Once Upon a Time 2x03

Das passiert in der Once Upon a Time-Folge Lady of the Lake:
In Storybrooke versucht Charming (Josh Dallas) einen Weg zu finden, wie er Snow (Ginnifer Goodwin) und Emma (Jennifer Morrison) zurĂŒckholen kann. Henry (Jared Gilmore) wĂŒrde ihm gerne dabei helfen, doch Charming glaubt, dass das fĂŒr seinen Enkel zu gefĂ€hrlich ist. Henry schert sich jedoch nicht darum - und zieht auf eigene Faust lost, um zunĂ€chst ein Wörtchen mit Jefferson (Sebastian Stan) zu sprechen. Dieser kann jedoch nur daran denken, dass seine Tochter ihm möglicherweise nie vergeben wird, weil er sie verlassen hat.
In der MĂ€rchenwelt warnt Snow inzwischen ihre Tochter ausdrĂŒcklich davor, Cora (Barbara Hershey) zu vertrauen. Als Snow und Emma vor den AnfĂŒhrer des FlĂŒchtlingscamps gebracht werden, stellen sie fest, dass es sich dabei um Lancelot (Sinqua Walls) handelt, mit dem Snow eine lange zurĂŒckreichende Geschichte verbindet. Lancelot lĂ€sst die beiden frei, er warnt sie jedoch vor den neuen Gefahren des MĂ€rchenwalds, angefangen bei den Ogers. Doch Snow lĂ€sst sich nicht beirren. Sie will einen Weg zurĂŒck nach Storybrooke finden und bricht deshalb zusammen mit Emma und Mulan (Jamie Chung) auf, das einzige Portal in die andere Welt zu finden, das vielleicht noch funktionieren könnte: den Schrank, in dem sie und Charming Emma herĂŒbergeschickt haben...
Rache - aber wofĂŒr eigentlich?
Widmen wir uns gleich der dringlichsten Frage: Warum gibt es fĂŒr diese Folge keine fĂŒnf Sterne? Das hat eigentlich nur zwei GrĂŒnde. Erstens, und das mĂŒsste ABC doch schon langsam peinlich sein: Once Upon a Time ist die erfolgreichste Dramaserie des Senders. Da könnte man doch, so teuer die Serie schon allein wegen des groĂen Casts auch sein mag, noch ein kleines Schippchen drauflegen, um sich anstĂ€ndige CGI-Effekte zu leisten. Vor allem der computeranimierte Oger sorgte doch fĂŒr einiges Stirnrunzeln.
Zweitens: Prinzessin Aurora (Sarah Bolger). Ja, der Wraith, der Prinz Phillip getötet hat, ist gemeinsam mit Snow und Emma in die MĂ€rchenwelt gelangt. Wenn man sich jedoch noch einmal vor Augen fĂŒhrt, wie die beiden in Broken angekommen sind - bewusstlos und unter TrĂŒmmern verschĂŒttet, dann fĂ€llt es ungemein schwer zu verstehen, wie irgendjemand auf den Gedanken kommen könnte, ihnen ein schuldhaftes Verhalten zuzuschreiben. Entsprechend ĂŒberzogen wirkt der ganze RĂ€cherin-mit-dem-Dolch-im-Gewand-Plot. Um nicht zu sagen konstruiert: „Wir brauchen noch irgendwelche antagonistischen KrĂ€fte in der MĂ€rchenwelt, welche Emma und Snow Hindernisse in den Weg legen, also sagen wir einfach, dass die Prinzessin den beiden die Schuld am Auftauchen des Wraiths gibt, egal wie unplausibel das auch ist.“
Es ist schön, hin und wieder mal auch etwas zu finden, das man an Once Upon a Time kritisieren kann. Bevor die Reviews zu puren Lobhudeleien zu verkommen.
Mutterliebe
Ansonsten ist Lady of the Lake schlieĂlich wieder eine ganz grandiose Episode, welche insbesondere unter dem Vorzeichen der Hingabe zwischen Eltern und Kinder steht. Henry tut alles, um seine Mutter wiederzufinden. Ruth (Gabrielle Rose) opfert ihr Leben fĂŒr das GlĂŒck ihres Sohnes. Snow ist da, um sich schĂŒtzend vor ihre Tochter zu stellen („GET AWAY FROM MY DAUGHTER!“ - in dieser Hinsicht ist die Oger-Szene natĂŒrlich ganz groĂes Kino!). Und Emma zerstört ihre (vorerst) einzige Hoffnung, nach Hause zu kommen, damit Henry nicht in die Finger von Cora gerĂ€t.
Ihr Instinkt als Mutter ist es, ihren Sohn vor der Gefahr zu beschĂŒtzen, selbst wenn es sie fĂŒr immer von ihm trennen sollte. Genau diese Erfahrung ist es wiederum, die in ihr ein VerstĂ€ndnis fĂŒr Snow aufkommen lĂ€sst, die vor 28 Jahren ganz genau so gehandelt hat. Das Resultat ist eine ungemein berĂŒhrende Szene zwischen den beiden, in der Snow zwar zum einen eine Absolution fĂŒr ihre Handlungsweise erfĂ€hrt, zum anderen aber - wie am Ende deutlich wird - noch sichtlich den Schmerz ĂŒber all die Zeit in sich trĂ€gt, die sie nicht mit ihrer Tochter verbringen konnte. Diese Szene ist das genaue Gegenteil des Aurora-Plots: Sie ist emotional von vorne bis hinten schlĂŒssig und deshalb auch in keinster Weise aufgesetzt oder kitschig.
Plötzlich wieder Kind
Es ist ebenso lustig wie faszinierend zu sehen, wie sich das VerhĂ€ltnis zwischen Emma und Snow unter den fĂŒr Emma ungewohnten und unbekannten Bedingungen der MĂ€rchenwelt tatsĂ€chlich zu einem Tochter-Mutter-VerhĂ€ltnis wandelt. Als Emma und Mary Margaret waren sie ja eigentlich immer gleichauf gewesen beziehungsweise, insbesondere wenn es um David ging, war Emma die Besonnene und BeschĂŒtzende von den beiden gewesen. Das ist in der MĂ€rchenwelt, deren Gefahren von Emma zunĂ€chst eklatant unterschĂ€tzt werden (wie Kinder das nun mal tun...), plötzlich ganz anders. Auf einmal findet sie sich in einer Position wieder, die der von Henry im Storybrooke-Plot nicht ganz unĂ€hnlich ist.
Ăberdies beweist die Serie in Lady of the Lake ein sehr gutes GedĂ€chtnis, indem nicht nur der magische Schrank und Reginas unterirdische Kammer wieder auftauchen. Die Serie denkt auch daran, dass König George (Alan Dale) sich ja nun ebenfalls wieder an alles erinnern kann - und noch eine Rechnung mit Charming zu begleichen hat.
Fazit
Eine emotional mitreiĂende und actiongeladene Folge (siehe auch Charmings Schwertkampf), die gleich eine doppelte Dosis MĂ€rchenwelt - in Vergangenheit und Gegenwart - zu bieten hat. AbzĂŒge gibt es lediglich in der B-Note fĂŒr die Spezialeffekte und den Aurora-Nebenplot.
Trailer zu Folge 2x04 âThe Crocodileâ
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 16. Oktober 2012(Once Upon a Time 2x03)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 2x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?