Person of Interest 4x02

Person of Interest 4x02

Zwei Figuren auf Sinnsuche, eine gefährliche Schnitzeljagd und ein Quasi-Crossover mit 30 Rock, das sind nur einige der Ingredienzien der neuesten Folge von Person of Interest. Die Maschine gibt dem Team eine Nummer, die Harold einfach nicht ignorieren kann.

Finch (Michael Emerson) über den Dächern von New York. / (c) CBS
Finch (Michael Emerson) über den Dächern von New York. / (c) CBS

Das passiert in der Person of Interest-Episode Nautilus:

Harold (Michael Emerson) ist gerade mit Umbaumaßnahmen beschäftigt, als John (Jim Caviezel) ihn zu einem vermeintlichen Abendessen einlädt. Tatsächlich setzt John ihn jedoch auf eine neue Nummer an. Claire Mahoney (Quinn Shephard, Hostages) ist eine College-Studentin, brillante Mathematikerin und Schach-Großmeisterin, die jedoch in Schwierigkeiten zu stecken scheint. Sie hat aufgehört, ihre Seminare zu besuchen, und sich eine Waffe besorgt. Harold will eigentlich nichts mit einer neuen Nummer zu tun haben. Das Rätsel um die junge Frau fasziniert ihn jedoch viel zu sehr, als dass er widerstehen könnte.

Claire scheint sich auf einer Art Schnitzeljagd zu befinden, bei der die Teilnehmer jedoch mit rauhen Bandagen vorgehen. In dem Spiel geht es hauptsächlich darum, über die Stadt verteilte, spiralartige Strukturen zu finden, die codiert einen Hinweis auf die nächste Station enthalten. Harold und John können sich nicht erklären, was es mit diesem Spiel auf sich hat, bis Harold herausfindet, wer in Wahrheit hinter dem Spiel steckt: Samaritan!

Mission Harold, Teil 2

Der Staffelauftakt Panopticon hatte dem Team Machine ein eigenes Handy-Netz in die Hände gespielt, um vor den allgegenwärtigen Augen und Ohren Samaritans vorbei kommunizieren zu können. Harold hatte seinen Freunden dabei eher widerwillig geholfen; glaubt er doch, dass die Beschäftigung mit den Nummern keinen Sinn macht und sie einzig darauf hoffen können, mit ihren neuen Identitäten vor Samaritan verborgen zu bleiben.

Nautilus verfolgt deshalb vor allem einen Zweck: Harold mit der nötigen Motivation zu versorgen, um ins Team zurückzukehren. Und das gelingt der Folge ganz vorzüglich. Claire ist eine Figur, die ihn offenkundig an ihn selbst - aber auch an Root (Amy Acker) - erinnert. Das weicht seinen Widerstand, ihr zu helfen, schon mal ganz beträchtlich auf. Und dann ist da natürlich auch noch das faszinierende Rätsel, was es mit der Schnitzeljagd auf sich hat. Dem kann Harold kaum widerstehen. Oder um es frei nach Michael Corleone zu sagen: Gerade, als er dachte, er wäre draußen, da war Harold wieder mitten drin!

Sinnsuche

Ihn und Claire verbindet nämlich noch sehr viel mehr: Sie hat sich in das Spiel gestürzt, weil sie sich nach dem Tod ihrer Eltern auf Sinnsuche befindet (das kommt ein bisschen sehr dick aufgetragen herüber, was aber natürlich ein Stück weit der begrenzten Screentime geschuldet ist, welche die Episode für Claire aufwenden kann: letzlich hat sie nur die eine Szene auf dem Aussichtsdeck, um ihre Motivation zu artikulieren). Er hat Sinn und Richtung im Leben verloren, nachdem er sich aus seinem „Spiel“, dem Team Machine, zurückgezogen hat. Er will aber glauben, dass es so etwas, wie einen Sinn gibt. Auch er ist auf Sinnsuche.

Das Ende der Folge ist niederschmetternd und triumphal zugleich: Zwar kann das Team Machine Claire vor den Schergen des privaten Militärunternehmens beschützen; Harold kann jedoch nicht verhindern, dass Claire am Ende Samaritan als Rekrutin in die Hände fällt. Das ist ein sehr bestürzendes Resultat diese Episode. Denn so misstrauisch und abweisend sich Claire die meiste Zeit über auch verhält - durch die Verbindung, die auch der Zuschauer zwischen ihr und Harold spürt, hätten wir sie uns natürlich als eine Verbündete des Teams Machine gewünscht. Denken wir an Shaw (Sarah Shahi) oder gar Root zurück, so waren die beiden ja anfangs auch nicht gerade die freundlichsten Erscheinungen, sind inzwischen aber als Teammitglieder oder zumindest Alliierte nicht wegzudenken. Dieses Potenzial hätte fraglos auch in Claire gesteckt. Stattdessen ist sie jetzt ein Asset von Samaritan. Sch....!

Happy End

Zum Ausgleich schenkt uns die Episode dafür eine Szene, die mehr als andere in der jüngeren PoI-Vergangenheit als ein Happy End gelten kann: Denn nicht nur Claire hat ihre Berufung gefunden, sondern auch Harold weiß wieder, was der Sinn in seinem Leben ist. Nicht nur das Schicksal einzelner Menschen, das Schicksal der ganzen Welt steht auf dem Spiel. Und Harold ist fest entschlossen, um die Welt, so wie wir sie kennen, zu kämpfen! Das Team Machine ist wieder vereint!

Und es hat sogar eine neue Bathöhle gefunden. Die Anlage, die am Ende von Panopticon noch nicht so recht zu identifizieren war, ist ein stillgelegter U-Bahn-Betriebshof (samt ausrangiertem U-Bahnzug!), den Harold umgerüstet hat.

Klassisch

Nautilus fühlt sich über weite Strecken wie eine sehr klassische Person of Interest-Folge an. Die Handlung dreht sich hauptsächlich um das ursprüngliche Kern-Team Harold und John. Und sie macht zunächst den Eindruck, dass es „nur“ um einen Fall der Woche geht Und das wäre - für mich - sogar völlig okay gewesen. Dann und wann habe ich solche eher figurenzentrierten Fall-der-Woche-Episoden sogar ganz gerne. Aber natürlich war es das i-Tüpfelchen der Folge, dass sie schließlich doch mit dem großen Story-Bogen in Verbindung steht.

Root und Fusco (Kevin Chapman) kommen in der Folge nur zu Kurzauftritten, die es dafür aber richtig in sich haben. Fuscos fieses Grinsen, nachdem er John den Aktenstapel auf den Schreibtisch geknallt hat, ist einfach nur köstlich. Und Root? Sie ist immer noch das treue Werkzeug der Maschine. In Nautilus posiert sie als Stewardess, hat einen Piloten im Kofferraum ihres Wagens eingesperrt - und stattet dann und wann Shaw (die in ihrem neuen Job als Fluchtwagen-Fahrerin einer Einbrecher-Crew bedeutend glücklicher als im Kaufhaus scheint...) Überraschungs-Besuche ab. Ich wüsste ja zu gerne, was es mit all dem auf sich hat!

The government has a secret system, a machine...

Ein wenig enttäuschend ist der neue Vorspann: Zwar haben ihn die Produzenten visuell an die neuen Gegebenheiten mit Samaritan angepasst, den Text haben sie jedoch beibehalten. Geht es nur mir so? Irgendwie passt der Text nicht mehr so richtig zum gegenwärtigen Stand der Serie. Eigentlich hatte ich damit gerechnet (gehofft...), dass die Produzenten daran ein bisschen feilen würden (Mein Traum: ein neuer Vorspann, der von Mr. Greer gesprochen wird...).

Fazit

Person of Interest leidet unter einer großen, anhaltenden Schwäche: Dass es von der Serie immer nur eine Folge pro Woche gibt.

Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 1. Oktober 2014
Episode
Staffel 4, Episode 2
(Person of Interest 4x02)
Titel der Episode im Original
Nautilus
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 30. September 2014 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 30. März 2015
Regisseur
Chris Fisher

Schauspieler in der Episode Person of Interest 4x02

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?