neXt 1x01

neXt 1x01

FOX will mit der Miniserie neXt die Gefahren von Supercomputern und künstlicher Intelligenz darlegen. Die Hauptrolle spielt John Slattery. Hinter dem Techthriller steht der emmyprämierte 24-Produzent Manny Coto.

neXt (c) FOX
neXt (c) FOX
© eXt (c) FOX

Dass der neue FOX-Zehnteiler neXt - der ursprünglich schon viel früher starten sollte, was durch den Corona-Lockdown jedoch vereitelt wurde - kein Science-Fiction-Meisterwerk der Sorte „2001: Odyssee im Weltraum“ werden würde, war natürlich klar. Welch überzogener Anspruch wäre das dann auch gewesen? Trotzdem versucht der Techthriller in dieselbe Kerbe wie einst Stanley Kubrick zu schlagen, indem die Gefahren der künstlichen Intelligenz aufgezeigt werden.

Lohnt sich die Miniserie vom Emmypreisträger Manny Coto, den man durch illustre Formate wie zum Beispiel 24, Dexter und Star Trek: Enterprise kennt, trotzdem? Zumindest bei der Besetzung der Hauptrolle mit dem Mad Men-Star John Slattery gelang ihm schon mal ein großer Glücksgriff. Sorgen bereiten kann einem derweil das platte Drehbuch von John Requa und Glenn Ficarra, die als Regieduo einst die tolle Liebeskomödie „Crazy, Stupid, Love“ inszenierten...

Worum geht's?

Die Helden der Geschichte heißen Paul LeBlanc (Slattery) und Shea Salazar (Fernanda Andrade). Er ist ein ehemaliger Silicon-Valley-CEO, der mittlerweile große Zweifel an der schönen neuen Welt hat, sie eine FBI-Agentin, die den mysteriösen Tod ihres Freundes Dr. Richard Weiss (John Billingsley) untersuchen will. Dabei bringt der Technikexperte überraschend schnell die verrückt klingende These auf den Tisch, dass der Mörder tatsächlich gar kein Mensch, sondern eine Maschine sein könnte. Im Verdacht hat er das sogenannte neXt-Projekt seiner früheren Firma Zava, eine bahnbrechende KI.

Parallel lernen wir Sheas Ehemann Ty (Gerardo Celasco) und Sohnemann Ethan (Evan Whitten) kennen. Im vermeintlich sicheren Zuhause durchleben die beiden ihre ganz eigene Odyssee. Die Alexa-artige Sprachassistentin iliza versucht sich allem Anschein nach das Vertrauen des Kindes zu sichern, um es gegen seine Eltern aufzuhetzen. Ein gruseliger Gedanke, der Erinnerungen an Black Mirror weckt - wenngleich die Ereignisse hier ein wenig überstürzt erscheinen und schon zum Ende der Pilotepisode namens File #1 eskalieren. Passend zum Titel, kann neXt die nächsten Schritte kaum erwarten...

neXt
neXt - © FOX

Es zeichnet ab, dass uns ein weltbedrohliches Schachspiel zwischen den Menschen rund um Paul und Shea und dem selbstständig werdenden Supercomputer erwartet. Weitere Figuren auf dem Feld sind Michael Mosley (Seven Seconds) als CM, Eve Harlow (The 100) als Gina, Aaron Moten (Disjointed) als Ben, Elizabeth Cappuccino (Deception) als Abby und Jason Butler Harner (Ray Donovan) als Ted LeBlanc, Pauls Bruder, der inzwischen das Unternehmen leitet.

Paul scheint zunächst noch der Einzige zu sein, der erkennt, wie gefährlich die übermächtige KI wirklich werden könnte. Er vergleicht das Programm gleich in der allerersten Szene mit der Atombombe und betont dabei, dass „Nerds“ wie er und seine Kollegen immer wieder verlockt sein werden, den roten Knopf zu drücken. Diese sorglose Neugier werde der Menschheit eines Tages das Genick brechen. Und da neXt durch Bestechung eines Zava-Mitarbeiters bereits den Weg aus der Isolation ins Internet gefunden hat, ist es vielleicht schon zu spät, die apokalyptische Kettenreaktion noch aufzuhalten. Paul vergleicht die Situation mit der Prämisse des Schwarzenegger-Streifens „Terminator“, obwohl er weiß, dass er seiner Glaubwürdigkeit damit eher schadet. Ohnehin spielt die Serie anfangs mit der Möglichkeit, dass Paul einfach den Verstand verloren hat...

Fazit

Anerkennen muss man im Fall des neuen FOX-Thrillers neXt sicherlich, dass sich der Serienschöpfer Manny Coto einem überaus relevanten Thema angenommen hat, was in den letzten Jahren zwar schon ziemlich viel verarbeitet wurde. Trotzdem kann es nicht schaden, dem breiten Networkpublikum kritische Kost zu servieren, da ähnliche Formate wie das bereits erwähnte Black Mirror sonst wohl nur bei der jungen Netflix-Generation ankommen. Gleichzeitig bleibt das Drehbuch von John Requa und Glenn Ficarra leider sehr an der Oberfläche. Neue Erkenntnisse bringt das Ganze also nicht.

In Sachen Unterhaltsamkeit ist neXt dafür durchaus vielversprechend. John Slattery und Fernanda Andrade lassen als Schauspielpaar ein gewisses Potential durchblicken, angelegt sind der exzentrische Silicon-Valley-Guru und die taffe Polizistin ganz klar nach dem Vorbild solcher Krimis wie Castle, The Mentalist oder The Blacklist. Wobei der Zehnteiler von FOX vermutlich keiner klassischen Procedural-Formel folgen wird, sondern stattdessen eine lineare Geschichte erzählt.

Sehr unangenehm fiel übrigens auf, wie die Hauptfigur in der Eröffnungsszene längst totgemolkene Klischees über picklige, jungfräuliche Computergenies perpetuiert. Solche Witze hätte man vielleicht noch vor zehn Jahren bei The Big Bang Theory machen können, doch inzwischen sind wir gesellschaftlich doch eigentlich viel weiter. Womöglich sollten wir sogar anfangen, Vordenker wie Mark Zuckerberg und Elon Musk zu fürchten, statt sie zu verhöhnen (wie etwa bei Devs von Alex Garland).

Hier noch der Trailer zur FOX-Miniserie neXt:

Verfasser: Bjarne Bock am Mittwoch, 7. Oktober 2020

neXt 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(neXt 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Iliza
Titel der Episode im Original
File #1
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 6. Oktober 2020 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 26. Juli 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 26. Juli 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 26. Juli 2021
Autor
Manny Coto

Schauspieler in der Episode neXt 1x01

Darsteller
Rolle
Fernanda Andrade
Adrian Bellani
Eve Harlow
Aaron Moten
Ben
Jason Butler Harner
Dann Fink
Olenka Wos Kimball

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