Outmatched 1x01

© utmatched (c) FOX
Worum geht's?
Zu Beginn der Pilotfolge der US-Serie Outmatched von FOX wird der jüngste Sohn der Familie, Mark (Jack Stanton), einem Intelligenztest unterzogen. Die beiden Eltern des Kindes hoffen inständig, dass der Junge im Gegensatz zu seinen zwei älteren Geschwistern nicht hochbegabt ist. Denn mit zwei Genies in der Familie ist das Leben als durchschnittlich intelligente Erwachsene schon durchaus kompliziert genug. Jedoch erweist sich dies als Wunschdenken, denn Mark ist mit einem IQ von 156 zusätzlich noch das intelligenteste der Kinder...
Zum Glück haben Mike (Jason Biggs) und Kay (Maggie Lawson) noch ihre jüngste Tochter Leila (Oakley Bull). Das achtjährige Mädchen ist keinesfalls ein Genie, sondern erweist sich sogar als das komplette Gegenteil ihrer Geschwister. Eine erfrischende Abwechslung für das Paar und, um ehrlich zu sein, können die beiden ihre kleine Tochter auch viel besser verstehen als den hochbegabten Rest der Familie.
Auch wenn das Zusammenleben manchmal etwas kompliziert und schwierig ist, lieben Mike und Kay all ihre Kinder sehr und möchten prinzipiell nur das Beste für sie. Dennoch führen einige von ihnen getroffene Entscheidungen in eine völlig falsche Richtung und wirken sich oftmals eher kontraproduktiv auf das Eltern-Kinder-Verhältnis aus. Das liegt schlichtweg daran, dass das Ehepaar einen deutlich erschwerten Zugang zu seinen Kindern hat. Deswegen kann es die Anschichten und Prioritätensetzungen ihres Nachwuchses des Öfteren nicht nachvollziehen. Kays größter Wunsch wäre es daher, einmal einen völlig durchschnittlichen Tag zusammen als 08/15-Familie verbringen zu können.
Als ein Intelligenzwettkampf zwischen den Kindern dann zu einer Eskalation mit darauffolgender Frustration führt, platzt jedoch Kays Vorstellung von einem gemeinsamen, normalen Tag und sie zieht sich in ihrem eigenen Haus zurück. Durch eine gemeinsam mit der jüngsten Tochter durchgeführte List löst Mike schließlich die angespannte Stimmung auf und die Familie verbringt doch noch einen angenehmen Abend miteinander.
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Na ja, also, um ehrlich zu sein, wirken die „Genie-Kinder“ in der Serie teilweise nicht besonders überzeugend. Klar wurden die drei hochintelligenten Geschwister mit ein paar Phrasen ausgestattet, die den Eindruck vermitteln sollen, sie seien überdurchschnittlich begabt und obendrein noch die absoluten Nerds. Doch neben diesen von Zeit zu Zeit eingeworfenen Sätzen wirkt das sonstige Verhalten der Figuren dem zu erzeugenden Eindruck oftmals eher entgegen als dass es das Bild eines Genies unterstützt. Die krankhafte Verbissenheit der älteren Tochter, die in vielen Sequenzen einfach nur zickig wirkt oder auch der weinerliche Möchtegern-Physiker von Bruder, der seinem 35-jährigen Wissenschaftskollegen hinterhertrauert.
Alle Figuren scheinen durchgehend überzeichnet zu sein, vor allem eben die zwei hochbegabten Teenies. Besonders Nicole (Ashley Boettcher) macht vielmehr den Eindruck einer schwer erziehbaren Pubertierenden als den eines Genies. Deswegen wirkt ein großer Teil der Konflikte auch so, als seien sie wegen gewöhnlicher Teenagerprobleme entstanden. Eher selten kommt es so rüber, als würden tatsächlich unterschiedliche Begabungsgrade hinter den Missverständnissen in der Familie stecken. Nicht der hohe Intelligenzunterschied zwischen Eltern und Kindern stellt die Ursache für die ständigen Streitereien dar, sondern gewöhnliche Eltern-Kind-Differenzen, die ab einem gewissen Alter sowieso auftreten. So wirkt es zumindest.
Aus diesem Grund kommt es in den meisten Fällen auch eher so rüber, als würde man bereits bekannten Standardwitzen über eine gewöhnliche Problemfamilie Gehör schenken.
Nicht, dass in der Serie nicht versucht wurde, die Genialität der Kinder in zigfacher Weise explizit in Szene zu setzen. Allerdings sind die Charaktere hierfür einfach nicht besonders gut geschrieben beziehungsweise interpretiert. Denn der Fokus liegt beim Sichten vor allem darin, einen Familienkonflikt auszuarbeiten und nicht darauf, die tatsächliche Intelligenz der Kinder näher zu erläutern. Deswegen entsteht ein aus anderen Sitcoms bereits bekanntes Bild, das auch nicht wirklich neue Gags parathält.
Fazit
Des Weiteren lässt sich bezüglich des Humors feststellen, dass „Outmatched“ meist an den offensichtlichsten Pointen festhält. Es gibt kaum einen Witz, der nicht vorherzusehen ist oder anders einsetzt als erwartet. Und obwohl Biggs und Lawson sich durchaus als fähige Sitcom/Dramedy-Darsteller erwiesen haben, so wirken sie in der Serie leider zu sehr in bereits bekannten Mustern festgefahren. Auch ihre Ausstrahlung kann nicht über die Plumpheit von so manchen Witzen hinwegtäuschen, die in der Serie zahlreich Anwendung finden.
Dennoch könnte die Serie „Outmatched“ durchaus etwas für Freunde des Genres sein, die sich von der dargebotenen leichten Unterhaltung mitreißen lassen können. Um das Loch zu füllen, welches die abgesetzte Serie „The Big Bang Theory“ in der TV-Welt hinterlassen hat, zieht „Outmatched“ aber eher weniger und scheitert schon beim Versuch der Darstellung eines wahrhaften Genies.
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen FOX-Serie „Outmatched“:
Verfasser: Mariano Glas am Freitag, 24. Januar 2020Outmatched 1x01 Trailer
(Outmatched 1x01)
Schauspieler in der Episode Outmatched 1x01
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