Person of Interest 4x08

Person of Interest 4x08

Police Academy - Person of Interest Edition: Reese wird Ausbilder an der Polizeiakademie, um eine Kadettin zu beobachten, welche die neue Nummer ist. Zugleich verfolgt die Samartian-Agentin Martine die Spur zu Sameen.

Reese (Jim Caviezel) in einem Gangunterschlupf mit Bildungsanspruch. / (c) CBS
Reese (Jim Caviezel) in einem Gangunterschlupf mit Bildungsanspruch. / (c) CBS

Das passiert in der Person of Interest-Episode Point of Origin:

Reese (Jim Caviezel) hat eine Stelle als Ausbilder an der Polizeiakademie angenommen. Das kommt nicht nur bei seiner Psychologin Mrs. Campbell (Wrenn Schmidt) gut an, die sich erhofft, dass Reese dadurch einen neuen Sinn für das Befolgen von Vorschriften entwickelt, sondern hilft ihm auch, die neue Person of Interest im Auge zu behalten: Dani Silva (Adria Arjona, demnächst in True Detective) ist Kadettin an der Akademie. Und zunächst ist völlig unklar, ob sie Opfer oder Täter sein wird. Sie schnüffelt ihren Klassenkameraden nach, was sie verdächtig erscheinen lässt. Schließlich wird jedoch ein Anschlag auf sie verübt - und das Team Machine findet heraus, dass Dani in Wahrheit bereits Polizistin ist, die im Auftrag der Abteilung Interne Ermittlungen nach einem Maulwurf in der Akademie sucht.

Mr. Greer (John Nolan) ist unterdessen von Samaritan über den Vorfall im Lagerhaus unterrichtet worden. Greer hat den Verdacht, dass die Agentin, die mit den Virus-Proben entkommen ist, zu Finchs (Michael Emerson) Untergrund-Gruppe gehört. Er beauftragt Martine (Cara Buono) damit, sich auf die Spur der Agentin zu begeben. Ausgehend von Tomas, der Person of Interest aus Honor Among Thieves, geht Martine den menschlichen Kontakten nach, die sie - Schritt um Schritt - näher an Shaw (Sarah Shahi) heranführen...

Die andere Kamera

Es ist bereits in den Kommentaren zu Honor Among Thieves erwähnt worden. Und es sticht als großes Fragezeichen natürlich auch in Point of Origin hervor: Wie ist Samartian überhaupt an das Bild von Shaw und Tomas herangekommen? Aus dem Blickwinkel der Überwachungskamera sind die Gesichter der beiden doch überhaupt nicht zu erkennen gewesen. Mit welcher Art von Magie kann Samaritan also plötzlich eine andere Perspektive einnehmen? Schließlich sind auch keine spiegelnden Flächen im Bild zu sehen, von denen aus eine Rekonstruktion möglich wäre.

Solche offenkundig unrealistischen Hollywood-Wunder können einen schon etwas wurmen. Glauben die Produzenten, dass sie uns, die Zuschauer, für dumm verkaufen können? Mich hat die Sache so sehr gewurmt, dass ich zu Honor Among Thieves zurückgegangen bin - und mir die betreffende Szene am Ende noch mal ganz aufmerksam angeschaut habe. Und siehe da: es gibt eine Erklärung! Die Überwachungsbilder aus der ersten Kameraperspektive stammen von CAM 07. Die Bilder aus der zweiten Perspektive stammen dagegen von CAM 04. Es gab also noch eine weitere Kamera.

Screenshots aus %26bdquo;Honor Among Thieves%26ldquo; © CBS
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Das hätte man, diesen Vorwurf müssen sich die Produzenten und auch der Regisseur der Folge gefallen lassen, vielleicht ein bisschen expliziter in Szene setzen müssen. Sei's drum, es wird erklärt, das ist die Hauptsache. Und damit kann ich mich auch wieder ganz entspannt zurücklehnen - und den Plot genießen.

Doppel-Cliff

Die Weihnachtspause (in der US-Ausstrahlung) zeichnet sich schon ab. Und damit laufen beide fortlaufenden Handlungsstränge der Staffel auf einen ersten großen Höhepunkt zu. Martine, der ehemaligen Ermittlerin für das Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag und heutigen Terminatrix im Auftrag von Samaritan, gelingt es tatsächlich, Shaw aufzuspüren. Gleichzeitig bereitet Dominic (Winston Duke) den entscheidenden Schlag gegen Elias (Enrico Colantoni) vor, der damit am Ende der Folge (zum zweiten Mal nach Witness) zur Person of Interest wird.

Der Doppel-Cliffhanger am Ende von Point of Origin (Elias ist die neue Nummer, Martine erblickt Sameen) lässt den Zuschauer vor Spannung nägelkauend und die Tage bis zur nächsten Folge verfluchend zurück.

DoMINIc

Doch auch schon vor dem Cliffhanger weiß Point of Origin durchaus zu überzeugen. Vor allem Dominic gewinnt als Antagonist an Statur. Zu Beginn sah seine Brotherhood ja tatsächlich nur wie irgendeine neue Gang aus. Was Dominic Profil und der Handlung nun eine klare Richtung gibt, ist seine Absicht, Elias vom Thron zu stürzen. Er ist nicht nur brutal, sondern vor allem eloquent und intelligent genug, um tatsächlich als adäquater Gegner für das verbrecherische Mastermind Elias durchzugehen. Das ist es, was der Folge ihre Spannung, ihre Würze verleiht. Spätestens als Dominic darüber referiert, wie er den Maulwurf in der Akademie als „seinen Snowden“ instrumentalisiert, da wird klar, dass Dominic als Gegenspieler nicht zu unterschätzen ist.

Genau darin, im ewigen Unterschätztwerden, scheint auch die Motivation für sein Machtstreben zu liegen. Er, der Underdog, Spitzname Mini, will es dem großen und mächtigen Elias zeigen!

John in %26bdquo;Point of Origin%26ldquo; © CBS
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Superheld

Reese steckt unterdessen als Figur ein Stück weit in der Superhelden-Falle fest. Seine Motivation ist, wie er nicht zum ersten Mal sagt, das Andenken an Detective Carter, welches schon fast Züge der Heiligenverehrung annimmt. Das ist an sich ja auch ein sehr schöner Charakterzug von Reese, der sehr gut zu der tiefen Loyalität passt, die wir ihn seit der ersten Staffel in persönlichen Beziehungen haben entwickeln und ausdrücken sehen. Zugleich macht es ihn aber zu einer sehr statischen Figur.

Finch wird von seinen Zweifeln hinsichtlich der Maschine geplagt. Shaw und Root (Amy Acker) sind - auf je eigene Weise - dabei, ihre Misanthropie zu überwinden. Reese dagegen ist einfach nur der Superheld. Er hat keinerlei inneren Konflikte zu bewältigen. Und die äußeren beschränken sich auf seine Zusammenstöße mit den bösen Jungs - und das Aufrechterhalten seiner Tarnung. In früheren Staffeln hatte er zumindest noch seine Schuldgefühle und seine Reue Jessica (Susan Misner) gegenüber gehabt. Mit der Auflösung des Ordos-Plots ist das jedoch praktisch aus dem Blickfeld verschwunden.

Reese ist als der comicbuchartige Superheld immer noch eine höchst unterhaltsame Figur. Das gilt aktuell natürlich gerade im Zusammenspiel mit der Psychologin, die aus erster Hand erfährt: Reese leidet nicht an einem Superhelden-Komplex, er ist ein Superheld! Zugleich macht dies Reese allerdings zu einer wenig interessanten Figur. Die PoIs, mit denen er in jüngster Zeit zu tun hatte, egal ob sein Fan aus Pretenders oder die feurige Undercover-Polizistin aus Point of Origin, waren komplexere Figuren als er selbst. Das könnte auf die Dauer zu einem Problem für die Serie werden (was - und das möchte ich mit Nachdruck betonen - nicht heißt, dass ich Reese nicht mag. Ganz im Gegenteil! Ich würde mir lediglich wünschen, dass mit seiner Figur noch etwas mehr passiert, als nur der Superheld zu sein).

Fazit

Point of Origin dient vor allem der Vorbereitung des Herbstfinales. Das Team Machine deckt die Identität Dominics auf. Samaritan kommt seinerseits Shaw auf die Spur. Gleich an zwei Fronten steht damit ein höchst spannender Showdown bevor!

(Über das Finale von Point of Origin mit der Unterwasser-Explosion, die zwar ein riesiges Loch in den Boden des Schwimmbeckens sprengt, aber das Wasser nicht mit einem einzigen Krümelchen Dreck verunreinigt, legen wir mal den gnädigen Mantel des Schweigens...)

Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 19. November 2014
Episode
Staffel 4, Episode 8
(Person of Interest 4x08)
Deutscher Titel der Episode
Ausgangspunkt
Titel der Episode im Original
Point of Origin
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 18. November 2014 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 11. Mai 2015
Autor
Ryan Helsley
Regisseur
Richard J. Lewis

Schauspieler in der Episode Person of Interest 4x08

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