NCIS 11x07

Vielleicht haben manche der NCIS-Fans das Eintreffen von dem mittlerweile offiziell angekündigten Ziva-Ersatz erwartet. Aber „NCIS“ entscheidet sich für eine relativ ruhige und teilweise nachdenklich stimmende Episode, in der die Beziehung zwischen Jethro Gibbs (Mark Harmon) und seinem Vater (Ralph Waite) im Vordergrund steht. Sie steht so sehr im Vordergrund, dass der Fall der Woche eigentlich komplett untergeht und unwichtig erscheint. Spannung schafft man sowieso nicht aufzubauen und dafür drückt man so richtig aufs emotionale Gaspedal.
Die Rückblende, in welcher wir in schwarz-weißer Farbe die Kriegserinnerungen von Gibbs Senior betrachten dürfen, nehmen irgendwie viel zu viel Zeit weg. Aber wie schon erwähnt, ist der Fall um den Tod von Sergeant Michael Dawson nicht spannend genug, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Zum wiederholten Mal nutzt NCIS die Möglichkeit einen Terrorismusverdacht in den Fall der Woche einzubauen, nur um die Theorie später zu verwerfen. Vielleicht wollen uns die Autoren nicht vergessen lassen, dass das NCIS-Team mit einem Terroristen noch eine Rechnung offen hat.
Jackson Gibbs wird in einen kleinen Autounfall verwickelt und Gibbs soll ihm aus dem Schlamassel helfen. Aber eigentlich will er Gibbs zu einem alten Freund (Tom Fitzpatrick) bringen. Es handelt sich um einen ehemaligen Kriegskameraden von Jackson, der auf dem Sterbebett liegt und von dem sich Gibbs Vater verabschieden will.
Im Laufe ihrer Reise erweist sich die Geschichte als eine ganz andere. Jacksons Erinnerungen scheinen durcheinander und Gibbs zweifelt langsam daran, ob Jackson ihm wirklich die Wahrheit erzählt oder nur ein verwirrter alter Mann ist. Seine Sorgen teilt Gibbs mit Ducky (David McCallum).
Gibbs: „There's no right way to be his son.“
Ducky: „Just as there is no right way for you to act as his father. The pain of watching a parent age is unlike any other. I vividly remember the first time my mother needed help brushing her hair.“
Gibbs: „It's backwards.“
Ducky: „It certainly feels like that. But in the end, well, it's simply life.“
Man hat die ganze Zeit über das Gefühl, dass es nicht nur die Sorge ist, die Gibbs um seinen Vater hat, sondern auch eine Mischung aus Hilflosigkeit und Bedauern, die eine wichtige Rolle in der Beziehung der beiden spielen. Es stellt sich heraus, dass der Flugzeugpilot, der damals Jacksons Leben rettete, ein Deutscher war.
Gibbs: „Dad, German? That's the most important part.“
Jackson: „No, son. The important thing was that we were both fliers. We were brothers up there. We were the same. We're all the same. But we keep fighting each other. Walter told me that he saved me that day because he wanted to remind himself who he was. He's dying, and all he can see is the people he killed, over ideas that weren't even his. He can't forgive himself.“
Gibbs: „That's not an easy thing to do, Dad.“

In den Unterhaltungen der beiden schwingt immer eine gewisse Note an Selbsterkenntnis mit. Die beiden Männer reden über andere, aber gleichzeitig auch über sich und als Gibbs und Jackson den Mann am Ende finden, ist es Zeit für die Wahrheit . Gibbs versteht erst an diesem Punkt, warum Jackson ihn unbedingt dabei haben wollte. Und hier schließt sich der Kreis, den der Episodentitel Better Angels eröffnet. Gibbs steht vor dem „Engel“, der damals seinen Vater rettete und Jackson bezeichnet ihn als einen guten Mann, der Menschen hilft. Jackson selbst hatte im Krieg den Namen „Golden Angel 4“.
Die Episode kann man mit Hilfe von Jackson Gibbs' Worten zusammenfassen: „You made my boy possible, Walter, and he helps people. He's a good man. He's the best person I know.“
Verfasser: Mariano Glas am Mittwoch, 6. November 2013(NCIS 11x07)
Schauspieler in der Episode NCIS 11x07
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