Person of Interest 4x14

Person of Interest 4x14

Nach den Ereignissen der vergangenen Folgen sind Finch und Reese wieder allein. Das heißt: Ganz allein sind sie nicht. Sie müssen die Hilfe, die ihnen angeboten wird, nur annehmen.

Harold (Michael Emerson, l.) und John (Jim Caviezel, r.) auf sich allein gestellt. / (c) CBS
Harold (Michael Emerson, l.) und John (Jim Caviezel, r.) auf sich allein gestellt. / (c) CBS

Das passiert in der Person of Interest-Folge Guilty:

Ohne Shaw (Sarah Shahi) und Root (Amy Acker) an ihrer Seite sind Harold (Michael Emerson) und John (Jim Caviezel) nun wieder ganz auf sich gestellt. Beide sind von dem jüngsten Verlust zutiefst erschüttert. Sie beschließen, Fusco (Kevin Chapman) vorerst aus ihren Missionen herauszuhalten, da sie nicht noch mehr Freunde verlieren wollen. Das lässt sich Fusco jedoch keineswegs so einfach gefallen.

Harolds Tarnidentität Professor Whistler erhält unterdessen unangenehme Post: Die Jury-Pflicht ruft. Schon bald stellt sich jedoch heraus, dass dahinter die Maschine steckt. Denn auch die neue Nummer ist Teil der Jury: Emma Blake (Blair Brown, Fringe) ist eine kürzlich aus dem Schuldienst entlassene Lehrerin. Bei der Zusammenstellung der Jury hat sie behauptet, noch nichts über den Fall gelesen zu haben. In ihrer Wohnung findet John allerdings reichlich Material, das das Gegenteil beweist.

In dem Gerichtsverfahren geht es um einen Ehemann, der seine Frau, die Geschäftsführerin eines großen Telekommunikationsunternehmens, umgebracht haben soll. Während Harold und John herauszufinden versuchen, was es mit Emma auf sich hat, bietet unerwartet eine alte Bekannte ihre Hilfe an...

Fall der Woche

Die vielleicht größte Überraschung an Guilty ist, dass sich die Folge am Ende als reiner Fall der Woche herausstellt. Ich hatte eigentlich die ganze Zeit über damit gerechnet, dass Samaritan hinter der Manipulation des Gerichtsverfahrens steckt. Immerhin ist hier die Chefin einer Telekommunikationsfirma ermordet worden. Natürlich muss das etwas mit Samaritan zu tun haben!

Dass dem nicht so ist, ist eine durchaus erfrischende Abwechslung. Spätestens dann, wenn das Publikum ein bestimmtes Erzählmuster zu erwarten beginnt, ist genau der richtige Zeitpunkt, dieses zu durchbrechen. Wir hatten schon so oft vermeintliche Fall-der-Woche-Episoden, die dann jedoch mit den übergreifenden Handlungsbögen verwoben waren, dass es gar nicht mal so verkehrt ist, da und dort mal wieder eine Folge einzuflechten, die wirklich nichts anderes ist als das: eine Fall-der-Woche-Episode.

Zoe

Guilty erinnert an die Folgen der ersten anderthalb Staffeln von Person of Interest, als die Fälle der Woche noch stärker im Zentrum standen und als Harold und John noch auf sich allein gestellt waren. Mit Ausnahme jener Gelegenheiten, bei denen ihnen wiederkehrende Figuren wie Zoe Morgan (Paige Turco) unter die Arme griffen.

Die Folge enthält die lang ersehnte Rückkehr von Zoe. Dass sie sich in letzter Zeit so rar gemacht hat, ist natürlich in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass Paige Turco ein festes Engagement in The 100 gefunden hat. Das ist das Risiko mit wiederkehrenden Gastdarstellern: Sie können einem von einem Moment zum nächsten verloren gehen, weil man sie nicht fest unter Vertrag hat. Umso schöner ist es natürlich, dass sich nun die Zeit und Gelegenheit gefunden hat, sie für einen erneuten Gastauftritt in die Serie zurückkehren zu lassen.

Harold wird von Zoe und John auf die Jury-Beratungen vorbereitet. Allerdings unter der irrigen Annahme; dass die Manipulation einem Freispruch dienen soll... © CBS
Harold wird von Zoe und John auf die Jury-Beratungen vorbereitet. Allerdings unter der irrigen Annahme; dass die Manipulation einem Freispruch dienen soll... © CBS

Der Terminator und seine Therapeutin

Ein wenig getrübt wird die Freude allerdings dadurch, dass das Knistern zwischen ihr und John erloschen zu sein scheint. Zoe merkt sofort, was los ist: John ist an einer anderen Frau interessiert. Wie es ausschaut, hat sich Mr. Terminator in seine Psychiaterin (Wrenn Schmidt) verguckt. Reese auf der sprichwörtlichen Couch zu sehen, ist bislang nicht unbedingt ein Highlight der Serie gewesen. Und ein in seine Therapeutin verliebter Reese wird wohl auch nicht dazugehören.

Wenngleich man Guilty hier durchaus zugute halten muss: Die Szene, in der John von seiner Kindheit spricht, zeigt eine gelöste, glückliche Seite, die wir in dieser Form tatsächlich noch nie an ihm gesehen haben. Offenbar ist er tatsächlich in der Lage, sich Iris wie keinem anderen Menschen zu öffnen.

Charaktermomente

Die stärksten Momente in Guilty sind solche Charaktermomente: Am meisten bewegt hat mich die Szene, in der Reese mit Lionel telefoniert und dabei sein Blick auf Shaws Pässe fällt. So unglücklich der (vorübergehende?) Ausstieg von Sarah Shahi storytechnisch auch gehändelt wurde, die Trauer über den schmerzlichen Verlust, die wir in Johns Augen sehen, geht dem Zuschauer nahe.

Fast genauso wie später Fuscos inbrünstiges Bekenntnis zum Team Machine. Der einst korrupte Bulle, den Reese anfangs zur Mitarbeit erpressen musste, ist inzwischen fast zur eigentlichen Heldengestalt der Serie mutiert: Jedenfalls lässt er keinerlei Zweifel daran, dass es ihm wirklich ernst ist und dass er sein Leben für ihre Arbeit geben würde.

Harolds größter - und lustigster - Augenblick ist die Szene, in der er sich aus der Jurypflicht zu winden versucht - und deshalb die „verrückte“ Geschichte von dem Supercomputer erzählt, der die Menschheit unterjochen will. Ebenfalls bemerkenswert: Guilty ist, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, die erste Folge, in der Harold aktiv John in einem Zweikampf beisteht.

Dominic vs. Elias

Eine Prise fortlaufend erzählter Handlung enthält Guilty ja doch! Allerdings wirklich nur in homöopathischer Dosis. Drei unaufgeklärte Vermisstenfälle scheinen, wie Reese und Fusco ermitteln, auf den Bandenkrieg zwischen Dominic und Elias zurückzugehen.

Fazit

Eine solide und unterhaltsam erzählte Fall-der-Woche-Episode. Die in US-Serien offenbar obligatorische Hauptfigur-wird-zur-Jurypflicht-einberufen-Folge haben wir auch schon sehr viel schlechter gesehen. Einzig die Reese-zieht-seine-Psychiaterin-Zoe-vor-Storyline lässt einen etwas die Stirn runzeln.

Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 14. Februar 2015
Episode
Staffel 4, Episode 14
(Person of Interest 4x14)
Deutscher Titel der Episode
Sorg' für Mord
Titel der Episode im Original
Guilty
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 10. Februar 2015 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 22. Juni 2015
Regisseur
Kate Woods

Schauspieler in der Episode Person of Interest 4x14

Darsteller
Rolle
Kevin Chapman

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