Person of Interest 4x04

Person of Interest 4x04

Reese muss sich mit einer DEA-Agentin zusammentun, um nach zwei Kindern zu suchen, deren Schulweg sie zur falschen Zeit am falschen Ort vorbeigeführt hat. Nach ihrem ersten Auftritt in der Staffelpremiere wird die Bruderschaft derweil als ein neuer wiederkehrender Gegenspieler etabliert.

Die DEA-Agentin (Rosie Benton) und Reese (JIm Caviezel) am Tatort. / (c) CBS
Die DEA-Agentin (Rosie Benton) und Reese (JIm Caviezel) am Tatort. / (c) CBS

Das passiert in der Person of Interest-Episode Brotherhood:

Das Team Machine empfängt gleich zwei neue Nummern. Diese gehören zu dem 14-jährigen Malcolm (Amir Mitchell-Townes) und seiner achtjährigen Schwester Tracie (Kaci Walfall). Die Mutter der beiden sitzt wegen illegalen Waffenbesitzes im Gefängnis; einen Vater haben sie nicht mehr. Die Kinder sind bei unterschiedlichen Pflegefamilien untergebracht. Als die beiden nicht zur Schule erscheinen, geht Reese (Jim Caviezel) ihren Schulweg ab - und kommt dabei am Tatort eines missglückten Drogendeals vorbei. Die Bruderschaft und eine armenische Bande haben sich eine Schießerei mit mehreren Toten geliefert. Das Heroin ist noch da, aber das Geld ist verschwunden.

Schnell steht fest, dass die Kinder die Schießerei beobachtet und das Geld genommen haben. Reese, der immer noch als Detective der New Yorker Polizei getarnt ist, begibt sich gemeinsam mit einer DEA-Agentin (Rosie Benton) auf die Spur der Kinder. Harold (Michael Emerson) bewirkt über Elias (Enrico Colantoni), dass sich die Armenier aus der Suche nach dem Geld heraushalten, so dass das Team es nur mit der Bruderschaft zu tun hat. Und Shaw (Sarah Shahi) kapert den Krankenwagen mit dem einzigen überlebenden Bruderschafts-Mitglied aus der Schießerei, um über ihn an den Anführer der Bruderschaft, Dominic, heranzukommen.

Die HR-Erben

Brotherhood bestätigt, was sich im Grunde schon beim Staffelauftakt Panopticon abgezeichnet hatte: Das Drogenkartell Bruderschaft wird als ein neuer Gegenspieler des Teams aufgebaut und tritt damit an die Stelle von HR. Zur Einführung des Anführers der Bruderschaft bedient sich die Serie sogar eines ähnlichen Kniffs: Genau wie zuvor Quinn (Clarke Peters) wird auch Mini/Dominic (Winston Duke) zunächst als eine Figur vorgestellt, die der Zuschauer niemals als Anführer einer großen Verbrecherorganisation verdächtigen würde.

Spätestens jetzt wäre es aber an der Zeit, dass Person of Interest das Heinrich-V-Schema (der König, der sich als gemeiner Mann verkleidet), welches ja auch schon bei Elias zur Anwendung kam, durchbricht. Denn von nun an muss der Zuschauer ja damit rechnen, dass es eben genau jene vermeintlich unbedeutende Nebenfigur ist, hinter der sich der Boss verbirgt.

Kinder, Kinder

Apropos Schema: Das größte Problem von Brotherhood ist natürlich, dass die Geschichte von den Kids, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind - und deshalb von Verbrechern gejagt werden, nicht gerade das ist, was man taufrisch nennen würde. Und leider gelingt es Person of Interest auch nicht wirklich, dem Ganzen einen neuen, überraschenden Spin zu geben. Auch die Actionszenen, allen voran die Kollision in der Tiefgarage, sind nicht gerade überwältigend. Die Episode hinterlässt damit so ein wenig den Eindruck, dass Person of Interest hier unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Das gilt auch für die Story mit dem DEA-Maulwurf. Da außer Erica keine anderen DEA-Figuren eingeführt wurden, konnte es ja eigentlich im Grunde nur sie selbst sein. Emotional intensiver wäre es wohl gewesen, wenn man sie über einen längeren Zeitraum als eine von den „Guten“, das heißt als eine mögliche Verbündete gezeigt hätte. Sie und Reese lagen ja durchaus auf einer Wellenlänge. Daraus hätte man mehr machen können. Stattdessen wurde sie ganz schnell wieder „entsorgt“, was nicht so prickelnd ist.

In der U-Bahn

Nun soll das Review aber auch nicht allzu negativ klingen. Die Episode hat auch ihre guten Momente. Allen voran die Treffen von Harold mit Elias in der U-Bahn. Dabei stellt Elias nicht nur klar, dass das Team Machine mehr und mehr in seiner Schuld steht. Er kommt auch immer dichter dem Geheimnis rund um das Thema Maschine auf die Schliche.

Elias merkt natürlich, dass sich etwas in der Arbeitsweise von Harold und John verändert hat - und beginnt, daraus seine Schlüsse zu ziehen. Der Moment, als Harold ihn am Ende jedoch davor warnt, dass die Kenntnis dieses Geheimnisses mit Gefahr verbunden ist, und Elias realisiert, wie ernst es Harold damit ist, da jagt es nicht nur Elias, sondern auch dem Zuschauer einen kalten Schauder über den Rücken. Es passiert nicht oft (eigentlich noch nie...), dass etwas Elias einen Schrecken einjagt. Harold, den er nicht nur als Schachpartner, sondern allgemein als ebenbürtiges Gegenüber respektiert, vermag dies jedoch mit seiner eindringlichen Warnung zu erreichen.

Gelungen sind auch die „kleinen“ Momente im Team: Etwa die Szene, in der Bear die Klausuren von Harolds Studenten zerfetzt, oder auch Shaws Koketterie, dass sie ihre Kollegen verwanzt hat.

Fazit

Eine durchschnittliche, bisweilen auch recht spaßige (John auf dem Schulhof!) Folge, die jedoch ein wenig den Eindruck hinterlässt, dass sich Person of Interest hier unter Wert verkauft. Nach dem großen Sarmaritan-Umbruch scheinen die Autoren dem Publikum (und/oder der CBS-Senderspitze) erst mal zeigen zu wollen, dass sie auch unter den neuen Gegebenheiten Business as usual erzählen können.

Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 15. Oktober 2014
Episode
Staffel 4, Episode 4
(Person of Interest 4x04)
Deutscher Titel der Episode
Beschützt die Nacht ihre Kinder?
Titel der Episode im Original
Brotherhood
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 14. Oktober 2014 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 13. April 2015
Regisseur
Chris Fisher

Schauspieler in der Episode Person of Interest 4x04

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?