Once Upon a Time 4x19

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Der Autor (Patrick Fischler) und Cruella (Victoria Smurfit) sind keineswegs Unbekannte. Wir lernen nicht nur, woher sie sich kennen, sondern erfahren auch, dass Cruella ihrem Namen bereits vor ihrem Aufenthalt in Storybrooke alle Ehre gemacht hat. Auch dort sorgt sie jetzt für eine gehörige Portion Ärger, und die Situation droht sogar, sich zu einem tragischen Szenario zu entwickeln.
Let's live tonight
Cruellas Situation hört sich wie eine klassische Geschichte an, die nicht nur in Märchenbüchern Erwähnung findet. Eine junge Frau wird von Kindesbeinen an von ihrer unnahbaren, gemeinen Mutter drangsaliert und hat keinen Kontakt zur Außenwelt. Da kommt ein Mann - hier in Form des Autors - und findet sie in ihrer misslichen Lage vor.
Er führt sie aus und zeigt ihr eine Welt, an der sie schon immer teilhaben wollte. Allerdings ist er von der aufblühenden hübschen Frau hin und weg, weswegen er vielleicht ein wenig zu viel über sich offenbart. Dieses Wissen und die Fähigkeiten, die er ihr verleiht, nutzt sie eiskalt, um ihrer wahren Natur freien Lauf zu lassen. Schließlich ist sie nicht die gutmütige, hilflose Frau, für die er sie gehalten hat.
Eine ebenso kalte Attitüde legt sie auch in Storybrooke an den Tag. Das Auftauchen des Autors legt ihre Ziele offen: Es ist kein Happy End, was sie lockt. Ihr Glück ist in diesem Fall für sie mit dem gewaltsamen Ableben des Autors verbunden. Doch da sie selbst nicht dazu in der Lage ist, sein Lebenslicht erlöschen zu lassen, versucht sie das Ganze mit einer Geiselnahme zu erzwingen.
Doch mit Henry (Jared Gilmore) sucht sie sich eine denkbar ungünstige Geisel aus. Emma (Jennifer Morrison) weiß zum einen nicht, dass Cruella durch eine Seite des Autors nicht dazu in der Lage ist, jemanden umzubringen, zum anderen ist sie verständlicherweise auf Menschen, die ihren Sprössling bedrohen, nicht sonderlich gut zu sprechen. Dementsprechend kurzen Prozess macht sie mit einer davon überraschten Cruella. Ist Emma nun zu weit gegangen und hat damit Golds (Robert Carlyle) Plan, sie auf die böse Seite zu ziehen, bestätigt?
A person obsessed with vengeance is easy to manipulate
Zunächst lässt sich sagen, dass mit dem Titel Sympathy for the De Vil gelungen vom Twist in Cruellas Geschichte abgelenkt wird. Dabei wurde tatsächlich alles unternommen, um ihre Mutter (Anna Galvin) als unnahbar und verbittert darzustellen. Doch das bleibt in einem akzeptablem Rahmen, sodass die Wendung durchaus funktioniert.
Besonders herausstellen lässt sich in diesem Fall auch, dass die Quelle zu Cruellas Boshaftigkeit keine tragische Kindheit ist und auch nicht ganz in das Schema der Serie unter dem Motto „evil isn't Born, it's made“ passen möchte. Cruella hat keinen konkreten Auslöser für ihre Taten gehabt, und die toten Hunde ihrer Mutter als Kleidung zu tragen, gibt ihr doch eine relativ hohe Hausnummer auf der Psychopathenskala. Dazu trägt auch die von Donner und Blitzen untermalte Sequenz, in der sie manisch ihre neue Kleidung näht, bei. Sie hat selbst keine Antwort, woher ihr Verhalten kommt. Und das ist durchaus eine erfrischende Abwechslung im Universum der bösen OUAT-Figuren.
Allerdings wirft man das Profil, dass sie in dieser Episode bekommt, auch gleichzeitig mit ihr von der Klippe. Es ist schon schade, so ging von ihr über viele Folgen keine sonderliche Bedrohung aus, und in dem Moment, in dem sie ernst zu nehmen ist, muss sie auch fast schon wieder abtreten. Dies führt uns auch gleichzeitig zu Emma und ihrer Wandlung. Während der Twist bei Cruella noch funktioniert, so war es ziemlich eindeutig, dass diese Episode auf die Grenze hinausläuft, die sie überschreiten sollte. Angekündigt wird dies allein schon durch ihr Aussehen (Make-Up) und die Blicke, die ihren Übergang signalisieren.
Dabei lässt sich eine einwandfrei böse Tat nicht so einfach attestieren, denn aus ihrer Sicht hat sie lediglich das Leben ihres Kindes gerettet. Und nur weil Cruella Henry nicht töten konnte, heißt dies nicht, dass sie ihn nicht hätte verletzen können. Zudem ist es zwar durchaus verständlich, dass sie noch verärgert über ihre Eltern ist, doch ihnen zu unterstellen, dass sie nicht alles tun würden, um Henry in einer Gefahr zu beschützen, geht schon sehr weit.
Golds Problem ist eine gelungene Überraschung, die allerdings die Frage aufwirft, wieso er Belle (Emilie De Ravin) nicht einfach viel eher davon erzählt hat, anstatt hinter ihrem Rücken seine Pläne zu schmieden. Zumindest gilt dies unter der Annahme, dass er die Macht des Hutes des Zauberers damals schon mit diesem Ziel im Augenwinkel an sich reißen wollte. Wie dem auch sei, in Anbetracht seiner Situation stellt sich die Frage, ob das nicht das ultimative Schicksal für alle Bösewichte ist oder ob es reicht, mit den bösen Taten aufzuhören. Regina (Lana Parrilla) dürfte dementsprechend ebenfalls den einen oder anderen schwarzen Fleck in sich tragen. Sie durfte das erste Mal seit langem wieder einen richtig fiesen Auftritt gegenüber Gold hinlegen, auch wenn das Ganze sicherlich mit Belles Einverständnis geschah. Diese Art von Szenen stehen ihr auch weiterhin wirklich gut.
Fazit
Während Emmas Verwandlung nicht alle Töne trifft, bekommt Cruella durch eine gute Geschichte ein ordentliches Profil spendiert. Nur schade, dass dies zu solch einem späten Zeitpunkt geschieht, an dem sie höchstwahrscheinlich auch gleichzeitig abtreten darf.
Der Trailer zur nächsten Episode „Once Upon a Time“:
Verfasser: Tim Krüger am Dienstag, 21. April 2015Once Upon a Time 4x19 Trailer
(Once Upon a Time 4x19)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 4x19
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