One Piece 17x112

One Piece 17x112

Mit Dress Rosa haben wir nicht nur den bisher lÀngsten Inselbesuch in One Piece gesehen. Der Kampf gegen Don Quichotte de Flamingo zeigt vor allem deutliche Parallelen zu einem anderen Arc auf: Alabasta.

Don Quichotte de Flamingo zieht in „One Piece“ die FĂ€den Dress Rosas und die der Unterwelt. / (c) Funimation
Don Quichotte de Flamingo zieht in „One Piece“ die FĂ€den Dress Rosas und die der Unterwelt. / (c) Funimation

Nach mehr als zwei Jahren endet heute der „Dress Rosa“-Arc von One Piece. Wenn man jedoch den Aufbau-Arc von „Punk Hazard“ dazu nimmt, sind wir schon bei ĂŒber drei Jahren. Also höchste Zeit, den Versuch zu wagen, ein Arc-Review ĂŒber die jĂŒngsten Ereignisse der Strohhutbande zu schreiben. Ich werde dabei sĂ€mtliche Filler-Folgen auslassen, um mich auf die Kernelemente des Animes zu beziehen, und dabei die Schreibweisen des Mangas aus dem Hause Carlsen verwenden.

Der Aufbau-Arc: Punk Hazard

Neben einer ganzen Anzahl von gelĂŒfteten Geheimnissen und Verweisen auf die Geschichte von One Piece finden wir vor allem eine beachtliche Anzahl an Parallelen zu dem „Alabasta“-Arc vor, die Ă€ußerst gekonnt ausgespielt werden. Die erste Parallele stellt der Aufbau-Arc „Punk Hazard“ dar. Ähnlich wie die Strohhutbande zunĂ€chst ĂŒber Little Garden und Drum nach Alabasta kam und dabei bereits ein paar Mitglieder der Baroque Firma aus dem Weg rĂ€umen durften, treffen sie zunĂ€chst auf die klimatisch bipolare Insel, die mit Caeser Crown einen ziemlich skrupellosen Bösewicht serviert.

Er stellt sich als ehemaliger Partner des immer noch mysteriösen Dr. Vegapunk heraus, der mit seinen Experimenten einerseits versucht, Kinder zu Riesen zu machen und andererseits kĂŒnstliche TeufelsfrĂŒchte erschafft, die er fĂŒr De Flamingo produziert. Im Zuge der Auseinandersetzung trifft Ruffy dabei mal wieder auf G-5-Vizeadmiral Smoker, der schließlich mit ihm zusammenarbeiten muss, um die Kinder aus den FĂ€ngen Crowns zu befreien.

Caeser Crown auf Punk Hazard in %26bdquo;One Piece%26ldquo; © Funimation
Caeser Crown auf Punk Hazard in %26bdquo;One Piece%26ldquo; © Funimation

Mögen die Animationen und die Geschichte um die Kinderexperimente auch manchmal etwas negativ ins Gewicht fallen, „Punk Hazard“ schafft es trotzdem auf ganzer Linie, die Spannung zu dem kommenden Arc um De Flamingo gekonnt aufzubauen. Das liegt zum einen an den gut platzierten Andeutungen (wie dem Untergrundnamen „Joker“ als De Flamingos Alter ego) und zum anderen an den Vorboten Mone, Vizeadmiral Vergo und Crown selbst.

Halten diese zunĂ€chst nur als simple Gegner fĂŒr die einzelnen Mitglieder der Strohhutbande her, so entfalten sie im Zuge des „Dress Rosa“-Arcs schließlich ihre ganze bedeutungsschwere Bandbreite. Was mal wieder zeigt, wie sehr es Eiichiro Oda versteht, gute Plots auf lange Sicht aufzubauen. Am Ende des Arcs hat Ruffy ein PiratenbĂŒndnis mit Samurai Trafalgar Law und mit Crown, Kinemon und dessen Sohn Momonosuke eine ziemlich ausgebaute Teilzeitbande, die sich die Smile-Fabrik der Insel zum Ziel genommen hat.

Der neue Admiral: Fujitora, der blinde Tiger

Eingeleitet wird der neue Arc schließlich zunĂ€chst durch die Episode Startling! The Big News Shakes Up The New World! die uns auf den aktuellen Stand im Weltgeschehen bringt. So erfahren wir nicht nur, dass es ausgerechnet Buggy der Clown in den Posten eines der neuen Samurais nach den Ereignissen in Marine Ford geschafft hat und sĂ€mtliche wichtige Personen auf der Welt von Ruffys jĂŒngsten Ereignissen in der Zeitung lesen, sondern vor allem, dass nach dem Aufstieg Sakazukis zum Flottenadmiral anscheinend auch ein neuer Admiral mit Namen Fujitora besetzt worden ist.

Wie bereits seine VorgĂ€nger basiert dieser ebenfalls auf dem bekannten japanischen Schauspieler Shintaro Katsu in seiner Rolle als Zatoichi. Wir erfahren im Laufe des Arcs zudem, dass es eine Art Stellenausschreibung fĂŒr die beiden freien Admiralsposten gab, wodurch er schließlich an den Posten kam. Das stellt den Posten der AdmirĂ€le in ein völlig neues Licht und zeigt uns mit Fujitora einen wahnsinnig interessanten Charakter, der die Grenzen seines Postens so weit es geht ausspielt.

Admiral Issho aka Fujitora in %26bdquo;One Piece%26ldquo; © Funimation
Admiral Issho aka Fujitora in %26bdquo;One Piece%26ldquo; © Funimation

So greift er ganz im Gegensatz zum Hardliner Sakazuki nur dann ein, wenn das Schicksal - reprĂ€sentiert durch die WĂŒrfel - es zulĂ€sst, und verfolgt eine ganz andere Agenda. Er will die Posten der Sieben Samurai der Weltmeere abschaffen und zieht sich deshalb wĂ€hrend des Kampfes zwischen Ruffy und De Flamingo weitestgehend aus dem Geschehen zurĂŒck. Am Ende des Arcs erfahren wir zudem, dass er sich selbst das Augenlicht nahm, um das Elend in der Welt nicht mehr sehen zu mĂŒssen.

Mögen wir zwar den neuen Admiral, der als „grĂŒner Bulle“ ebenfalls das Farbspektrum der Admiralsposten zu erfĂŒllen scheint, noch nicht zu Gesicht bekommen, so wird mit Fujitora doch bereits angedeutet, dass sich die Marine unter der neuen Obhut Sakazukis in rapider Umstrukturierung befindet und wir gespannt sein dĂŒrfen, wie sich diese weiterhin entwickeln wird und wie Fujitora im Laufe der Geschichte mit seinem Amt und seiner mĂ€chtigen Kraft der Gravitation umgehen wird.

Der Kampf um die Flammenfrucht: Ace Reborn

Eines der wohl bedeutungsschwersten Elemente des „Dress Rosa“-Arcs stellt sicherlich das Kampfturnier um die Flammenfrucht von Ruffys verstorbenem Bruder Ace dar. Indem nĂ€mlich nebenbei erklĂ€rt wird, dass eine jede Teufelsfrucht nach dem Tod des Nutzers in der nĂ€chstbesten normalen Frucht wiedergeboren wird, konnte sich De Flamingo die Feuerfrucht in Marine Ford unter den Nagel reißen, um somit Ruffy in seine Falle des Kampfturniers zu locken.

Mögen sich die einzelnen KĂ€mpfe des zum Teil an „Dragon Ball“ angelehnten Turniers auch etwas zu sehr in die LĂ€nge ziehen - der Ausgang lĂ€sst wohl jedes Herz eines One Piece-Fans höher schlagen. Denn nicht Ruffy, Rebecca und Blackbeards Steuermann Jesus Burgess bekommen die mĂ€chtige Kraft in die HĂ€nde, sondern Ruffys und Ace' verstorben geglaubter Ziehbruder Sabo, der sich in der Zwischenzeit den RevolutionĂ€ren angeschlossen hat und so zum zweiten Mann hinter Monkey D. Dragon wurde.

Sabo taucht auf Dress Rosa endlich wieder auf © Funimation
Sabo taucht auf Dress Rosa endlich wieder auf © Funimation

Sabos Ableben stellte bis dahin eines der meist diskutierten Themen fĂŒr One Piece-Fans dar, und niemand hĂ€tte wohl damit gerechnet, dass wir eine so schnelle Antwort darauf bekommen. Mögen manche auch die ErklĂ€rung seiner Amnesie als Grund der Abwesenheit in Marine Ford etwas an den Haaren herbeigezogen finden, es lĂ€sst die Tragödie um den Tod von Ace nur noch schwerer wiegen. Der Moment, in dem Ruffy in Sabos Anwesenheit nur durch die bloße Erinnerung an Ace in TrĂ€nen ausbricht, zeigt uns, wie stark das Band zwischen Ruffy, Ace und Sabo immer noch ist - und vor allem, dass One Piece zwar nicht viele Charaktere sterben lĂ€sst, jedoch diese dann umso ernster nimmt.

Auch hier lĂ€sst sich eine weitere Parallel zum „Alabasta“-Arc ziehen. Bekamen wir in diesem das erste Mal Ruffys Bruder Ace und dessen Feuerkraft zu Gesicht, so bekommen wir auf „Dress Rosa“ das erste Mal Sabo als erwachsenen Mann zu sehen, der zudem auch das erste Mal die Feuerfrucht benutzt. Allem voran die Zusammenarbeit mit den RevolutionĂ€ren lĂ€sst die Spannung, wie sehr sich die Strohhutbande diesen langsam annĂ€hert, weiterhin steigen.

Trafalgar D. Law und Don Quichotte Rocinante: Die Flashbacks

Zu jedem Arc gehören natĂŒrlich auch die Flashbacks, die mal interessanter und mal uninteressanter gestaltet sind. Im „Fischmenscheninsel“-Arc zogen sie sich noch etwas in die LĂ€nge, die auf „Dress Rosa“ gehören dagegen wohl zu den besten der gesamten Geschichte. Wir erfahren, dass Law die Operationsfrucht nicht ohne Grund gegessen hat, sondern aus der „weißen Stadt“ Frevance stammt, in welcher sĂ€mtliche Bewohner durch den Handel mit weißem Bernstein tödlich erkranken. In dem Bewusstsein, nicht mehr allzu lang am Leben zu sein, verfolgt er also das Ziel, soviel von dem Geld zu zerstören, wie er kann, und landet so in De Flamingos Bande.

Rocinante opfert sich fĂŒr Law.
Rocinante opfert sich fĂŒr Law.

Doch nachdem De Flamingos Bruder Rocinante erfĂ€hrt, dass Law zu den „D.“ gehört, setzt er alles daran, ihn am Leben zu halten, und findet schließlich die besagte Operationsfrucht, fĂŒr welche er sich zudem opfert. In Anlehnung an den chinesischen Gangsterfilm „Infernal Affairs“ erfahren wir zudem, dass Rocinante eigentlich fĂŒr die Marine arbeitet, wĂ€hrend Vergo dagegen von De Flamingo als Spion in die Marine geschickt wurde.

Die Flashbacks bringen uns dabei nicht nur die Hintergrundgeschichte des bis dato eher zwielichtig wirkenden Law nahe, sie offenbaren ihn zudem als weiten „D.“-TrĂ€ger und geben diesem RĂ€tsel eine weitere Information, da die „D.“ als Feinde Gottes bezeichnet werden, womit sicherlich die Himmelsdrachen gemeint sind, zu denen De Flamingo selbst gehört. Zudem wird durch Rocinante die Verbindung Laws zu Senghok am Ende des Arcs aufgebaut und gezeigt, dass die beiden diesen von seiner wahren Seite kannten.

Mary Joa und Dress Rosa: Riku vs. Don Quichotte

Die grĂ¶ĂŸte Parallele zwischen dem „Dress Rosa“- und dem „Alabasta“-Arc stellt jedoch der Bezug zu den Familien der Weltregierung dar. Diese wurde von 19 Königsfamilien gegrĂŒndet, da sich Familie Nefatari dagegen entschloss, mit ihnen nach Mary Joa zu ziehen. Als Regierungsersatz fĂŒr die jedoch dahinreisenden Don Quichottes wurde somit die Riku-Familie erhoben, die der Tyrannei ein Ende setzte.

Nachdem sich jedoch Don Quichotte Homing gegen das Leben eines Weltaristokraten entschied und Mary Joa wieder verließ, konnte der junge De Flamingo mit diesem Verlust nicht so recht umgehen und begann deshalb nach alter Manier seine Umwelt zu unterdrĂŒcken und sich deshalb auch als rechtmĂ€ĂŸigen Thronfolger Dress Rosas zu sehen, weshalb er König Riku gegen sein eigenes Volk ansetzte und sich als Retter inszenierte. Auch hier wird die Parallele zu Sir Crocodile deutlich, der sich als einer der Sieben Samurai ebenfalls als Retter Alabastas inszenierte und schließlich nichts anderes als die Ursache der DĂŒrreperioden war.

De Flamingo holt sich den Thron Dress Rosas zurĂŒck. © Funimation
De Flamingo holt sich den Thron Dress Rosas zurĂŒck. © Funimation

Mit De Flamingo wird schließlich nicht nur ein weiterer Samurai in der Liste derer, die Ruffy besiegt, prĂ€sentiert, sondern vor allem eine direkte Verbindung zu Kaidou (und somit Ruffys Plan, die Kaiser anzugehen) und vor allem zu den Himmelsdrachen, mit welchen sich Ruffy schon auf dem Sabaody Archipel anlegte.

Lysoland, die Legende

Doch nicht nur zum „Alabasta“-Arc werden Parallelen aufgebaut, es gibt zudem auch BezĂŒge zu dem „Skypia“-Arc. So erfahren wir, dass Bellamy nach Ruffys Besuch der Himmelsinsel dort war und von dessen Taten hörte und nun alles daran setzt, zu De Flamingos Bande zu gehören.

DarĂŒber hinaus ist es jedoch Lysop, der einen der besten Plots dieses Arcs prĂ€sentieren darf. Denn ganz im Sinne des berĂŒhmten LĂŒgners Noland, der von Skypia berichtet, nehmen auch die Zwerge von Green Bit jede heldenhafte LĂŒgengeschichte Lysops fĂŒr bahre MĂŒnze und kĂŒren ihn folglich als Lysoland. Mag dieses Element zunĂ€chst auch nicht viel hergeben, anhand der SchlĂŒsselfunktion, die Lysoland im Folge des Arcs einnimmt, zeigt Oda mal wieder auf, wie gekonnt ironisch er die epische Spannung zu brechen weiß, um die zweite StĂ€rke des Mangas immer wieder herauszustellen: den Humor.

Lysop wird auf Dress Rosa sogar zum %26bdquo;Gott%26ldquo;. © Funimation
Lysop wird auf Dress Rosa sogar zum %26bdquo;Gott%26ldquo;. © Funimation

So wird ausgerechnet Lysop zum Retter Dress Rosas. Er befreit sĂ€mtliche Bewohner aus ihrem dĂŒsteren Dasein als vergessene Spielzeuge, indem er die junge Sugar außer Gefecht setzt. Doch nicht etwa die feurig-scharfe Kugel der Tontattas vermag das zu erreichen, sondern allein Lysops entgleister Gesichtsausdruck, als er sie selbst fĂ€lschlicherweise schluckt. Das Blatt wendet sich schließlich und Lysop wird von De Flamingo zum Inselfeind Nummer 1 erkoren.

Die KĂ€mpfe gegen die De Flamingo Bande

Es ist eine kleine Besonderheit, dass wir es in diesem Arc nicht mit der ganzen Strohhutbande auf der Insel zu tun haben, sodass mehr Zeit geschaffen wird, neue Charaktere wie Bartolomeo einzufĂŒhren. Die KĂ€mpfe gegen die einzelnen Bandenmitglieder finden dieses Mal nicht nur durch Mitglieder der Strohhutbande statt, sondern auch mit Hilfe der KĂ€mpfer aus dem Corrida Kolosseum.

Neben dem fantastisch verstörenden Sieg Lysops ĂŒber Sugar ist es dabei vor allem Frankys Kampf gegen Senor Pink, der den wohl ĂŒberraschendsten Charakter der Bande zeigt. Mag dieser zunĂ€chst durch seine Babyhaube und den Schnuller im Mund ziemlich lĂ€cherlich wirken, bietet er eine Ă€ußerst tragische Hintergrundgeschichte dazu, da er dieses Outfit seines Babys bevorzugt, um seine sich im Wachkoma befindende Frau damit aufzumuntern.

Senor Pink bietet in %26bdquo;One Piece%26ldquo; eines der interessantesten Outfits. © Funimation
Senor Pink bietet in %26bdquo;One Piece%26ldquo; eines der interessantesten Outfits. © Funimation

Im Zuge des Kampfers erkennen sich Senor Pink und Franky als ebenbĂŒrtige Gegner an, die voller Respekt miteinander kĂ€mpfen. WĂ€hrend es genau diese Verbindungen sind, die die 1-zu-1-KĂ€mpfe in One Piece so stark machen, schafft es leider ansonsten keiner der KĂ€mpfe, eine Ă€hnliche Dramatik zu erzeugen. Vor allem Zorros Kampf gegen Pica bleibt trotz dessen erheblicher KampfgrĂ¶ĂŸe etwas blass und lĂ€sst mich an vergangene KĂ€mpfe wie auf der „Thriller Bark“ zurĂŒckdenken.

Was jedoch das Besondere an der Bande um De Flamingo ausmacht, ist der starke Zusammenhalt. So sehen alle Mitglieder, egal welchen Alters, zu ihm herauf und nehmen sich gegenseitig als „Familie“ wahr, was somit einen Kontrast zu der „Firma“ von Sir Crocodile darstellt. Sicherlich lĂ€sst sich dieser Begriff auch auf die mafiöse Bedeutung des Begriffs „Familie“ ĂŒbertragen, trotzdem ist das emotionale Band zwischen den Mitgliedern nicht von der Hand zu weisen.

Der finale Kampf: Gear 4 vs. Erwachen der Fadenfrucht

Doch was wĂ€re ein One Piece-Arc ohne einen alles entscheidenden Kampf zwischen Ruffy und dem KĂ€pt'n der gegnerischen Bande? Und hier muss man ganz klar sagen, dass der Kampf Ă€ußerst spannend gestaltet ist und beide TeufelsfrĂŒchte ziemlich gekonnt ausspielt. De Flamingo erzeugt Fadenklone und sperrt das ganze Land in einen VogelkĂ€fig ein, wĂ€hrend Ruffy anscheinend nicht umhinkommt, ein neues Ass aus dem Ärmel zu ziehen.

Ruffy prĂ€sentiert seine neue Kraft. © FUNimation
Ruffy prĂ€sentiert seine neue Kraft. © FUNimation

Mit Gear 4 prÀsentiert Ruffy nun nach der Gummierung seiner Knochen auch die seiner Muskeln und schafft es somit, seiner FlexibilitÀt neue Formen zu verleihen. Was sich vor allem durch die seinen Feind verfolgende Faust und den Beinraketen aufzeigen lÀsst.

Doch auch De Flamingo zieht alle Register und lĂŒftet zudem ein weiteres Geheimnis der TeufelsfrĂŒchte. Diese können nĂ€mlich vom Nutzer „erweckt“ werden, wodurch sich deren Kraft auch auf GegenstĂ€nde im Umfeld ĂŒbertragen lĂ€sst. Was genau es mit dieser neuen Kraft auf sich hat und wer sie wirklich beherrscht, bleibt abzuwarten. Am Ende schafft es Ruffy natĂŒrlich, mit Hilfe einer kleinen Regenerationspause De Flamingo auf die Bretter zu schicken und die Insel zu befreien.

5600 Mann und der König der Bestien - Wie geht es weiter?

Mögen die Parallelen zu dem „Alabasta“-Arc auch mehr als deutlich sein, der Ausgang von „Dress Rosa“ stellt diesen jedoch weit in den Schatten. So wird das Ă€ußerst gekonnte Beitreten der sieben Untergebenen bestehend aus Cavendish, Bartolomeo, Sai, Ideo, Leo, Hajdurin und Orlumbus nicht nur den einzelnen Kampfturnierelementen, die uns die Charaktere in aller LĂ€nge vorstellten, wesentlich mehr Bedeutung eingerĂ€umt, auf dem Weg in den Kampf der vier Kaiser stellt dieses auf Freiheit begrĂŒndete VerhĂ€ltnis auch einen entscheidenden Schritt dar, wenn wir davon ausgehen, dass sich Whitebeards Flottenstruktur bei den anderen Kaisern fortsetzt.

Insgesamt stellen auch die immer noch mit Ruffy reisenden GĂ€ste wie die Samurai von Wanokuni und dem immer noch verbĂŒndeten Trafalgar D. Law die Parallele zu Nefeltari Vivi dar, die ebenfalls mehrere Inseln mit der Strohhutbande besuchen durfte.

Zum Schluss dieses Ă€ußerst gelungenen Arcs stellt sich vor allem die Frage, ob er seinen eigenstĂ€ndigen Plot wirklich abgeschlossen hat oder ob wir es hier mit einem weiteren Aufbau-Arc zu tun haben, da uns De Flamingo als Mittelsmann zu den Kaisern Big Mom und Kaido vorgestellt wurde. Hier bekommen natĂŒrlich auch die PiratenbĂŒndnisse eine besondere Bedeutung, das neben Law und Ruffy vor allem aus Kidd, Scratchman Apoo und Basil Hawkins besteht.

Denn obwohl die drei Supernovae dem roten Shanks den Kampf angesagt haben, wird den dreien durch den suizidalen Sprung des Biesterkönigs Kaido zunÀchst der gleiche Kaiser vorgesetzt, den auch Ruffy und Co. durch die Eliminierung der Smiley-Produktion verÀrgert haben. Zudem trifft die andere HÀlfte inklusive der Thousand Sunny derzeit ebenfalls auf eine noch recht unbekannte Bande und wird zudem noch von Big Mom verfolgt.

Kaido legt einen kolossalen ersten Auftritt an den Tag. © Funimation
Kaido legt einen kolossalen ersten Auftritt an den Tag. © Funimation

Fazit

Mag sich der Arc um die zum Namensgeber des Oberbösewichts passende, spanisch angehauchte Insel „Dress Rosa“ auch etwas in die LĂ€nge gezogen haben, der Ausgang (allem voran durch das Beitreten der 5600 Untergebenen) wird dieser LĂ€nge mehr als gerecht und macht somit einen riesigen Sprung fĂŒr unseren Piratenkönig in spe.

Die KĂ€mpfe, die neuen Charaktere und allem voran die Vertretung des Arcs durch RevolutionĂ€re, Blackbeards Bande, einen Himmelsdrachen, einen Admiral und auch die immer noch rĂ€tselhafte CP0 machen dabei sehr deutlich, welche Bedeutung die Abenteuer der Strohhutbande fĂŒr die gesamte Entwicklung der Welt von One Piece erreicht haben.

Prinzipiell wĂŒrde ich dem Arc also gerne die Höchstwertung geben, jedoch bleibt neben der etwas langgezogenen ErzĂ€hlweise vor allem ein entscheidender Faktor fĂŒr mich aus, der zu einem perfekten One Piece-Arc gehört: die emotionale Komponente, wie sie zum Beispiel anhand des fĂŒr mich immer noch fĂŒhrenden „CP9“-Arcs in Perfektion gezeigt wurde.

Denn mögen auch die Geschichten um Laws Hintergrund, um die vergessenen Spielzeuge oder auch um Senor Pink ans Herz gehen, an Nico Robins, Lysops und Frankys Momente sowie dem Untergang der Flying Lamb kommen diese leider nicht heran, weshalb ich leider nur auf 4 Sterne kommen kann. FĂŒr alle, die den Anime jedoch lieber auf Deutsch verfolgen möchten und sich an der hinterherhinkenden deutschen Fassung stören, sollte der Griff zu deutschen Manga-Ausgabe des Carlsen-Verlags der erste Schritt sein, da dieser zum jetzigen Zeitpunkt immer noch die zĂŒgigste Möglichkeit darstellt, an eine deutsche Fassung von One Piece zu kommen.

Verfasser: Henning Harder am Sonntag, 8. Mai 2016
Episode
Staffel 17, Episode 112
(One Piece 17x112)
Titel der Episode im Original
Fujitora on the Move - The Straw Hats Completely Surrounded!
Erstausstrahlung der Episode in Japan
Sonntag, 8. Mai 2016 (Fuji Television)

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