Revenge 2x18

Man kann Maskerade als eine der drei soapigsten Episoden in Revenges Geschichte nennen. Das Drama als Melodram, es gehört zur Serienprämisse over the top zu sein, aber auch dafür gibt es eine Grenze des Erträglichen und hier wurde sie eindeutig überschritten. Victorias (Madeleine Stowe) jährlicher Maskenball ist das Ereignis der Episode und gleichzeitig das Ereignis, das sie so orientierungs- und ziellos erscheinen lässt.
Emilys Ansage sich nur und nur ihrer Rache zu widmen, sehen wir hier in der Ausführung. Sie fängt damit an, Victoria mit der Wahrheit über ihren zweiten Sohn unter Druck zu setzen und gleichzeitig kündigt sie an, mit ihrem anderen Sohn, Daniel (Joshua Bowman), wieder romantisch involviert zu sein. Emily (Emily VanCamp) kann tatsächlich sehr perfide sein, wenn sie will.
Die elf schwarzen Rosen, die sie Victoria schicken ließ, sind der Beweis dafür. Emily will Victoria glauben lassen, dass der verschollene Sohn auf der Party anwesend sein wird, aber dahinter versteckt sich der Plan aus Victoria die Information herauszubekommen, wo sie das Baby damals abgab. Und sie hat Erfolg. Aber wird sie den Sohn tatsächlich ausfindig machen.
Aber abgesehen von dem Maskenball ist das große Ereignis die Nachricht, dass Padma (Dilshad Vadsaria) tot ist. Nolan (Gabriel Mann) ist am Boden zerstört und jetzt ist Emily an der Reihe, ihn zu trösten. Es ist immer gut für die Serie, wenn Emily und Nolan füreinander da sind. Ihre Beziehung ist seit dem Anfang immer inniger geworden. Auch wenn es nach einem Zerwürfnis wegen Padmas Tod aussah, bringt sie diese weitere Tragödie noch näher zusammen. Im Grunde sind Nolan und Emily das Zentrum der ABC-Serie und es ist gut so.
Diese zweite Staffel hat bisher gerade unter der Distanz zwischen den beiden gelitten, da sie in unterschiedlichen Nebengeschichten verwickelt wurden, die für die perfiden Nolan-Emily-Racheplots kaum Zeit übrig ließen. Emily nimmt die Schuld für Padmas Tod auf sich und versucht Nolan zu trösten.
Er seinerseits spricht aus, was wir schon längst wussten - er liebt sie wie eine leibliche Schwester. Und Emily nimmt es hin. Das ist der Unterschied zu der ersten Staffel, in der sie sich immer wieder weigerte, eine solche emotionale Verbindung zu haben.
Was dagegen keine emotionale oder eine Verbindung einer anderen Art aufweist, ist der Plot um die Americon Initiative. Angeblich ziehen sie sich aus Grayson Global zurück, aber ihr Plan bleibt bestehen, der ... nun, keiner weiß mehr, als das. Immerhin dürfen jetzt Emily und Daniel ihre Wiedervereinigung öffentlich machen. Das erfreut Victoria keinesfalls, aber noch weniger erfreulich für alle Beteiligten ist Jack (Nick Wechsler), der seine eigenen Rachepläne hegt.

Man muss zugeben - die Handlungen um ihn waren schon immer absurd, aber anstatt eine tragische Figur zu sein, wirkt er unfreiwillig komisch in allem, was er anstellt. Jetzt holt er auch noch Ashley (Ashley Madekwe) an Bord seiner Revenge-Fahrt. Da haben sich zwei Figuren zusammen gefunden, die zu den großen Schwächen von „Revenge“ gehören.
Ob daraus tatsächlich etwas Gutes herauskommen wird? Kurz vor dem Finale ist Revenge von Melodram überflutet und scheint vergeblich nach Luft zu schnappen.
Verfasser: Mariano Glas am Mittwoch, 17. September 2014(Revenge 2x18)
Schauspieler in der Episode Revenge 2x18
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