Nikita 1x13

Nikita muss einen georgischen Prinzen beschützen, der im Auftrag seiner Gattin in spe von Division ermordet werden soll. Prinzessin Christina ist zutiefst unglücklich, dass ihr Zukünftiger in Wahrheit eine andere liebt und deshalb den Thron aufgeben - und ihr damit den Weg zur Macht verstellen will. Alex ist Teil des Killerkommandos, welches bei der Eröffnung einer Juwelenausstellung zuschlagen soll...
Coup De Grace gehört zu den wenigen Folgen von Nikita, die anfangs etwas Skepsis beim Zuschauer erwecken. Das fängt damit an, dass Georgien als solches seit Ewigkeiten keine Monarchie mehr gewesen ist. Nach dem Ende der Mongolenherrschaft war das Land in mehrere Königreiche und Fürstentümer zerbrochen - und wurde erst im 19. Jahrhundert im Zuge der russischen Herrschaft Stück um Stück wieder zusammengeführt.
Selbst ohne Kenntnis der Historie weckt das Auftauchen eines georgischen Prinzen das unbestimmte Gefühl: Hier stimmt doch etwas nicht. Vielleicht wäre es in diesem Fall besser gewesen, ein fiktives Land zu nehmen - so sehr die Nikita-Autoren auch stets bemüht sind, gerade die politische Einbettung ihrer Geschichten möglichst realistisch wirken zu lassen.
Ebenfalls erstaunlich ist, wie leicht Nikita sich zu Beginn aufs Glatteis führen lässt. Während man als Zuschauer - auf dem gleichen Kenntnisstand wie Nikita - sofort Christina im Verdacht hat, lässt sich unsere Protagonistin relativ simpel in eine Falle führen. Klar, Division muss irgendwie erfahren, dass Nikita vor Ort ist. Das macht erzählerisch Sinn. Trotzdem sind es Schwächen wie diese, die den Zuschauer in den ersten Minuten ein wenig irritieren.
Allerdings auch nur dort. Denn tatsächlich gelingt es den Machern, das Ruder im Laufe der Folge noch herumzureißen und aus Coup De Grace eine sehr interessante Folge zu machen. Beispielsweise dadurch, dass sie den Prinzen gleichermaßen als Spiegelung und Gegenpol zu Nikita und Michael zeichnen. Wie die beiden ist auch er zunächst nur vom Pflichtgefühl getrieben gewesen - deshalb die geplante Ehe aus Staatsräson. Anders als bei Nikita und Michael obsiegt beim Prinzen jedoch das Herz, welches ihm sagt, dass er zu seinen wahren Gefühlen stehen muss.
Das ist etwas, was Nikita und Michael nicht können. Dass sie einander etwas bedeuten, ist offensichtlich. In einer Szene mit Alex macht Nikita fast den Eindruck eines Teenagers, der sich danach erkundigt, ob der Junge, in den sie verknallt ist, über sie gesprochen hat. Gleichzeitig steht jedoch Division zwischen ihnen. Deshalb ist der permanente Zweikampf zwischen den beiden die einzige Intimität, die sie momentan ausleben können. Dieser Blick von Michael, als er merkt, dass Nikita ihn wieder ausgetrickst hat und sie im Polizeigewimmel verschwindet - eine herrliche Mischung aus Frust, Ärger und Bewunderung.
Gleichfalls sehr gelungen ist das Zusammenspiel zwischen Nikita und Alex. Ungeachtet aller äußeren Veränderungen (zum Beispiel, dass Alex jetzt draußen ist) agieren die beiden wie ein perfekte Einheit. Jede von beiden hat im Hinterkopf, was die andere gerade benötigt. Alex liefert Nikita heimlich die Informationen, die sie braucht. Umgekehrt geht Nikita sofort auf Alex' Improvisation ein, als diese der Freundin des Prinzen die Finger zu brechen beginnt (um zu verhindern, dass ihr Kollege sie erschießt).
Teamgeist ist hier nicht nur eine Behauptung. Die beiden verstehen sich tatsächlich wie blind. Blind ist auch für den Cliffhanger der Folge ein gutes Stichwort: Während Nikita alles daran setzt, nicht in das Blickfeld der Überwachungskameras zu geraten, ist Alex ein wenig unaufmerksam. Genau vor der Linse einer Videokamera spricht sie mit Nikita über ein Headset. Eine Tatsache, die auch Michael bei Sichtung der Bänder nicht entgeht.
Damit dreht sich das Rad in der Hochgeschwindigkeits-Narration von Nikita wieder einmal ein beträchtliches Stück weiter: Was wird Michael nun tun, nachdem er Alex nun erstmals ernsthaft im Verdacht hat, mit Nikita unter einer Decke zu stecken? Wird Nikita und Alex danach immer noch zum Anstoßen zumute sein? Wohl eher nicht.
Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 5. Februar 2011(Nikita 1x13)
Schauspieler in der Episode Nikita 1x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?