menschenhandel hingewiesen zu werden. Werden doch hier die Kriminalfälle in der Regel locker und leicht abgehandelt, um sich wieder dem (für die Zuschauer) wirklich interessanten zu widmen: Dem Privatleben der Ermittler.

Anya ist tot bevor wir sie kennenlernen können, doch über ihre Schwester lernen wir einiges. Logischerweise endet die Episode Cuts Like a Knife mit einem Happy End für die junge Frau aus Osteuropa. Jane (Angie Harmon), Frost (Lee Thompson Young) und Korsak (Bruce McGill) greifen im genau richtigen Moment ein, mitten in der Versteigerung.

Und am Ende darf der fremde Agent noch darauf hinweisen, dass seine Arbeit nur selten von diesem Erfolg gekrönt ist und daran erinnern, dass viele Mädchen und Frauen mehr dieses Schicksal weiterhin ertragen müssen.

Es fühlt sich etwas an wie ein moralischer Zeigefinger, eine offensichtliche Erinnerung daran, was alles schief läuft. Besonders für die US-Zuschauer, vor deren Haustür diese Verbrechen geschehen. Janes Überraschung, dass die Brandmarkierung dem Mordopfer in den USA zugefügt wurde, nimmt den voraussichtlichen Schock der Zuschauer auf. Der Horror geschieht nicht weit entfernt in barbarischen Gegenden, sondern bricht in die sich als „frei“ feiernde Welt ein. Kein leichter Stoff für eine unterhaltsame Krimiserie.

Der Fall als Versammlung von Exzentrikern

Dass der Zuschauer sich nach dieser Episode nicht mit einem durchgehend depressiven Ausdruck vom Fernseher abwendet, ist dem ausführlichen Kontrastprogramm der Autoren zu verdanken. Je nach Vorliebe stehen dabei an erster, zweiter oder dritter Stelle die extravaganten Figuren, die mit dem Fall in Verbindung stehen. Die durchgedrehte Ex-Verlobte des Bräutigams Vicky (Whitney Anderson), die angesichts der Todesnachricht in Lachen ausbricht oder der Sexualstraftäter, der als Augenzeuge auf ganzer Linie versagt.

Auch abseits des Falles verbindet die Episode Cuts Like a Knife wieder einmal Ernsthaftes mit Amüsantem. Frankie Jr. (Jordan Bridges) und Frost werden unbemerkt immer engere Freunde, nun teilen sie sich gar brüderlich einen „love interest“. Doch die schöne und coole Riley (Daniella Alonso, One Tree Hill) entpuppt sich schnell als Drogendealerin und damit besonders für Frankie Jr. sogar als mögliche Karrierebremse.

Doch für den Zuschauer ist eine wunderbare Szene drin, in der sich Jane und Maura den „“ von Frankie Jr. und

Frost erklären lassen.

Auch Angelas Bemühungen, ihrem Sohn die Beförderung zu sichern, regen schon mal zu einem Lächeln an.

Die Freundschaft in Bestform

Nach dem großen Streit Anfang dieser Staffel, sind die Titelheldinnen längst wieder in Bestform. Das Brunch-Outfit, ihre extrem detaillierten Hochzeitsträumereien und ihre weniger hilfreiche Unterstützung in einem Verhör - Maura (Sasha Alexander) ist in komödiantischer Höchstform.

Ein besonderes Schmankerl ist jedoch wieder einmal die Schlussszene, in der Jane ihre Version eines Hochzeitstraumes offenbart.

Auf der einen Seite stehen die Frauen aus armen Familien, aus schlechten Verhältnissen, die in für sie fremde Länder verschleppt und ausgebeutet werden. Für Anya wäre die Hochzeit mit Seth wohl das Happy End eines Alptraums gewesen. Auf der anderen Seite steht Vicky, die mit allen Möglichkeiten geboren, die Ehe als ihr Lebensziel auserkoren hat.

Dem gegenüber bilden Jane und Maura einen Kontrast, die sich aus freien Stücken gegen eine Ehe entschieden haben.

Fazit

Die unterschiedlichen Leben und Lebensentwürfe gegenübergestellt zu sehen, ist interessant. Der ernsthafte Unterton der Episode knüpft an die Realität an und nicht an einen durchgedrehten Serienkiller, der den Gehirnen der Autoren entspringt.

Dennoch verliert die Serie nicht ihre Balance aus Verbrechen und Spaß. „Cuts Like a Knife“ ist eine weitere gelungene Episode einer ausgewogenen Serie, der man durchaus freudig entgegensehen kann und nur selten enttäuscht wird.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 26. Juli 2012
Episode
Staffel 3, Episode 8
(Rizzoli & Isles 3x08)
Deutscher Titel der Episode
Blutige Hochzeit
Titel der Episode im Original
Cuts Like a Knife
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 24. Juli 2012 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 6. März 2013
Autoren
David Gould, Sal Calleros
Regisseur
Randall Zisk

Schauspieler in der Episode Rizzoli & Isles 3x08

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