Nikita 4x05

Das passiert in der Nikita-Folge Bubble:
Es ist vorbei. Der Shop ist besiegt. Amanda (Melinda Clarke) ist tot, Mr. Jones (David S. Lee) ein Gefangener der CIA. Nikita (Maggie Q) und ihr Team haben scheinbar auf ganzer Linie gewonnen. Da die US-Regierung nicht so recht weiß, was sie mit ihnen anfangen soll, sind sie vorerst auf einem Armee-Stützpunkt untergebracht. Halb Gäste, halb Gefangene. Nikita und ihre Freunde sagen vor einem geheimen Senatsausschuss aus, was ihnen widerfahren ist. Senator Chappell (John Getz) will die Geschichte an die Öffentlichkeit bringen - und ist der festen Überzeugung, dass Nikita die Richtige dafür ist, um daraus für das Volk eine Heldengeschichte zu machen.
Nikita zögert. Sie kommt sich nämlich gar nicht als Heldin vor. Was sie außerdem irritiert: Ryan (Noah Bean) scheint der Ansicht zu sein, dass der Kampf mit dem Shop noch gar nicht vorbei ist. Er glaubt, dass die Organisation sich lediglich tot stellt, um im Geheimen weiter zu agieren. Er will sich mit Jones treffen, um seine Theorie zu überprüfen.
Alex (Lyndsy Fonseca) staunt inzwischen darüber, dass Sam (Devon Sawa) mit den falschen Diamanten tatsächlich nach Paris geflogen ist. Entgegen ihrer Erwartung hat er nicht versucht, die vermeintlichen Kostbarkeiten zu stehlen. Das bringt ihn jedoch schon sehr bald in Schwierigkeiten mit den Kredithaien, denen er Geld schuldet...
Ein herrlich langweiliges Leben...
Bubble ist eine sehr ungewöhnlich aufgebaute Folge: sie beginnt sehr langsam; geradezu spannungsarm. Die Protagonisten glauben, sie hätten gewonnen. Und von den Antagonisten ist zunächst recht wenig zu sehen: sie scheinen erst mal hauptsächlich mit dem Wundenlecken beschäftigt zu sein - und der Frage, wer für das 14-Milliarden-Desaster die Verantwortung trägt. Im Grunde gibt uns Bubble in der ersten Hälfte der Folge einen Ausblick darauf, wie es wäre, wenn unsere Figuren tatsächlich siegreich wären. Wie würden sie damit klar kommen? Mit dem Applaus, mit den Medaillen?
Es ist ein schöner, charakterbasierter Epilog: Nikita fühlt sich unwohl, zum ersten Mal wirklich und wahrhaftig als sie selbst in der Öffentlichkeit zu stehen. Mit ihrer ganzen Lebensgeschichte. Dabei ist es Michael (Shane West), der ihr klarzumachen versucht, dass seine Wahrnehmung von ihr - dass die Wahrnehmung aller anderen Menschen von ihr sich sehr deutlich von ihrer Selbstwahrnehmung unterscheidet. Dass sie in den Augen der anderen - und auch in seinen Augen - tatsächlich eine Heldin ist. „I wish you could see yourself the way I do.“ Es ist eine Gelegenheit für Mikita ihre Wiedervereinigung zu feiern. Und es ist gleichzeitig die wahrscheinlich letzte Chance für uns, einen ausgiebigen Blick auf Maggie Q in Unterwäsche zu werfen. Allein dafür lohnt sich dieser Teil der Folge schon.
Die Ruhe vor dem Sturm
Aber nein, natürlich ist da noch viel mehr: die Aussagen von Nikita, Michael, Birkhoff (Aaron Stanford), Ryan und Sonya (Lyndie Greenwood) lassen noch einmal die letzten Jahre vor unserem inneren Auge Revue passieren. Den Höhepunkt erreicht die Serien-Nostalgie schließlich mit der Aussage Nikitas bei der (öffentlichen) Senatsanhörung, die sie mit den gleichen Worten einleitet, die während der ersten Staffel im Vorspann zu hören gewesen sind. Ach, die guten alten Zeiten! Vermutlich wurde nicht nur dem Rezensenten dabei ganz warm ums Herz. Ein Gefühl der Abgeschlossenheit, ein rundes Ende...
Nur dass es natürlich nicht das Ende ist. Es ist kein Epilog. Es ist die Ruhe vor dem Sturm.
Der Analyst
Ryan misstraut dem eigenen Sieg. Er kann nicht glauben, dass Jones auf einmal so unvorsichtig geworden ist. Er vermutet dahinter eine Absicht. Und hat damit natürlich Recht. Und auf einmal dreht Bubble ganz gehörig an der Spannungsschraube. Jones befindet sich zwar im Gewahrsam der CIA, doch seine Leute sind überall. Ryan wird entführt - und sieht sich plötzlich Amanda gegenüber. Es ist der größte, der heldenhafteste Moment von Ryan Fletcher in der Serie: eher bricht er sich selbst den Daumen, eher springt freiwillig in den Tod, als Amanda den Sieg zu überlassen. Er will Nikita um jeden Preis warnen.
Die Autoren waren drauf und dran, den Ryan-Plot mit einer völlig unnötigen und eilig am Ende aus dem Hut gezauberten Bruder-starb-im-Krieg-Backstory zu verhunzen. Zum Glück haben sie seine Ausführungen zu dem Thema sehr kurz gehalten. Denn eine weitergehende Motivation hat er wirklich nicht nötig. Er ist der Analyst, der akribisch allen Ungereimtheiten nachgegangen ist, welche ihn auf die Spur von Division geführt haben. Von nichts hat er sich abhalten lassen. Selbsverständlich würde er wieder so handeln. Da braucht man keine billigen küchenpsychologischen Erklärungen.
Vereint
Ryan stirbt einen furiosen Heldentod. Es gelingt ihm, Nikita zu informieren - und auf dem Weg dahin sogar noch Amanda tüchtig einen mitzugeben! O Ryan, Du hast Dir die Medaille, die Nikita an Dich posthum weiterleitet, wahrlich verdient! Und Maggie Q zeigt, mal wieder, was für eine fantastische Schauspielerin in ihr steckt: ihr Blick, die Tränen, das fassungslose Entsetzen, dass die Bubble - die Seifenblase von einem sorgenfreien Leben - geplatzt ist, das alles bringt sie wahrlich herzerweichend herüber.
Es ist der Moment, an dem klar ist, dass die letzte große Auseinandersetzung zwischen Nikita und dem Shop / Amanda bevorsteht. Und es gibt eine Person, die sie mehr als alle anderen dafür an ihrer Seite wissen möchte. Es ist ein Schluss, der die Fans der Serien in hemmungslosen Jubel ausbrechen lässt: nachdem die vierte Staffel sie so lange getrennt gehalten und uns mit diesem etwas witzlosen Alex-und-Sam-Plot genervt hatte, sind die beiden wichtigsten Figuren der Serie wieder vereint. Die zwei Figuren, die wir als Freundinnen und unschlagbares Team in den Kampf ziehen sehen möchten: Nikita und Alex.
Cliffhanger
Ich bin fast versucht, in meinem Jahresrückblick die Antwort auf die Frage nach dem besten Cliffhanger zu überdenken „55989“. Das Ende von Bubble ist die perfekte Mischung aus Spannung, Euphorie (darüber, dass Nikita und Alex endlich wieder als Team agieren) und Vorfreude.
Fazit
Die Bühne für das Finale ist bereitet. Die Vorfreude könnte kaum größer sein...
„It's time to finish what we started!“
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 22. Dezember 2013Nikita 4x05 Trailer
(Nikita 4x05)
Schauspieler in der Episode Nikita 4x05
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