Revolution 1x02

Das passiert in der Revolution-Folge Chained Heat:
Miles (Billy Burke), Charlie (Tracy Spiridakos), Aaron (Zak Orth) und Maggie (Anna Lise Phillips) sind auf dem Weg, um Danny (Graham Rogers) aus der Hand der Miliz und aus den Fängen von Captain Neville (Giancarlo Esposito) zu befreien. Unterwegs bekommt es Miles jedoch mit einem Kopfgeldjäger zu tun. Es ist kein größeres Problem, ihn zu überwältigen. Als Miles ihn jedoch töten will, kommt Charlie ihm mit moralischen Bedenken in die Quere. Die sich später noch rächen, als der Kopfgeldjäger ihnen plötzlich mit einem Haufen seiner Kumpane erneut gegenübersteht.
Miles weiß, dass sie es mit der Miliz nicht allein aufnehmen können, und ist deshalb auf der Suche nach der Sprengstoff-Spezialistin Nora (Daniella Alonso), die, wie er erfährt, selbst von der Miliz gefangen genommen wurde. Miles bricht allein auf, um Nora zu finden und zu befreien. Doch Charlie lässt sich nicht abschütteln. Von ihren beiden Begleitern im Stich gelassen, machen sich Aaron und Maggie auf den Weg, jene mysteriöse Grace (Maria Howell) zu finden, die vielleicht etwas über die Ursache des Blackouts weiß - und der Aaron das Medaillon von Ben (Tim Guinee) geben soll...
Das Zweite-Folge-Syndrom
Chained Heat zeigt deutliche Symptome des Zweite-Folge-Syndroms. Man kennt das ja: Der Pilot einer Serie ist oft clever, wendungsreich - und voller Schauwerte. Aber die zweite Folge kann da oft nicht so ganz mithalten. Ausnahmen wie im vergangenen Jahr Once Upon a Time bestätigen hier die Regel. Chained Heat ist deutlich langsamer erzählt als der Pilot. Mit vielen Szenen oder ganzen Handlungssträngen, die wenig oder nichts zur Haupthandlung beitragen, sondern mehr daran erinnern sollen: Ach, die Figuren gibt es ja auch noch! Und daneben natürlich zur Exposition beitragen.
Nehmen wir nur einmal den ganzen Plot um Neville und den Farmer, der auf einen der Soldaten schießt. Wir lernen Neville besser kennen (unter anderem über sein Selbstverständnis, dass er sich als letzte in dieser Welt verbliebene ordnungsstiftende Instanz sieht). Und nebenbei ruft der Plot noch einmal in Erinnerung, was im Pilot schon erwähnt worden, manchen Zuschauern aber vielleicht noch nicht so ganz klar geworden ist: Das Problem in Revolution ist nicht, dass der Stromausfall das Herstellen von Schusswaffen oder Munition unmöglich gemacht hat, sondern das von Präsident = Diktator Monroe (David Lyons) erlassene Verbot, welches Privatpersonen, die Schusswaffen führen, mit der Todesstrafe bedroht. Und offenbar gilt selbst innerhalb der Miliz, dass nur erwiesenermaßen loyale Mitglieder Schusswaffen tragen dürfen. Waffen sind hier keine Frage der Herstellbarkeit, sondern der Macht.
Kill, Baby, Kill!
Im Vorfeld von Revolution ist - unter anderem während der TCA Press Tour - viel darüber gesprochen worden, ob die Serie einen politisch linken Einschlag zur Schau stellen wird. Was hier in puncto Waffen zum Tragen kommt, entspricht allerdings weitaus eher der ultrakonservativen Vorstellungswelt: Wenn wir die Waffen aus der Hand geben, dann werden wir eines Tages Opfer einer bösartigen Regierungsgewalt, die darüber hinaus auch noch die Vereinigten Staaten von Amerika abschafft. Man könnte fast meinen, die Warnung von Chuck Norris über die endzeitlichen Folgen einer Wiederwahl von Präsident Obama dort hindurchzuhören.
Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Charlie-Plot sich im Wesentlichen nur um einen Punkt dreht: Nämlich ihr endlich die vermaledeite Hemmung vor dem Töten zu nehmen. Tatsächlich tötet sie am Ende zwei Milizionäre. Allerdings bleiben ihre Zweifel, ob das wirklich der richtige Weg ist. Immerhin.
Dem Klischee auf den Fersen
Ansonsten ist der Plot mit ihr allerdings vor allem dazu geeignet, den Zuschauer zu nerven. Vielleicht liegt das auch nur daran, dass wir das schon zu oft in Serien gesehen habe. Eine Figur soll irgendwo warten, aber muss sich dann natürlich trotzdem blindlings in die Gefahr stürzen. Die Rückblende zu Beginn, in der Rachel (Elizabeth Mitchell) ihre Tochter anweist, immer auf ihren kleinen Bruder acht zu geben, soll das wohl motivieren. So richtig will das aber nicht gelingen.
Wenigstens für einen überraschenden Moment ist der Plot immerhin gut: Gerade als Charlie die Böschung herunterstürzt und sich den Fuß zu verstauchen scheint (und man geneigt ist, „Hallo, Kim Bauer!“ zu rufen), da erweist sich das als eine von ihr geplante Finte, um den Milizionär, der nicht Nate heißt (J.D. Pardo), in eine Falle zu locken. Angesichts der sehr realen Möglichkeit, sich tatsächlich den Fuß zu verstauchen, nicht gerade der unriskanteste Plan. Aber zumindest ein netter Abstecher vom Klischee.
Ein weiteres Symptom des Zweite-Folge-Syndroms: Auch die überraschenden Wendungen haben gegenüber dem Pilot deutlich nachgelassen. Während das Auftauchen von Randall - wer immer das ist, er hat auf jeden Fall Strom - einen noch aufhorchen lässt, ist die Enthüllung, dass Charlies Mutter noch am Leben ist, dagegen ein eher dürftiger Cliffhanger. Denn das sie tot ist, hatte ohnehin niemand nach der Pilotfolge angenommen. Immerhin erklärt das, warum Neville, nachdem Ben gestorben ist, stattdessen Danny mitgenommen hat: Weil Monroe ein Druckmittel braucht, um Rachel zum Reden zu bewegen.
Fazit
Viel Exposition, viel Herumwandern in Wald und Wiese, wenig greifbarer Handlungsfortschritt. Chained Heat nimmt spürbar Tempo und leider auch Spannung aus Revolution heraus. Charlie ist bislang zu klischeehaft gezeichnet, um als echte Sympathieträgerin zu funktionieren. Das Einzige, was den Zuschauer bislang und immer noch packt, ist die faszinierende Grundidee. Und vielleicht noch die sehr ansehnlich umgesetzten Actionszenen. Da sollte lieber noch ein bisschen mehr kommen.
Trailer zu Folge 1x03 „No Quarter“
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 26. September 2012(Revolution 1x02)
Schauspieler in der Episode Revolution 1x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?