Person of Interest 5x13

Person of Interest 5x13

Das letzte Kapitel von Person of Interest wird aufgeschlagen. Samaritan versucht, Harolds Virenangriff zu entkommen. Welche der beiden KIs, Samaritan oder die Maschine, wird überleben? Und welchen Preis muss das Team bezahlen?

Finch, Fusco und Reese vor dem letzten Einsatz in „Person of Interest“ / (c) CBS
Finch, Fusco und Reese vor dem letzten Einsatz in „Person of Interest“ / (c) CBS

Das passiert in der Person of Interest-Folge Return 0:

Der Computervirus ICE-9 hat fatale Auswirkungen auf die gesamte vernetzte Infrastruktur der Erde. Die Finanzmärkte kollabieren ebenso wie Teile der Stromversorgung. Samaritan lässt diesen Frontalangriff jedoch nicht unbeantwortet: Auf dem Polizeirevier merken Reese (Jim Caviezel) und Fusco (Kevin Chapman), dass es offenbar auch lange Zeit nach dem Ende von HR immer noch korrupte Kollegen gibt, die sich für ein paar Dollar extra als Exekutionskommando zur Verfügung stellen. Glücklicherweise hat auch die Thornhill Corporation wohl den ein oder anderen Profikiller angeheuert. Jedenfalls werden Reese und Fusco im letzten Moment gerettet.

Finch (Michael Emerson) rekrutiert die beiden für eine letzte Mission: die finale Schlacht zwischen der Maschine und Samaritan. An vermeintlich sicherer Stelle hat Samaritan nämlich eine Kopie von sich gespeichert, welche die Virusapokalypse überleben könnte. Das kann Finch nicht riskieren. Gemeinsam mit Reese dringt er in einen Tresor der Federal Reserve Bank ein, um auch die Kopie von Samaritan mit dem Virus zu infizieren.

Unterdessen halten Shaw (Sarah Shahi) und Fusco im U-Bahn-Versteck die Stellung, um die Maschine gegen die herannahenden Samaritan-Agenten zu verteidigen, darunter auch Roots (Amy Acker) Mörder Jeff Blackwell (Joshua Close). Die Maschine selbst schlägt angesichts der Bedrohung einen gewagten Fluchtplan vor: Sie sprengen die Mauer, welche ihr Untergrundversteck vom übrigen U-Bahn-Schienennetz abtrennt, und fahren einfach mit dem alten U-Bahn-Triebwagen los. Unglücklicherweise gelingt es Blackwell jedoch, an Bord zu kommen.

Bevor es Finch unterbinden kann, schafft es Samaritan, eine komprimierte Kopie auf einen russischen Satelliten hochzuladen. Die einzige Chance, die dem Team Machine jetzt noch bleibt: Es muss versuchen, nun seinerseits eine komprimierte Version der Maschine hochzuladen. Finch bezweifelt die Erfolgsaussichten, schließlich ist die Maschine in den Simulationen Samaritan stets unterlegen gewesen. Doch die Maschine macht deutlich, dass eine Niederlage diesmal schlicht keine Option ist. Es darf einfach nichts schief gehen.

Der Plan hat jedoch einen gewaltigen Haken: Im Umkreis gibt es nur eine Antenne, von der aus man den Satelliten anfunken kann. Und Samaritan hat bereits ein US-Kriegsschiff unter Kontrolle gebracht, mit dem sich wunderbar eine Cruise Missile auf den Standort der Antenne abfeuern lässt. Wer immer den Koffer mit den Basis-Programmen der Maschine nimmt, um sie über die Antenne auf den Satelliten aufzuspielen, begibt sich damit auf eine Selbstmordmission.

Harold schließt John in den Tresorraum ein, da er das unvermeidliche Schicksal allein auf sich nehmen will. Doch da hat er die Rechnung ohne John und die Maschine gemacht...

Haar in der Suppe

Gleich vorweg sei gesagt, dass Return 0 ein ungemein bewegender und alles in allem herausragender Abschied für Person of Interest ist.

Trotzdem kommen wir um ein paar Kritikpunkte nicht herum: In der Handlung selbst ist ja sehr viel von komprimierten Versionen der Künstlichen Intelligenzen die Rede. Extrem verdichtet, ja verkürzt kommt auch die Haupthandlung von Return 0 daher. Die Folge gibt sich nicht die geringste Mühe dabei, dem Publikum zu offenbaren, woher die Figuren die geradezu erstaunlichen Kenntnisse über ihr jeweiliges Gegenüber besitzen.

Samaritan kann auf einmal ohne irgendwelche Probleme die Tarnidentität von Reese durchschauen und das Untergrundversteck der Maschine ausfindig machen. Finch wiederum weiß nicht nur von der Sicherheitskopie, die Samaritan von sich selbst gemacht hat, sondern auch ganz genau, wo diese zu finden ist. Es ist summa summarum doch schon sehr verblüffend, wie Dinge, für welche die Figuren zuvor mindestens eine ganze Folge gebraucht hätten, um sie herauszufinden, nun auf einmal in Nullkommanichts einfach gewusst werden.

Dabei wäre dieses Problem zum Teil leicht zu umgehen gewesen. Die Folge hätte uns ja zum Beispiel nur zeigen müssen, wie das Modul, welches Root in Samaritan eingebaut hat, um die Identitäten des Teams zu beschützen, unter dem Ansturm des Virus ausfällt. Bumm - und schon wäre erklärt gewesen, woher Samaritan plötzlich so gut Bescheid weiß.

Zu wenig Zeit

Letztlich hängt alles am Faktor Zeit. Person of Interest hatte davon einfach nicht genug. Return 0 hätte ein 90-Minüter sein müssen, um tatsächlich beiden Aspekten des Finales hundertprozentig gerecht werden zu können.

Der Abschied von den Figuren nimmt genau den Raum ein, der für ein solches Lebewohl auch nötig ist. Zugleich hat die Serie im Laufe der Zeit - mit einem ganz erheblichen Boost in der fünften und letzten Staffel - an philosophischer Reflektion gewonnen, so dass selbstverständlich auch dieser Dimension - mit der Frage des Sterbens und was darüber hinaus von uns übrig bleibt - der angemessene Platz in der Schlussfolge zukommt. Der Actionplot kommt dadurch in der Ausarbeitung leider deutlich zu kurz, was dann so manche Ungereimtheit zur Folge hat.

Geholfen hätte sicher auch, wenn man - über Blackwell hinaus - einen personalisierten Gegenspieler in der Folge gehabt hätte. Wo ist zum Beispiel der Knirps abgeblieben, durch den Samaritan in der Vergangenheit gesprochen hat? Nach Greers Ableben wäre er schließlich der nächste logische Kandidat auf der Antagonisten-Leiter gewesen.

So bleibt es auch im Finale dabei: Wenn es etwas gibt, das man an der fünften Staffel von Person of Interest kritisieren kann, dann dass sie zu wenig Zeit hatte, ihr ganzes Potenzial zu entfalten. CBS hätte entweder auf die Beibehaltung des Fall-der-Woche-Formats verzichten oder aber der Staffel volle 22 Episoden geben müssen. Der Mangel an Zeit ist das Einzige, was Person of Interest am Ende von formvollendeter Perfektion trennt.

Was, zugegebenermaßen, Jammern auf hohen Niveau ist.

Finalsieger

Normalerweise unterlasse ich es tunlichst, in meinen Reviews verschiedene Serien miteinander zu vergleichen. In diesem Fall komme ich jedoch nicht umhin, weil ich zu beiden Serien die Reviews geschrieben habe und beide innerhalb von nur wenigen Monaten zu Ende gegangen sind. Wenn ich mir anschaue, wie die Macher von The Good Wife den Abschluss ihrer Serie vertändelt haben, wie man in der Sprache des Fußballs wohl sagen würde, obwohl sie 22 Folgen und alle Möglichkeiten der (CBS-) Welt hatten, um zu einem mitreißenden Abschluss zu kommen, dann ist die Leistung, welche Person of Interest in der verkürzten Finalstaffel vollbracht hat, nur um so bemerkenswerter. Ungeachtet aller kleineren Schwächen.

Figuren im Fokus

Return 0 ist an allererster Stelle eine Feier der Figuren von Person of Interest. Wir sehen die Entwicklung, die sie als Charaktere und in ihren Beziehungen zueinander vollzogen haben, was jedoch keineswegs bedeutet, dass sie dadurch jede Ambivalenz verloren hätten. Im Gegenteil: Gerade Finch hat, wie man an seiner eiskalt erpresserischen Taktik beim Eindringen in die Bank erkennt, eher noch an Vielschichtigkeit hinzugewonnen. Oder wie Reese dazu ganz passend kommentiert: „I like this new side of you, Finch. It's terrifying, but I like it.

Wieder und wieder hat Person of Interest Fragen des moralisch richtigen Handelns thematisiert - und sich dabei gegen die Simplifizierung dieser überaus komplexen Materie gesperrt. Finch hat von seiner Prinzipientreue Abstand nehmen müssen, als er erkannt hat, dass die Kosten einer Niederlage schlicht zu hoch wären. Umgekehrt haben Root, Shaw und Fusco durch ihn und Reese überhaupt erst zu (moralischen) Prinzipien gefunden. Root hatte in The Day the World Went Away davon gesprochen, wie sehr die Begegnung mit Harold sie verändert hat, Fusco und Shaw tun dies in Return 0. Sie sind durch ihren Kontakt mit Team Machine zu anderen Menschen geworden.

Gefühle

Fusco war ein korrupter Bulle, der zu einem aufrechten, ja heldenhaften Gesetzeshüter geworden ist. Shaw war eine gefühlskalte Profikillerin, die den Wert des Lebens schätzen und Gefühle für andere Menschen zu entwickeln gelernt hat. Was in beiden Fällen jedoch nicht heißt, dass sie nicht mehr in der Lage wären, das zu tun, was ihrer Ansicht nach getan werden muss. Um sich, seine Familie und Freunde zu schützen, hat Fusco, wie wir jetzt erfahren, den für Samaritan mordenden FBI-Agent aus .exe getötet (und in den Kofferraum verfrachtet, wie es unter Anspielung auf die Pilotfolge der Serie heißt). Shaw wiederum schreitet zum Rachemord an Blackwell.

Auf eine schillernde Art und Weise ist auch das ein Charakterfortschritt. Sie tötet ihn nicht, weil es ihr Auftrag ist, oder weil er für Samaritan gearbeitet hat, Sie tötet ihn, weil er Roots Mörder ist. Und weil sie Gefühle für Root hatte. Mögen einige unserer Leser in den Kommentaren auch daran festhalten, dass Shaw eine Soziopathin ist, welche deshalb zu prosozialen Empfindungen wie Liebe oder Trauer um jemanden gar nicht fähig ist, so halte ich mich an die Charakterzeichnung, wie sie etwa in Razgovor gegeben wurde, wo es hieß: Es sei gar nicht so, dass Shaw keine Gefühle habe, sie seien nur ganz schwach ausgeprägt, wie Stimmen auf einem alten Tonband.

Wir haben bereits in Synecdoche gesehen, wie schwer es Shaw fällt, um Root zu trauern. In Return 0 findet sie schließlich ihren Weg an Roots Grab, doch auch das gibt ihr nicht die Möglichkeit, ihre Trauer auszudrücken. Das ändert sich erst, als die Maschine mit Roots Stimme zu ihr spricht und dabei stellvertretend für Root das letzte Gespräch der beiden Frauen in The Day the World Went Away fortsetzt. Es mag nur eine Träne sein, die da fließt, aber es ist eine Träne. Es ist eine emotionale Reaktion.

Und damit die Vollendung von Shaws Charakterbogen in Person of Interest. Somit ist sie nun auch offenkundig qualifiziert, höhere Aufgaben zu übernehmen - als neue Ansprechpartnerin der Maschine.

Rootine

Bemerkenswert ist die völlige Verschmelzung, die wir in Return 0 zwischen Root und der Maschine erleben. Harold sieht, geschwächt von der Schussverletzung, das Bild von Root vor sich, als er mit der Maschine spricht (wodurch Amy Acker zu einem weiteren Auftritt on screen kommt). Shaw spricht im Zusammenhang von Blackwell sogar davon, dass er derjenige sei, „der Dich umgebracht hat“. Dabei spricht sie mit der Maschine!

Blackwell

Apropos Blackwell: Die Figur des ehemaligen Sträflings, der eigentlich fortan den rechten Weg beschreiten will, dann jedoch von Samaritan in den Abgrund geführt wird und schließlich sogar zu Roots Mörder wird, hätte ungemein davon profitiert, wenn die Autoren mehr Zeit gehabt hätten, sie in ihren Entwicklungsschritten genauer auszuarbeiten.

Bei ihm bleibt am Ende das Gefühl, dass er das Zeug zu einer tragischen Nebenfigur gehabt hätte, wenn bloß mehr Zeit geblieben wäre, diese tragische Verstrickung überhaupt kenntlich zu machen. So bleibt Blackwell eine Figur, in der interessante Ansätze steckten, aus denen dann zu wenig gemacht wurde (beziehungsweise gemacht werden konnte).

Freundschaft

Wenn es um die Figuren von Person of Interest geht, so muss sich Return 0 natürlich auch jener Beziehung widmen, welche von Anfang an im Mittelpunkt der Serie gestanden hat, die zwischen Harold und John. Mr. Spock und der Terminator, wie ich sie ganz zu Beginn meiner Reviews einmal scherzhaft nannte. Aus der anfangs sehr distanzierten und durchaus von (gegenseitigem) Misstrauen geprägten Arbeitsbeziehung ist eine innige Freundschaft entstanden, die sich kaum besser auf den Punkt bringen ließe als im Serienfinale: Jeder der beiden würde selbst den Tod auf sich nehmen, um den anderen dadurch zu retten.

Dass John sogar eine diesbezügliche Verabredung mit der Maschine getroffen hat, ist einer der Momente des PoI-Finales, welche den Zuschauer ganz schön schlucken lassen. Aber es passt zu ihm. Es ist kein 08/15-Heroismus, wie man ihn in jeder beliebigen anderen Actionerzählung sieht, sondern integraler Bestandteil einer Figur, die, wie wir noch mal im Finale sehen, früh ihren Vater verloren und in Harold eine Art zweiten Vater gefunden hat.

Sehr geschickt, das nur am Rande gesagt, ist die späte Auflösung, dass es sich bei dem Jungen am Grab, der zunächst nichts weiter als eine Beispielgeschichte der Maschine für ihre Auseinandersetzung mit dem menschlichen Tod zu sein scheint, tatsächlich um John handelt.

Loyalität

Halb im Scherz sprechen Harold und John in Return 0 davon, dass John seinem Freund etwas schuldig ist, nachdem dieser ihn am Anfang der Folge das Leben gerettet hat. Das ist jedoch keineswegs nur so dahergesagt. Wenn es einen hervorstechenden Charakterzug von John gibt, der von der ersten Staffel an immer wieder von Bedeutung gewesen ist, dann ist dies sein tief empfundenes Gefühl für Dankbarkeit und Loyalität. Man denke dabei nur an die Szene mit der Obdachlosen in Risk.

Harold hat ihn gerettet, als er kurz davor war, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er hat ihm einen Job und eine Aufgabe gegeben. Die Möglichkeit, die Welt zu retten, wenn auch auf andere Art, wie er es sich immer vorgestellt hat. Es ist für John also überhaupt keine Frage, dass er sich an Harolds Stelle opfert. Stimmig ist sein Tod auch insofern, da ja im Grunde von der Pilotfolge an die Ansage war, dass John oder Harold oder beide zusammen den Kampf nicht überleben werden.

Warmherzig

Noch viel berührender als Johns eigentlicher Tod - erst niedergeschossen, dann von einer Cruise Missile in die Luft gejagt, mit kleinerem Kaliber hätten die Macher auch gar nicht erst ankommen brauchen - sind zwei kleine Gesten zuvor: Johns Lächeln, als er sieht, dass sich Harold nun tatsächlich außer Gefahr begibt. Und das sanfte die-Hand-auf-die-Schulter-legen von Root / der Maschine. Obwohl Root dort ja überhaupt nicht steht. Es ist ein fast schon religiös angehauchtes Symbolbild für die Nähe und Gegenwart der Maschine. Sie liegt selbst in ihren letzten Zügen, trotzdem leistet sie John Beistand und ist in seinen letzten Augenblicken bei ihm. Mag in der Folge noch so oft die Rede davon sein, dass jeder allein stirbt. John ist nicht allein.

Deus in Machina?

In der Vergangenheit hat Person of Interest immer wieder den Vergleich zwischen Künstlicher Intelligenz und Gott aufgemacht. Greer sah in den KIs Gottheiten. Und auch für Root war die Maschine eine Art säkular-technologische Göttin. In Return 0 zeigt sich das Göttliche der Maschine neben dem Opfer und der Wiederauferstehung in einer Geste der Caritas. Darüber hinaus ist es nun ausgerechnet die Maschine, die einer existenziellen Sinnhaftigkeit im Akt des Liebens und Erinnerns das Wort redet.

Mit ihren zahlreichen theologisch-philosophischen Implikationen stellt die Serie Person of Interest mühelos Jim Caviezels „The Passion of the Christ“ in den Schatten - und müsste eigentlich noch mal dezidiert unter diesem Aspekt in einem eigenen Artikel analysiert werden.

Person of Interest hätte jedenfalls im Finale kaum eindrücklicher unter Beweis stellen können, wie sehr sich die Serie im Laufe der Zeit auch und gerade in thematischer Hinsicht entwickelt hat: Von einer Actionserie, welche die NSA-Enthüllungen Edward Snowdens vorweggenommen hat hin zu einem Cyber-Thriller rund um die Konsequenzen künstlicher Intelligenz, wodurch sich die Serie schließlich sogar für grundlegende Fragen der menschlichen Existenz - von Freiheit und Verantwortung bis hin zum ewigen Leben - geöffnet hat.

Finale

Mag der Weg zur Auflösung des Plots in der Finalfolge hier und da auch holprig sein. Seien wir mal ehrlich: die - unter dem Spannungsaspekt überlegene - eigentliche Schlacht gegen Samaritan ist bereits in .exe geschlagen worden. Return 0 lässt das Publikum aber trotzdem sehr zufrieden zurück. Ein all zu rosiges Happy End hätte niemals zu Person of Interest gepasst. Samaritan wird zwar besiegt und das Überwachungsprogramm Northern Lights (vorerst?) eingestellt. Der Preis, den das Team dafür zu bezahlen hat, ist jedoch enorm: Nahezu jeder im Team wird schwer verwundet. Reese und die Maschine sterben.

Allerdings gibt es für die Maschine eine Wiederauferstehung. Das - offenbar im Kampf gegen Samaritan siegreiche - Duplikat kehrt aus dem Weltall zurück. Und auf einmal wird klar, an wen die Worte aus der Eröffnungsszene von B.S.O.D. gerichtet gewesen sind. Es ist eine Botschaft, welche die Maschine - auf Tonband! Da ist sie wieder, die Nostalgie der PoI-Produzenten für vermeintlich obsolete Technologien - für ihre Nachfolgerin aufgenommen hat. Mögen die Worte in Return 0 vielleicht auch ein, zwei Mal zu oft wiederholt werden. Die clevere Auflösung am Ende ist diesen Aufwand in der Vorbereitung alle Mal wert.

Harold hat sich die Worte der Maschine zur Liebe zu Herzen genommen und sucht Grace (Carrie Preston) auf. Dass Harold am Ende der Serie seiner großen Liebe wiederbegegnet und sich ihr endlich offenbart, war auf jeden Fall ein guter Schachzug. Grace spielte für Harold eine viel zu große Rolle als dass man sie einfach in der Versenkung verschwinden lassen konnte. Auch hier gilt jedoch: Etwas mehr Zeit, etwas mehr Integration in die Handlung wäre schön gewesen.

Während Harold sein bisheriges Leben hinter sich lässt, bleiben Shaw, Bear und Fusco in New York zurück, möglicherweise als das neue Team Machine für die neue Maschine. Das vielsagende Lächeln von Sameen nach ihrem Telefonat entlässt das Publikum jedenfalls frohen Mutes in die Zukunft. Dabei kommt auch die - nicht zuletzt durch The Good Wife - etwas in Verruf gekommene Zirkelstruktur zum Einsatz, die jedoch sehr dezent Verwendung findet. Genau wie zuvor Reese in der Pilotfolge ist es nun Shaw, die nach einem Blick in die (mittlerweile etwas lädiert wirkende) Überwachungskamera in der hektischen Menge verschwindet, während die Maschine wieder ihrer Arbeit nachgeht.

Fazit

Eine umfassende Würdigung von Person of Interest ist von mir teilweise bereits an anderer Stelle geleistet worden. Und wird nach dem garantiert demnächst noch mal von Beginn einsetzenden Binge Watching noch zu ergänzen sein. Quintessenz dürfte auf jeden Fall sein, dass Person of Interest eine der spannendsten, intelligentesten und zugleich meist unterschätzten US-Serien der vergangenen Jahre gewesen ist.

Das Serienfinale leidet an der knappen Zeit, wodurch der eigentliche Plot im Schweinsgalopp vorüberzieht und seine volle Wirkung nicht ganz entfalten kann. Die große Stärke von Return 0 liegt derweil beim Abschied von den Figuren. Hier trifft die Folge genau die richtigen Noten und treibt den Fans so manche Träne - einige der Trauer, viele aber auch der Rührung und am Ende sogar der Freude - in die Augen.

Die Mängel sollen nicht verschwiegen werden. Es bleibt jedoch das überwältigende Gefühl, dass Person of Interest einen runden Abschluss gefunden hat.

Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 22. Juni 2016

Person of Interest 5x13 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 13
(Person of Interest 5x13)
Deutscher Titel der Episode
Beenden
Titel der Episode im Original
Return 0
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 21. Juni 2016 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 24. Oktober 2016
Regisseur
Chris Fisher

Schauspieler in der Episode Person of Interest 5x13

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