Pretty Little Liars - The Perfectionists: Review der Pilotepisode

Pretty Little Liars - The Perfectionists: Review der Pilotepisode

Die aus Pretty Little Liars bekannte Alison nimmt in der Stadt Beacon Heights einen Job an. Neue Stadt, alte Muster? Haben die mysteriösen Ereignisse von PLL: The Perfectionists wieder Guilty-Pleasure-Potential oder bedient die Serie sich als billiger Abklatsch nur der Fanbase ihres Vorgängers?

Szenenfoto aus „Pretty Little Liars: The Perfectionists“ (c) Freeform
Szenenfoto aus „Pretty Little Liars: The Perfectionists“ (c) Freeform
© zenenfoto aus „Pretty Little Liars: The Perfectionists“ (c) Freeform

Obwohl die neue Serie Pretty Little Liars: The Perfectionists auf einer anderen Romanreihe der Autorin Sara Shepard basiert und sich auch an ein Publikum ohne Pretty Little Liars-Hintergrundwissen richten soll, kommen wir nicht umhin, die beiden Dramaserien einem Vergleich zu unterziehen. Schließlich bedient sich die neue Serie von Freeform nicht nur dem Namen ihres Vorgängers, sondern auch zwei seiner bekannten Charaktere: Alison DiLaurentis (Sasha Pieterse) und Mona Vanderwaal (Janel Parrish). Ihr wird somit nicht nur ein großes Medieninteresse zuteil, sondern sie kann auch nahtlos an die Fanbase ihres Vorgängers anknüpfen. Solltet Ihr nicht zu dieser zählen, braucht Ihr Euch an dieser Stelle nicht abzuwenden. Die Durchführung ist zwar eine ähnliche, die Story jedoch komplett unabhängig von „PLL“.

They're watching

Die Studenten der Elite-Universität BHU (Beacon Heights University) stehen unter einem enormen Leistungsdruck und müssen neben ihren akademischen Leistungen auch noch ihr verworrenes Privatleben meistern. Was der Zuschauer schon weiß? Einer von ihnen wird dem Druck nicht standhalten können und es wird Tote geben. Von diesen Ereignissen noch nichts ahnend kommt Alison neu in die Stadt und tritt ihren Job als Professorin an. Als früheres Mean-Girl der Schule weiß sie, was psychische Kontrolle bedeutet und wie man auch die rebellischsten Schüler in den Griff bekommt.

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Doch schnell stellt sich heraus: Diese werden gar nicht ihre größte Herausforderung sein. Nicht nur, dass ihre alte Bekannte Mona plötzlich ebenfalls an der BHU arbeitet, sie erfährt zudem, dass sie enorme Ähnlichkeit mit der Gründertochter der Uni hat - welche sich umgebracht hat. Und in deren Haus Alison nun wohnt. Es besteht jedoch kein Grund zur Sorge, denn der Campus ist mit einem ausgefeilten Sicherheitssystem ausgerüstet. Erinnert etwas an einen Kontrollmechanismus (oder sogar an ein Puppenhaus 2.0)? Egal, kommen wir zu unseren Protagonisten.

I know you won't disappoint me

Was sie alle gemeinsam haben, ist ihr großer Ehrgeiz und die hohen Ansprüche an ihre Leistungen. Dylan (Eli Brown) spielt Cello, ist ungemein klug und führt eine glückliche Beziehung mit Andrew (Evan Bittencourt). Ava (Sofia Carson) beschäftigt sich hingegen mit Mode und Caitlin (Sydney Park) ist die Sportbegeisterte. Eine echte Freundschaft verbindet die drei nicht, was sie trotzdem zu einer Clique macht, ist Nolan (Chris Mason). Der Sohn der Gründerfamilie hat etwas gegen jeden von ihnen in der Hand und schafft es, ihnen regelmäßig seinen Willen aufzwingen. Lediglich Ava führt freiwillig eine Beziehung mit ihm. Diese müssen sie jedoch vor seiner Mutter Claire (Gossip Girl-Star Kelly Rutherford) geheim halten und so verkörpert Caitlin die offizielle Freundin. Dylan muss hingegen die Hausarbeiten der Gruppe erledigen, damit Andrew nichts von seinem Seitensprung mit Nolan erfährt. Der Grundstein für Drama und Hasstaten ist also gelegt.

Während die drei Studenten Nolan für ihr missliches Leben verantwortlich machen und über seinen Tod fantasieren, lernt der Zuschauer auch eine andere Seite von ihm kennen. Da wäre die schwierige Beziehung zu seiner Mutter, deren strenge Erziehung ihn psychisch unter Druck setzt. Kelly Rutherford verkörpert an dieser Stelle mal wieder grandios die unbarmherzige Mutter, die vor allem auf den äußeren Schein achtet. Schnell wird deutlich, dass Nolan in der Story nicht der Bösewicht ist, spätestens, als er von einer unbekannten Person ermordet wird.

Im Vergleich zu „Pretty Little Liars"

Pretty Little Liars: The Perfectionists weist viele bekannte Kniffe auf, die den „PLL“-Fans bekannt sein dürften. Knarrende Türen, ein Rascheln im Gebüsch und die unheimliche Musik, die sich in einem Schreckensmoment entlädt, sind nur einige dieser Stilmittel. Es lassen sich des Weiteren strukturelle Parallelen zwischen der Uni und der Schule oder den Eltern ziehen, die nicht gerade sündenfrei sind. Ein wenig mehr Freiheiten als die Schulmädchen aus „PLL“ genießen sie dennoch, das Publikum ist schließlich mitgewachsen. In diesem Sinne glaube ich, dass jeder, der sich gerne „PLL“ angesehen hat, auch diese Serie mit Spannung verfolgen wird.

Im Gegensatz zu den doch bodenständigen Verhältnissen, in denen Aria, Spencer, Hanna und Emily gelebt haben, treten wir in der neuen Serie jedoch in eine um einiges luxuriösere Welt ein. Es wurde wieder viel Wert auf modische Aspekte gelegt und noch mehr Geld für glamouröse Szenerien ausgegeben. Am Budget und an einer aufwändigen Produktion wurde definitiv nicht gespart...

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Insgesamt scheint die Pilotepisode vor allem das Ziel zu verfolgen, uns grob über die Charaktere aufzuklären und somit über alle möglichen Verdächtigen und ihre Motive. Ein wenig fehlen mir jedoch die Sympathieträger, echte Beziehungen und vor allem eine Möglichkeit, sich mit den Figuren zu identifizieren. Im Vergleich zu den Mädels aus Pretty Little Liars sind einem die reichen und privilegierten Studenten eher unsympathisch und weisen noch keine richtige Chemie untereinander auf. Auch der normale Alltag, der eine Shoppingtour, ein Gespräch im Café oder ein Besuch beim Direktor sein kann, wird in „PLL: The Perfectionists“ vernachlässigt oder ist aufgrund der überdurchschnittlichen Lebensumstände gar nicht erst möglich.

Fazit

Bis jetzt kann es die neue Serie Pretty Little Liars: The Perfectionists noch nicht mit ihrem Vorgänger aufnehmen. Auch wenn sie von der Spannung her auf das gleiche Niveau kommt und wir uns wieder auf gruselige Momente und heiße Romanzen freuen dürfen, muss - vor allem, was die Entwicklung der Figuren angeht - einfach noch einiges passieren. Zehn Episoden hat die erste Staffel, die wieder unter dem Motto „Two can keep a secret... if one of them is dead" steht, dafür noch Zeit.

Der zweite offizielle Trailer zur Pilotepisode Pilot (1x01) des Spin-Offs Pretty Little Liars: The Perfectionists:

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