Obi-Wan Kenobi 1x03

© zenenfoto aus Teil III der Serie Obi-Wan Kenobi (c) Disney+
Obi-Wan (Ewan McGregor) und die kleine Leia (Vivien Lyra Blair) fliegen von Daiyu aus zum einstmals blühenden und nunmehr verödeten imperialen Minenplaneten Mapuzo, wo sie laut Haja Estree (siehe Teil II) möglicherweise andere überlebende Jedi finden sollen. Auf dem Flug trägt Ben schwer an der Erkenntnis, dass Anakin als tyrannischer Darth Vader weiterlebt.
Inquisitorin Reva (Moses Ingram) erhält derweil insgeheim Instruktionen von Vader (Hayden Christensen), der ihr im Erfolgsfall eine bedeutende Belohnung verspricht: Dies bringt ihr die Missgunst der anderen Inquisitoren, allen voran die des Fünften Bruders (Sung Kang) ein. Auf Mapuzo geraten Ben und Leia durch einen verräterischen Arbeiter in die Hände des Imperiums, werden jedoch von der Ex-Imperialen Tala (Indira Varma, Game of Thrones) gerettet, die Feinden des Imperiums zur Flucht verhilft.
Während die beiden auf den Start ihres Fluchtraumschiffs warten, kommt Darth Vader höchstpersönlich nach Mapuzo, um nach Obi-Wan zu suchen und bedroht die örtliche Bevölkerung. Während Ben Leia wegschickt, um den Planeten zu verlassen, kommt es zu einer Konfrontation zwischen dem einstigen Meister und seinem Schüler auf dem staubigen Planeten.
Freud und Leid
Die zeitgleich veröffentlichten Teile I & II von Obi-Wan Kenobi gelten nach ihrer Premiere am 27. Mai als bisher erfolgreichster Serienstart bei Disney+ und übertreffen damit diesbezüglich die beiden vorherigen Live-Action-Serien aus dem Universum von „Star Wars“. Doch fanden sie dennoch in der Fan-Welt erwartungsgemäß nicht allein freundliche Aufnahme: Es scheint, als hätten die Produzenten der Serie um Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy, Hossein Amini („Schneemann“) und Obi-Wan-Darsteller Ewan McGregor ebenso wenig ein glückliches Händchen dabei, insbesondere die Alt-Fans von „Star Wars“ glücklich zu machen wie zuletzt ihre Kollegen von The Book of Boba Fett.
Insbesondere zwei der Darsteller gerieten ins Schussfeuer mancher Fan-Kritik: Zum einen die kleine Vivien Lyra Blair, die die Rolle der Leia verkörpert - schon jetzt wird teilweise befürchtet, dass es der Jungschauspielerin ähnlich ergehen könnte wie dem damals ebenfalls neunjährigen Jake Lloyd, der den kleinen Anakin 1999 in „Star Wars: Episode I“ spielte und nach dem Film vielerlei Spott ausgesetzt war.
Zum anderen Moses Ingram, die Darstellerin der Dritten Inquisitoren-Schwester Reva, die in teilweise massiver rassistischer Weise angefeindet wurde: Serien-Hauptdarsteller und Produzent Ewan McGregor wandte sich gar in einem kürzlich veröffentlichten Video an die Hater, die seine Kollegin angegriffen hatten und machte ihnen gegenüber seine Haltung in puncto Rassismus klar.
Nachvollziehen kann der Rezensent die (glücklicherweise nur zum Teil) schlechten Kritiken indes insgesamt nicht: Auch der aktuelle Teil III vermittelt zumindest ihm ein waschechtes Gefühl der Saga, doch leben wir nun einmal nicht mehr in den späten 70er- und frühen 80er-Jahren und entsprechend hat sich der Grundton des neuen „Star Wars“ verändert.
Die Erlebnisse des alternden Obi-Wan kommen weitaus düsterer daher als zu Zeiten von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und erinnern stilistisch deutlich mehr an „Die Rache der Sith“, den dritten Teil der Prequel-Trilogie, auf den in Obi-Wan Kenobi in der Natur der Sache liegend recht häufig angespielt wird, handelt es sich bei dieser ja schließlich um seine Fortsetzung. Vielleicht stimmt der aktuelle Teil III ja einen Teil der Fans gnädiger, die der Serie bisher eher kritischer gegenüberstehen, denn es kommt in ihm zu einem donnernden Wiedersehen mit einem lieben - oder doch eher bösen - alten Bekannten.
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Vader kommt!

Lange raten muss sicherlich niemand, der die beiden ersten Folgen gesehen hat: Es handelt sich dabei um keinen Geringeren als Darth Vader persönlich, auf dessen verstümmelten Körper bereits am Ende von Teil II ein erster Blick geworfen werden durfte. Nachdem es den von ihm beauftragten Inquisitoren gelungen ist, seinen alten Lehrmeister und Todfeind Obi-Wan Kenobi zu lokalisieren, macht sich der (wirklich letzte?) Lord der Sith auf zum Planeten Mapuzo, nachdem die Zuschauer zuvor Zeuge seines Zusammenbaus in seiner Festung auf dem Vulkanplaneten Mustafar (auf dem ihn Obi-Wan einst verstümmelte) geworden sind.
Und hier passiert, was passieren muss: Das frühere Meister-Schüler-Gespann kreuzt erstmals nach dem mörderischen Duell in „Episode III“ wieder die Strahlenklingen seiner Lichtschwerter, was natürlich den ungeschlagenen Höhepunkt der ansonsten nicht nur auf reiner Action aufbauenden Folge darstellt. Hierbei wird besonderer Wert darauf gelegt, die Grausamkeit Vaders zu zeigen, der auf der Suche nach Obi-Wan in einer Minensiedlung wahllos deren Bewohner mittels der Macht angreift, um seinen übergroßen Zorn ausleben zu können. Letztlich will er seinem alten Lehrmeister exakt das Gleiche antun, was dieser einst ihm antat. Mehr darüber soll jedoch an dieser Stelle nicht verraten werden...
Neue und alte Gesichter

Ein interessanter Neuzugang ist die von Indira Varma gespielte ehemalige Imperiale Tala, die Flüchtlingen vor dem Imperium Transporte weg von Mapuzo ermöglicht. Im Zuge ihrer Aktivitäten fällt der vielen Fans von „Star Wars“ bestens bekannte Name einer bisher eher aus dem Background der Saga stammenden, aber dennoch beliebten Figur, der wir in den verbleibenden drei Teilen von Obi-Wan Kenobi eventuell in ähnlicher Weise begegnen werden wie dem aus den Comics bekannten Wookie Black Krrsantan in The Book of Boba Fett.
Wer suchet, der findet
Wirklich schwerwiegende Kritikpunkte kann zumindest der Rezensent bei alledem nicht finden, obwohl nach wie vor die alte Regel gilt, dass man es wohl niemals allen Geschmäckern zugleich rechtzumachen vermag. Natürlich will mit dem modernen Stil der Serie, der sich nun einmal vorwiegend an heutigen Sehgewohnheiten und nicht mehr an denen der Anfangszeit von „Star Wars“ orientiert, erst einmal fertiggeworden sein, doch wünscht sich besagter Rezensent, dass die Kritiker fair bleiben und zumindest summa summarum gute Schauspieler nicht aufgrund deren Ethnien angreifen. Ansonsten freut er sich bereits auf den kommenden Mittwoch.
Verfasser: Thorsten Walch am Mittwoch, 1. Juni 2022(Obi-Wan Kenobi 1x03)
Schauspieler in der Episode Obi-Wan Kenobi 1x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?