Nikita 2x21

Seit Percy (Xander Berkeley) in Wrath das Plutonium an sich gebracht hat, ist Nikita (Maggie Q) davon überzeugt, dass er versucht, eine Atombombe zu bauen. Sie und ihre Freunde versuchen, Percy die dafür benötigten Zünder auf dem Schwarzmarkt vor der Nase wegzuschnappen. Doch sie haben keinen Erfolg. Percy bringt die Zünder an sich. Und zu allem Überfluss wird bei der Schießerei mit einigen Division-Agenten auch noch Sean (Dillon Casey) verletzt, was Alex (Lyndsy Fonseca) immerhin Gelegenheit gibt, ganz die fürsorgliche Krankenschwester zu spielen.
Um herauszufinden, wo Percy die weiteren Teile für seine Bombe beschaffen kann, bräuchte Ryan (Noah Bean) eigentlich Zugriff auf die Datenbank der CIA. Er schlägt vor, sich an Morgan Kendrick (Brian Howe), den neuen Direktor des Geheimdienstes, zu wenden. Er kennt ihn persönlich - und hält ihn für vertrauenswürdig. Nikita ist dagegen. Ihre Erfahrungen mit staatlichen Behörden waren bislang nicht so beschaffen, dass sie sonderlich großes Zutrauen in Regierungsvertreter hätte. Und tatsächlich scheinen sich, als Ryan und Michael (Shane West) doch mit Kendrick Kontakt aufnehmen, ihre schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen...
Kann man der CIA vertrauen?
Dead Drop ist eine sehr spannende Episode, die mit einem überaus originellen Spin aufwartet: Im Genre der Verschwörungsthriller ist die CIA ja quasi der Inbegriff des Bösen und Ausgangspunkt aller anti-rechtsstaatlichen Konspirationen. Fast schon automatisch kann man deshalb als Zuschauer davon ausgehen, dass eine Figur, die als hohes Tier der CIA vorgestellt wird, nichts Gutes im Schilde führt. Genau mit dieser Erwartung spielt Nikita, indem sie erst scheinbar bestätigt wird (als Kendrick mit Percy telefoniert), dann jedoch in ihr Gegenteil verkehrt wird. Kendrick steckt also nur unfreiwillig mit Percy unter einer Decke, weil dieser seinen Herzschrittmacher mit einem Kill-Chip versehen hat.
Gemeinsam mit Nikita lernen wir, dass Regierungsbeamte also nicht per se schlechte Menschen sind, sondern dass es auch vertrauenswürdige, ja mutige Vertreter dieses Berufsstands gibt. Und Mut war auf Seiten Kendricks auf jeden Fall erforderlich, um Ryan den entscheidenden Hinweis darauf zu geben, dass er unter Zwang handelt. Schließlich hätte auch Percy darauf kommen können, dass in dem vermeintlichen Small Talk eine verborgene Botschaft enthalten war.
Je besser es für den Gegner läuft...
Nachdem Percy in der vergangenen Folge (Shadow Walker) ziemlich übel einstecken musste, immerhin hat er durch Nikita einen zweistelligen Millionenbetrag verloren, hat er in Dead Drop von Beginn an wieder Oberwasser: Er schnappt sich die Nuklearzünder, sonnt sich im Gedanken, dass Nikita keine Ahnung hat, was er wirklich vorhat. Und schließlich gelingt es ihm sogar, ein weiteres Geheimversteck seiner Widersacherin aufzuspüren - und sie damit erneut zur Flucht zu zwingen. Für eine spannende Geschichte gibt es nichts Besseres, als ein Gegner, der die Protagonisten stets bis zum Äußersten unter Druck setzt. Das gelingt Percy in Dead Drop auf jeden Fall schon mal wunderbar.
Dabei ist die Unterstützung, die er im eigenen Team genießt, nicht unumschränkt: Die IT-Spezialistin Sonya (Lyndie Greenwood) scheint von dem Gedanken, dass Percy Nikita und die anderen finden (und töten) könnte, gar nicht angetan. Man sieht deutlich, wie sie noch versucht, rasch die Escape-Taste zu drücken, bevor das Ergebnis der Rückverfolgung sichtbar wird. Doch es gelingt ihr nicht. Ist es nur die Sorge um ihren Nerd-Flirt Birkhoff (Aaron Stanford), die sie umtreibt? Oder steckt gar noch mehr dahinter?
Wesentlich entschlossener, seinem Chef bei der Eliminierung von Nikita und vor allem Michael behilflich zu sein, ist dagegen Agent Steven (Brendan Fehr), der es nicht verwunden hat, dass sein ehemaliger Ausbilder zum „Verräter“ an Division geworden ist. Auch dies trägt nicht unerheblich zum Spannungswert der Episode bei: Während sonst oft nur eine Horde namens- und gesichtsloser Division-Agenten unseren Helden auf den Fersen ist, haben sie es diesmal mit einem Feind zu tun, der nicht einfach nur Percys verlängerter Arm ist, sondern auch noch seine ganz eigenen, persönlichen Motive mitbringt.
Wie schnell die Zeit vergeht
Ein bisschen schal - jedenfalls verglichen mit dem großartigen Hauptplot - kommt die Romantik-Story zwischen Alex und Sean herüber. Dabei stört weniger die Tatsache, dass die beiden überhaupt zusammenkommen (das zeichnete sich im Grunde ja schon seit längerer Zeit ab), als vielmehr die Art und Weise, in der das geschieht: Er wird angeschossen und sie umsorgt ihn. Gähn. Wirklich gut daran ist nur die Szene, in der Sean nach einer leichten Schmerzmittel-Überdosis sich auf einmal überraschend gut gelaunt, mithin regelrecht albern wird.
Sehr schön ist auch die Szene am Schluss, als Nikita und Michael für einen Moment innehalten und ihre wachsende „Familie“ / Mini-Geheimdienst betrachten - und darüber reminiszieren, dass sie doch noch vor gar nicht all zu langer Zeit allein gekämpft haben. Als Nikita-Fan kann man es ja manchmal kaum fassen, mit welchem Tempo die Serie voranschreitet - und wie schnell sich die Ausgangslage verändert. Schön, dass es den Figuren selbst offenbar nicht anders geht!
Fazit
Eine spannende, actiongeladene Folge voller mitreissender Wendungen. Garniert mit Momenten köstlichster Komik (Nikitas Ablenkungsmanöver für Kendricks Bodyguard!). Dead Drop enthält so ziemlich alles, was Nikita auszeichnet - und wofür wohl nicht nur ich die Serie so liebe.
Promo für Folge 2x22 „Crossbow“
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 6. Mai 2012(Nikita 2x21)
Schauspieler in der Episode Nikita 2x21
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?