Revolution 2x03

Die gute Arbeit seitens der Autoren in dieser zweiten Staffel zahlt sich hier aus und Revolution wartet mit sehr interessanten dramaturgischen Entscheidungen auf. In Love Story zeigt man gewisse Liebe zum Detail und zu dem Stoff, an dem hier gearbeitet wird. Solche kleinen aber wichtigen Twists hatten wir in der letzten Staffel selten bis überhaupt nicht.
Als Erstes überrascht die Entscheidung der Autoren Neville (Giancarlo Esposito) auffliegen zu lassen. The Patriots fungieren damit als ernstzunehmende Feinde und nicht als Pappfiguren, als eine Art dunkle Bedrohung, die aber leicht zu unterwandern und zu bekämpfen ist. Revolution erzählt mit dieser Episode über die Liebe und die damit verbundenen Halbwahrheiten. Neville beteuert seine Liebe zu seiner verstorbenen Frau (falls sie wirklich tot ist) und will nur Rache an Monroe (David Lyons). Mögen die Patriots ihm die Liebe abnehmen, glauben sie zurecht nicht an die Monroe-Rache-Story. Wie schon gesagt, zur Hälfte ist Neville ehrlich, aber ob es reichen wird? Jasons Leben steht auf dem Spiel - zumindest sieht es so aus.
Die zweite interessante Entwicklung, über die man sprechen muss, ist die Entscheidung den Plot mit dem „war clan“ und Titus (Matt Ross) nicht weiter auszudehnen, sondern kurzerhand zum Eskalieren zu bringen und anschließend weitgehend zu beenden.
Titus handelt auch aus Liebe, aber es ist auch nur die Halbwahrheit. Es erweist sich, dass er Menschen buchstäblich ausbluten lässt, um seine kranke Frau am Leben zu erhalten. Der neue unfreiwillige Spender heißt Miles (Billy Burke). Aber Rachel (Elizabeth Mitchell) - die viel aktiver ist als wir sie in der Premiere gesehen haben -, eilt zur Hilfe. Aus Liebe? Vermutlich. Aber Titus selbst will nicht die Wahrheit akzeptieren. Das erfahren wir schnell nachdem Miles, Rachel & Co. Titus' Frau als Druckmittel gegen Titus entführen. Miles bietet Titus sich selbst und die Frau als Tausch für das Leben aller in der Stadt an.
Nur seine Frau will gar nicht zu ihm. Sie will nicht, dass er sich weiter um sie „kümmert“. Auch bei der Entscheidung sich das Leben nehmen zu lassen, sind die Autoren konsequent. Und dieser Twist sorgt für eine Menge blutige Action. Diese endet mit einem Pfeil in Rachels Oberkörper. Es sind ja ausgerechnet die Patriots, die die Lage retten, bevor Titus Leute die komplette Stadt abschlachten.
Die Frage ist: Warum retten sie Miles & Co., aber gleichzeitig Kopfgeld auf Rachel aussetzen? Die Frage bringt uns zu einem anderen Paar, das sich auf der Reise befindet. Im Grunde bedient sich Revolution in dieser zweiten Staffel dem Road-Movie-Prinzip und schickt die Figuren auf unterschiedliche Reisen, die doch in Verbindung miteinander stehen.

Charlie (Tracy Spiridakos) und Monroe wollen gar nicht miteinander zu tun haben, aber ihre Wege kreuzen sich ständig. Monroe bietet ihr hier Frieden an, aber Charlie will ihn einfach tot sehen. Bis er ihr zeigt, dass The Patriots auf ihre Mutter Kopfgeld ausgesetzt haben. Er bietet seine Hilfe an. Nur Charlie bleibt Charlie und lehnt ab. Das Gefühl sagt uns aber, dass diese beiden, ob es ihnen gefällt oder nicht, zusammenarbeiten werden.
Nachdem Charlie und Monroe in der ersten Staffel zu den eher missratenen Figuren gehörten, sind sie jetzt nahezu genießbar in dieser neuen Konstellation. Die Richtung, die die zweite Staffel insgesamt einschlägt, kann am besten anhand der Titeln dieser letzten zwei Episoden beschrieben werden: „There will be Blood in the Love Story...“
Verfasser: Mariano Glas am Samstag, 12. Oktober 2013(Revolution 2x03)
Schauspieler in der Episode Revolution 2x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?