On the Verge: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

On the Verge: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Mit On the Verge schickt Netflix eine internationale Koproduktion aus der Feder von Julie Delpy auf die Mattscheibe. Darin begleiten wir vier Frauen zwischen 40 und 50 durch Los Angeles, wo sie versuchen, das Leben zu leben, das sie sich gewünscht haben - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Cast der Serie On the Verge (c) Canal+
Cast der Serie On the Verge (c) Canal+
© ast der Serie On the Verge (c) Canal+

In der Serie On the Verge lernen wir vier Freundinnen kennen. Sie sind Mitte 40, leben in Los Angeles und versuchen, durch ihre Leben und Beziehungen zu navigieren. Mit schonungsloser Beobachtungsgabe zeigt die Serienmacherin Julie Delpy, wie sich die Traumvorstellungen von der Realität unterscheiden.

Wovon handelt die Serie On the Verge?

Im Mittelpunkt stehen vier Freundinnen: die erfolgreiche Köchin Justine (Delpy), die politische Aktivistin in der Erziehungszeit Yasmin (Sarah Jones), die Designerin Anne (Elisabeth Shue) und die glücklose Ell (Alexia Landeau) ohne festen Job. In der Pilotepisode begleiten wir die Clique durch die Vorbereitungen zu Yasmins Geburtstag. Die Idylle bröckelt so schnell, dass kaum der Vorspann vorbei ist. Justine kann sich zwar über ein gut laufendes Restaurant mit hervorragendem Ruf freuen, aber in ihrer Ehe zu Martin (Mathieu Demy) herrschen Enttäuschung und Vorwürfe. Ell hält ihre kleine Patchworkfamilie aus drei Kindern gerade so zusammen, dafür aber keinen Job besonders lange. Eigentlich war sie Inneneinrichterin, aber sie findet in dem Bereich nichts und versucht sich nun im Feld der sozialen Arbeit. Auch für Yasmin sieht es im Berufsleben nicht rosig aus. Ihre Bewebungsgspräche führen immer wieder an den Punkt ihres Alters. In dieser Unsicherheit steigert sie sich in Angst und glaubt mittlerweile, dass ihr Ehemann sie verlassen will. Anne ist als Designerin selbstständig und offenbar auch erfolgreich, doch ohne Drogen kommt sie nicht durch den Tag...

Neben der kleinen Geburtstagsfeier begleiten wir die Freundinnen in der Pilotepisode durch eine Rettungsaktion, als Yasmin nach einem verzweifelten Anruf an den Strand geht und nicht mehr erreichbar ist. Die anderen drei unterbrechen ihre ebenfalls chaotischen Tage und eilen zur Hilfe.

Wie kommt es rüber?

Serienmacherin Julie Delpy hat in der Vergangenheit schon öfter gezeigt, dass sie als Mastermind hinter Filmprojekten Erfolge zaubern kann, für Zuschauer und für Kritiker. Die Sezierung von Beziehungen gehört dabei zu den besonderen Stärken. Nun hat sie bei Netflix ihre erste Serien-Produktion vorgestellt. „On the Verge“ schließt an das Werk der Künstlerin an, im Mittelpunkt stehen weniger die Figuren an sich als eher die Beziehungen und vor allem die Brüche darin. Das Drehbuch sucht nach den dunklen Seiten im Leben der Protagonisten, den geplatzten Träumen, den großen und kleinen Enttäuschungen und der bitteren Erkenntnis, dass sich die eigenen Erwartungen vielleicht nicht mehr erfüllen werden.

Dabei glänzt die Serie mit kleinen Installationen und hadert mit der größeren Geschichte. Wieso die vier überhaupt Freundinnen sind, das wird nicht greifbar. Immer wieder wird die ziellos wirkende Geschichte mit unpassend wirkenden Aktionen oder unverdienten Entwicklungen vorangetrieben. Andererseits glänzt „On the Verge“ immer wieder mit Beobachtungen, die tragikomisch verpackt werden. Doch, um dahin zu kommen, hat die Serienmacherin Charaktere erschaffen, die kaum Grenzen kennen und die fast durch die Bank weg auffällig exzentrisch sind. Dadurch bekommt sie immer wieder dramatische Szenen hin, büßt im gleichen Zug allerdings etwas Wichtiges ein: dass die Zuschauer sich mit ihnen verbinden können.

Du kannst die Serie On the Verge jetzt sofort bei Netflix streamen.

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