Palm Royale 1x01

Palm Royale 1x01

In „Palm Royale“ bei Apple TV+ tritt Kristen Wiig als ehrgeizige Frau auf, die unbedingt in die High Society aufsteigen will und dafür unkonventionelle und nicht immer ganz astreine Wege geht. Dabei stellt sich nach Sichtung der Pilotfolge die Frage, was die Serie eigentlich will - wie wir in unserem Review darlegen...

Poster zur Serie „Palm Royale“
Poster zur Serie „Palm Royale“
© Apple TV+

Das passiert in der Serie „Palm Royale“

Maxine ist in Palm Royale ein Niemand. Zumindest fühlt sie sich so. Als ehemalige Schönheitskönigin ist sie zwar mit einem aus reichem Hause stammenden Mann verheiratet, dieser hält sie allerdings von den Dingen fern, die sie so erstrebenswert findet: Ruhm, Reichtum und ein Platz in der High Society. Um doch noch ans Ziel zu gelangen, ist der ehrgeizigen Frau beinahe jedes Mittel recht. Wie weit wird sie gehen, um wirklich dazuzugehören?

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Positives

Beginnen wir dieses Review mit den durchaus vielen positiven Aspekten der ersten Folge zur ersten Staffel der Serie „Palm Royale“. Die Serie beginnt im Jahr 1969 und dreht sich um den Nobelclub Palm Royale, in denen die weiblichen Größen der US-amerikanischen Gesellschaft verkehren. Das Setting ist dabei produktionstechnisch hervorragend umgesetzt und ein visueller Leckerbissen.

Angefangen beim Kostümdesign, für das Alix Friedberg (Modern Family) verantwortlich zeichnet bis hin zu den Frisuren von Karen Bartek (unter anderem „Avengers: Endgame“ und „Infinity War“) und dem Make-up von Tricia Sawyer (House of Cards) passt in Bezug auf das Äußere der Protagonisten hier wirklich alles. Hinzu kommt eine gute Location-Auswahl sowie ein punktgenau gestaltetes Szenenbild. Man fühlt sich einfach direkt in die ausgehenden 60er-Jahre hineinversetzt, ein Umstand, der großen Spaß macht.

Bemerkenswert ist auch die stark aufspielende Kristen Wiig („Saturday Night Live“), die ihrer Figur eine wunderbare Kombination aus Affektiertheit, übermäßigen Ehrgeiz, einen Schuss Skrupellosigkeit, aber auch eine gewisse Verletzlichkeit verleiht. Wiig vermittelt dem Publikum das Gefühl, dass Maxine eine Getriebene ihrer eigenen Anspruchshaltung ist. Sie fühlt sich zu Höherem berufen, als die geliebte Ehefrau eines Piloten zu sein, der aus reichem Hause stammt. Sie will in die High Society aufsteigen, weil sie glaubt, dass ihr dies zusteht.

Wie sie zu dieser Erkenntnis gelangt ist und woher der Drang, etwas Besseres zu sein, stammt, erfahren wir in der Pilotfolge hingegen nicht. Das ist durchaus etwas schade, weil es der Figur dadurch in den ersten 49 Minuten ein wenig an Substanz mangelt, was Maxine nicht gerade zu einer sympathischen Persönlichkeit macht.

So schleicht sie sich beispielsweise heimlich ins Palm Royale, und gibt sich betont überheblich, verrät sich aber, weil sie die Gepflogenheiten der besseren Gesellschaft nicht kennt. Die entsprechenden Szenen sind witzig und unterhaltsam inszeniert und Wiggs nuanciertes Spiel sorgt dafür, dass man die Frau zunächst irgendwie sogar mag. Das ändert sich allerdings spätestens in der Mitte der Folge, als herauskommt, dass ihr so ziemlich jedes Mittel recht ist, um ihr Ziel zu erreichen.

Sie stiehlt den teuren Schmuck ihrer schwerkranken Schwiegermutter und versetzt ihn, um sich für den Club angemessene Kleidung zuzulegen. Ebenso ist sie ziemlich manipulativ ihrer neuen, reichen „Freundin“ Dina gegenüber. Auch dieser Teil der Folge ist recht humorvoll inszeniert, so dass man sich gut unterhalten fühlt. Der Sympathiefaktor für die Protagonistin schwindet ab diesem Zeitpunkt aber rapide.

Homogenitätsprobleme

Josh Lucas und Kristen Wiig in der Serie „Palm Royale“
Josh Lucas und Kristen Wiig in der Serie „Palm Royale“ - © Apple TV+

Spätestens nun offenbart die Geschichte dann auch ein Problem, denn in den letzten 20 Minuten fragt mich sich ständig, was genau uns die Serienerfinderin Abe Sylvia und ihr Team eigentlich genau mitteilen wollen. Einerseits ist Maxine das genaue Gegenteil einer Feministin, andererseits gibt es da eine Gruppe Frauenrechtlerinnen, die es nicht müde werden, die intellektuellen Parolen der zweiten Feministinnenwelle herauszuposaunen. Angeführt wird die Truppe von Linda Shaw (gespielt von Laura Dern), die Maxine und Dina (Leslie Bibb) dabei hilft einen illegalen Arzt für derer Abtreibung zu finden.

Das alles wirkt sehr inhomogen, weil man all diese Informationen schlicht nicht einzuordnen vermag. Welche Funktion hat genau Linda, woher stammt der übertriebene Ehrgeiz der Hauptfigur? Warum gehört sie nicht schon längst zu High Society, wenn ihr Mann doch der Sohn einer der reichsten Frauen des Landes ist? Welche Rolle spielt der angebliche Kellner Robert (Ricky Martin) im Palm Royale? Diese und einige weitere Fragen stellen sich und lassen das Publikum zunächst verwirrt zurück. Immerhin hat die Staffel noch neun weitere Episoden Zeit, um mehr Struktur in die Geschichte zu bringen und stimmige Antworten zu liefern.

Bissiger Humor

Gehen wir jedoch einmal zugunsten der Serienmacher davon aus, dass die oben geschilderten Probleme rein vorübergehender Natur sind und lediglich dazu dienen, das Interesse zu schüren. Wenn dem so ist, gelingt der Kniff insgesamt. Die Geschichte ist durchgehend mit einer großen Prise bissigen Humors gewürzt, der darauf hindeutet, dass sich „Palm Royale“ nicht komplett ernst nimmt und in erster Linie unterhaltsame Dramedy abliefern will.

Das lockert die Folge enorm auf und weckt zudem die Neugier darauf, wann die leichte Tonalität schließlich ins Dramatische umschlägt. Denn, dass Maxines Aufstieg weder problemlos verlaufen noch ohne Opfer auskommen wird, ist offensichtlich... Es dürfte spannend werden, herauszufinden, welche Verwicklungen die Möchtegern-Lady im Verlauf der Staffel noch erwarten.

Fazit

Kristen Wiig in der Serie „Palm Royale“
Kristen Wiig in der Serie „Palm Royale“ - © Apple TV+

Die Pilotfolge der DramaseriePalm Royale“ macht es ihrem Publikum nicht gerade leicht, kommt insgesamt aber doch recht unterhaltsam und leichtfüßig daher. Die Geschichte ist hübsch bissig und in einigen Szenen sogar richtig scharfzüngig. Wenn stinkreiche Damen sich über ihre Charity-Aktivitäten definieren, Maxine aber beinahe schon wie eine Aussätzige behandeln, wirft das ein nicht gerade ein positives Licht auf die bessere Gesellschaft.

Solche Ideen wissen zu gefallen, zumal sie spaßig inszeniert sind und das Ensemble gut gewählt ist. Die große Frage ist hingegen, was die Geschichte genau will. Um das herauszufinden, heißt es dranbleiben. Dafür ist es aber wichtig, dass Maxine nicht noch unsympathischer wird, denn Figurenbindung ist bei so einem Plot das A und O.

Wir vergeben anerkennende, aber auch vorsichtige vier von fünf Punkten.

Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „Palm Royale“:

Verfasser: Reinhard Prahl am Mittwoch, 20. März 2024

Palm Royale 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Palm Royale 1x01)
Titel der Episode im Original
Pilot
Länge der Episode im Original
49 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 20. März 2024 (Apple TV)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 20. März 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 20. März 2024
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 20. März 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 20. März 2024

Schauspieler in der Episode Palm Royale 1x01

Darsteller
Rolle
Ricky Martin
Josh Lucas
Amber Chardae Robinson
Carol Burnett

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