Mr. Robot 2x08

In der Episode eps2.6_succ3ss0r.p12 der Serie Mr. Robot holen Darlene (Carly Chaikin) und fsociety aufgrund ihrer Abhöraktion zum Schlag gegen das FBI aus. Allerdings haben sie mit Paranoia in den eigenen Reihen zu kämpfen und müssen gleichzeitig mit einer ungebetenen Besucherin umgehen.
What we did was colossally stupid
Fsociety wertet die Gesprächsdaten aus, die sie aus den internen Kreisen des FBI abfangen konnten und entdecken eine nicht unerhebliche illegale Invasion der Privatsphäre einer Vielzahl an US-Bürgern. Um daraus Kapital zu schlagen, entscheiden sie sich dafür, den Mitschnitt zu veröffentlichen. Tatsächlich löst dies große Empörung in der Öffentlichkeit aus und bringt die Behörde in arge Bedrängnis.
Die Dinge werden schnell kompliziert für die Gruppe, als plötzlich die zurückgekehrte E-Corp-Anwältin Susan Jacobs (Sandrine Holt) völlig perplex in ihrem Wohnzimmer steht. Nachdem sie sich entschließen, diese zunächst einmal festzuhalten, entbrennt eine Debatte darüber, wie mit ihr zu verfahren ist.
Sie entschließen sich dazu, Material für eine mögliche Erpressung zu sammeln, um ihr Stillschweigen zu garantieren. Darlene nimmt die Sache jedoch selbst in die Hand und tötet Susan kurzerhand. Anschließend schickt sie Mobley (Azhar Khan) und Trenton (Sunita Mani) nach Hause, die wegen des Ereignisses mehr als beunruhigt sind. Gemeinsam mit Cisco (Michael Drayer) entsorgt sie zunächst die Leiche und verbringt die Nacht mit ihrem Freund. Doch am nächsten Tag liefert ihr ein Blick in dessen Laptop den Beweis für seinen Verrat an fsociety zugunsten der Dark Army.
Mobley wird derweil von Agent DiPierro (Grace Gummer) als Verdächtiger einbestellt, während Angela (Portia Doubleday) einen Karaoke-Abend mit diversen interessanten Begegnungen erlebt.
Everybody Wants To Rule The World
eps2.6_succ3ss0r.p12 konzentriert sich ganz auf Darlene (Carly Chaikin) und fsociety und kommt dementsprechend gänzlich ohne seinen Protagonisten und dessen Alter Ego aus.
Die Schlinge, welche die Hackergruppe sich teilweise um den eigenen Hals legte, zieht sich langsam aber sicher zu. Paranoia, die möglicherweise auch berechtigt ist, hat mittlerweile tiefe Wurzeln in Trenton (Sunita Mani) und Mobley (Azhar Khan) geschlagen. Dass Dom (Grace Gummer) zwar die richtige Person erwischt hat, jedoch prinzipiell nur im Trüben fischt, kann Mobley nicht wissen und deutet dies in seiner Angst als Entlarvung, obwohl die FBI-Agentin nichts Konkretes gegen ihn in der Hand hat.
Die Anfangsszene der ersten Begegnung von Trenton und Mobley führt als kleines Augenzwinkern zurück in Rons Cafe, was uns die erste Szene der Pilotepisode noch einmal ins Gedächtnis ruft, in welcher Elliot sich den Besitzer der Kaffee-Kette vornahm. Die Details und Zusammenhänge der Welt von Mr. Robot sind nach wie vor bestens verknüpft.

Allerdings fehlt der aktuellen Folge die Präsenz ihres Hauptdarstellers (Rami Malek) und dessen Alter Egos (Christian Slater). Ohne diesen und die Einbeziehung des Zuschauers fehlen einfach ein paar besondere Merkmale, welche die Serie einzigartig machen. Zwar ist der Handlungsstrang um Darlene und fsociety nicht uninteressant, jedoch startet das Dilemma der Gruppe diese Episode mit einem seltsamen Fehler der Hacker: Wie kann es sein, dass tatsächlich niemand auf das GPS geachtet hat, oder zumindest einen Alarm eingerichtet hat, falls die Besitzerin des Hauses wieder zurückkehrt? Für derart paranoide Perfektionisten ist so etwas schon ziemlich fahrlässig.
Natürlich entsteht dadurch aber auch eine spannende Situation, die übrigens während der Suche nach möglichen Ansatzpunkten für eine Erpressung, wunderbar von Portia Doubledays Gesang zur Piano-Version des „Tears For Fears“ Song „Everyone Wants To Rule The World“ (vielleicht die passende neue E-Corp Hymne) untermalt wurde. Wieder einmal setzt Mr. Robot seine Songsauswahl sehr bedacht ein und platzierte diese elegant verknüpft mit den Ereignissen der Episode.
Zurück zu Darlene: Diese reagiert anders als ihre Kollegen auf die Situation und fasst während des Lesens der Emails von Susan Jacobs den Plan, sich an der rücksichtslosen Anwältin zu rächen. Zwar fühlt sie sich nicht so erleichtert, wie sie es gehofft hat, sie bleibt jedoch besonnen genug, um mit der Situation ziemlich kaltblütig umzugehen.
Zwar sehen wir aufgrund einer Ellipse nicht, wie sie die Leiche, die sicherlich nicht ohne weitere Maßnahmen einfach in der Tasche verstaut werden konnte, transportiert, sollten uns aber dennoch gewahr werden, wie distanziert und abgebrüht sie hat sein müssen, um dieses Unterfangen durchzuziehen. Jetzt, da sie die Grenze zum Mord überschritten hat, dürfte ihre Hemmschwelle zu Gewalttaten weiter sinken, so dass es nachvollziehbar ist, dass sie Cisco (Michael Drayer) den Baseball-Schläger überzieht, ohne dabei zu zögern.
Ohne die genauen Details lesen zu können, reicht ihr der Fakt, dass er sie verraten hat und im Auftrag der Dark Army agiert, sich vollkommen verlassen zu fühlen. Mit dem drohenden Ausscheiden von Trenton und Mobley bleibt ihr mit Ausnahme der Aldersons nun niemand mehr, dem sie vertrauen kann.

Doch die haben beide noch ihre eigenen Sorgen. Angela (Portia Doubleday) versucht immer noch, sich selbst zu finden und wird dabei immer wieder aus der Bahn geworfen. Als der wohlgemerkt mehr als nur unverschämte Freund ihres Vaters ihr seine Meinung geigt, reagiert sie ähnlich wie damals im Schuhladen: Erst ist sie perplex über die offene Feindseligkeit des Mannes, dann fängt sie sich und teilt ihrerseits wie ein Vorzeigekapitalist aus, indem sie dessen Arbeitsstelle herabwürdigt und ihren gesellschaftlichen Status als Messlatte ihrer Überlegenheit nutzt.
Normalerweise wäre es eine Freude mitzuerleben, wie sie solch einen unfassbar unfreundlichen Menschen zurechtweist, aber die Art und Weise wie sie es tut, zeigt, dass ihre Stelle im Konzern entweder ihren Charakter bereits geprägt hat, oder dass sie die Fassade als deren Angestellte bereits meisterlich beherrscht. Wir stellen zusätzlich fest, dass ihr One-Night-Stand vom FBI platziert wurde. Dass dieser von ihrer Kälte irritiert ist, zeugt davon, dass irgendetwas in ihr im Laufe der Zeit Schaden genommen haben muss und ihre Arbeit bei E-Corp scheint diese innere Leere nur noch weiter zu verstärken.
Fazit
Das Problem von eps2.6_succ3ss0r.p12 ist zunächst einmal die fehlende Anwesenheit des Hauptdarstellers und seiner zweiten Persönlichkeit, ohne diese die einzigartige Perspektive von Mr. Robot fehlt. Der Titel „Successor“ unterstreicht diese Aussage, denn Darlene schafft es als Nachfolgerin von fsociety nicht, Elliot zu ersetzten, weswegen es höchste Zeit ist, dass er ihr unter die Arme greift. Trotz des geringen Fortschritts können diverse Szene um Angela und deren musikalische Einbindung, sowie Darlenes eskalierende Gewissenlosigkeit, überzeugen.
Der Trailer zur nächsten Episode der Serie „Mr. Robot“ „eps2.7_init_5.fve“(2x09):
Verfasser: Tim Krüger am Donnerstag, 25. August 2016Mr. Robot 2x08 Trailer
(Mr. Robot 2x08)
Schauspieler in der Episode Mr. Robot 2x08
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