Rel: Review der Pilotepisode der neuen Sitcom von FOX

© il Rel Howery ist Entwickler und Hauptdarsteller der Serie „Rel“ (c) FOX
Worum geht es genau?
Rels (Lil Rel Howery) Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als er von der Affäre seiner Frau mit seinem Friseur erfährt. Sie verlässt ihn und zieht mit den Kindern nach Cleveland. Rel bleibt in Chicago zurück und muss versuchen, wieder auf die Beine zu kommen (und seine Wohnung neu einzurichten). Zur Seite stehen ihm dabei sein kleiner Bruder Nat (Jordan L. Jones), der seit kurzem wieder auf freiem Fuß ist, und sein Vater (Sinbad), der ziemlich enttäuscht von seinen beiden Kindern ist. Ob die zwei wirklich mehr helfen als hindern, ist allerdings fraglich. Zum Glück ist da noch Rels beste Freundin Tiffany (Jessica Moore), die ihn immer mal wieder auf die richtige Bahn lenken kann.
Wie ist es umgesetzt?
Mit Starpower kann diese Serie nicht aufwarten. Mit Ausnahme von vielleicht Lil Rel Howery, der eine Nebenrolle in dem Blockbuster „Get Out“ hatte, ist keiner der Schauspieler bekannt. Was nicht heißen soll, dass sie schlecht sind, aber in ihren Rollen glänzen sie auch nicht. Das komödiantische Timing klappt jedenfalls bei den meisten.
Zu sagen, die Handlung ist zweitrangig in der Serie, ist fast schon übertrieben. Der Plot dient nur dazu, ein Gerüst für die situational comedy (siehe: Sitcom) zu haben. Langsam plätschert die Episode dahin, ohne wirklich einen Höhepunkt oder einen Zielpunkt zu haben. Nichts scheint hier von irgendwie größerer Bedeutung zu sein. Was den Humor angeht, hat die Show ihre Höhen und Tiefen. Manche der Witze landen, andere nicht. Der Lautstärke nach hat den Livezuschauern die Comedy gefallen, aber als TV-Episode fallen viele Szenen flach und manche der Pausen sind zu lang, was auch am Editing liegen kann. Der Rhythmus der Show passt einfach nicht ganz.

Und das Zwischenmenschliche?
Die Beziehungen in der Serie sind eine Schwäche, weil die Charaktere unglaubwürdig geschrieben sind. Ja, in Sitcoms sind alle Charaktere und Situationen überzogen, aber die Beweggründe der Figuren müssen nachvollziehbar sein, was dem Piloten von „Rel“ ganz klar fehlt. Ein gutes Beispiel dafür ist Rels Vater. Erstens scheint er ein größeres Problem damit zu haben, dass Rel von seiner Frau verlassen wurde, als dass sein anderer Sohn ein Ecstasy-Dealer war! Zweitens betont er zwar mehrmals, was für eine Enttäuschung seine Söhne für ihn sind, aber weder führt diese Enttäuschung zu irgendetwas noch erhält man als Zuschauer wirklich den Eindruck, dass er verärgert über das Versagen seiner Söhne ist.
Einige der Probleme werden viel zu schnell abgehandelt. Der Konflikt von Rel mit seinem Friseur wird innerhalb einer Szene gelöst. Dafür, dass er seine Familie verloren hat, scheint er wirklich schnell über die ganze Sache hinwegzukommen, was noch mal ein Problem an sich ist. Dass seine Frau und Kinder ihn verlassen haben, ist für Rel offensichtlich nicht so schlimm wie der Schaden, den sein Ruf dadurch bekommen hat. Und falls ihn das nicht schon unsympathisch genug macht: Was ist Rels Plan, um seine „Ehre" wiederherzustellen? Klar: die Freundin des Friseurs zu verführen. Dafür, dass Rel der Protagonist sein soll, machen ihn seine Handlungen nicht gerade liebenswert.
Fazit
An manchen Stellen kann man erkennen, was die Macher der Serie zeigen wollten, aber meistens bleibt die Pilotepisode unter dem Standard mit einer sehr zweifelhaften Story. Für ein paar Lacher ist die Serie gut, aber im Großen und Ganzen ist „Rel“ unterdurchschnittlich und leicht zu vergessen.
Der Trailer zu „Rel":