Mr. Robot 1x06

In der Folge EPS1.5_BR4VE-TRAVE1ER.ASF von Mr. Robot droht Vera (Elliot Villar) damit, Shayla (Frankie Shaw) zu töten, wenn Elliot (Rami Malek) ihm nicht hilft, aus dem Gefängnis auszubrechen. Tyrell (Martin Wallström) läuft mit seinen Ambitionen in der Firma auf, während Angela (Portia Doubleday) sich dazu entschließt, Evil Corp über den gerichtlichen Weg den Kampf anzusagen.
Did you know the origin of brave evolved from savage?
Elliot steht erneut vor einer großen Entscheidung: Hilft er Vera aus dem Gefängnis, um Shayla zu retten beziehungsweise gibt es ein Szenario, in dem alle seine Freunde und er selbst heil davonkommen?
Im Hause Evil Corp läuft Tyrell gegen eine Wand, denn Knowles (Brian Stokes Mitchell) scheint sein Spiel durchschaut zu haben, nachdem dessen Frau (Michele Hicks) ihm von dem bizarren Vorfall im Badezimmer erzählt hat. Im Gegensatz zu Tyrell, scheint seine Frau (Stephanie Corneliussen) allerdings wesentlich gelassener mit der neuen Situation umzugehen als er.
Für Angela hat der Kampf gegen Evil Corp nun aktiv begonnen. Im Angesicht der neusten Enthüllungen versucht sie einen alten Gerichtsfall unter dem Licht neuer Beweise wieder aufzurollen und sucht dafür Unterstützung bei einer Anwältin, die mit der Materie bereits bestens vertraut ist.
Für Elliot geht es derweil um alles, denn Vera mit dermaßen geringer Vorbereitungszeit eine "Du kommst aus dem Gefängnis frei"-Karte zu besorgen, ist alles andere als einfach. Mit Hilfe von Darlene (Carly Chaikin) gelingt es ihm schließlich unter Aufsicht von Veras Gehilfen und dessen Bruder (Rick Gonzalez), den durchgeknallten Dealer auf die andere Seite des Gefängniszauns zu bringen. Doch obwohl Elliot seinen Teil der Abmachung eingehalten hat, fühlt sich Vera dem Abkommen weniger verpflichtet, sodass Elliot im Kofferraum eines Autos eine schockierende Entdeckung machen muss.
Fight or Flight
Diese Episode von Mr. Robot setzt weniger auf Verschwörungs- und Mysteryelemente, sondern präsentiert sich vielmehr als Thriller. Elliot (Rami Malek) muss sich zwischen der Sorge um seine Mitmenschen und seinem Selbsterhaltungstrieb entscheiden beziehungsweise abwägen, ob er es überhaupt in seiner Macht steht, alle die ihm wichtig sind, zu retten.
In dem Glauben, das Spiel mittlerweile zu beherrschen, versucht er, das Zepter auf seine Art an sich zu reißen, rechnet aber nicht mit der Unberechenbarkeit und dem Abgrund Veras psychopathischer Charakterzüge. Dieser erweist sich als exzellenter Antagonist, dessen instabiles, gewalttätiges Wesen unter einer kontrollierten Oberfläche von Elliot Villar beeindruckend dargestellt wird.

Auch Tyrell verschätzt sich beziehungsweise unterschätzt seinen Gegner Knowles (Brian Stokes Mitchell), denn niemand, der an der Spitze eines solchen Riesenkonzerns steht, wird dies mit Naivität und Verwundbarkeit als charakterliche Eigenschaften geschafft haben. Dabei ist besonders faszinierend zu beobachten, dass Tyrells Ehefrau (Stephanie Corneliussen) dessen Stressabbau schon gewohnt ist und wesentlich kühler und überlegter als er im Angesicht der neuen Sachlage reagiert. Es scheint also, als ob der arrogante Kontrollfreak Zuhause nicht die Hosen anzuhaben scheint, was dessen Frau zu einer besonders interessanten Figur macht.
Allerdings steht dieser Handlungsstrang genau wie der von Angela (Portia Doubleday) neben der eigentlichen Geschichte, sodass eine zukünftige Verknüpfung durchaus wünschenswert wäre. Gleiches gilt auch für den Fortschritt der Fsociety-Geschichte, welche auch diese Episode weiter stagniert und ebenfalls einen ordentlichen Schubser nach vorne gebrauchen könnte.
Wie realistisch das Hacking diese Episode war, ist für mich schwer zu beurteilen, die kurze E-Tunes Referenz hat mich allerdings zum Lächeln gebracht. Allerdings stellt sich trotzdem die Frage, wie wenig Sicherheit das Gefängnis zu bieten hatte. Sitzen keine bewaffneten Wachen in Wachtürmen, sodass die Insassen eigentlich nicht mal in die Nähe des einzigen Zauns kommen? Auch war es natürlich besonders günstig, dass einer der Gefangenen etwas bei sich hatte, um diesen ungesicherten Zaun zu öffnen.
Mr. Robot (Christian Slater) hatte lediglich einen äußerst kurzen Auftritt, bei dem er beinahe so etwas wie das Teufelchen auf Elliots Schulter spielt, der dessen Hoffnungen zum Vorteil seiner eigenen Gruppierung zu zerstören versucht. Oder ist er einfach nur ein Realist? Schließlich sollte er mit seiner deprimierenden Vorhersage recht behalten.
Shaylas (Frankie Shaw) Tod ist gekoppelt mit dem Fakt, dass Elliot sich die gesamte Zeit in unmittelbarer Nähe der Leiche befand, ohne zu wissen, dass seine Bemühungen die ganze Zeit bereits Vergeblich gewesen sind, umso schockierender. Mir ist sie auf gewisse Weise als Figur schnell ans Herz gewachsen, sodass ihr Verlust mich als Zuschauer genauso leer und traurig hinterlässt wie Elliot. Wird er sich nun Vorwürfe machen? Wahrscheinlich. Doch welche Konsequenzen wird er daraus ziehen und was werden diese für seine zukünftigen Pläne bedeuten? Grundsätzlich war die gesamte letzte Sequenz vor allem durch die auffällig ungemütliche Tonuntermalung sehr gekonnt und bedrückend inszeniert, sodass Elliots Nervosität auf den Zuschauer überspringen konnte.
Elliots bisheriges Leben und seine zurückgezogene Einstellung haben bisher als Schutzschild vor Verlusten fungiert. Wird er durch die Geschehnisse einen Rückfall in die alten Verhaltensmuster erleiden? Mit starker Trauer und Selbstvorwürfen umgehen zu müssen, kann auch Menschen ohne sein besonders instabiles Verhältnis zu Emotionen an ihre Grenzen treiben.
Fazit
Ein paar Ungereimten und wenig integrierte Nebenplots trüben die Episode etwas. Dafür dürfte das emotional aufwühlende Finale der Folge wohl kaum an einem vorbei gehen, sodass die Konsequenzen dieses Ereignisses den Verlauf der Staffel noch wesentlich prägen dürften.
Der Trailer zur nächsten Episode „Mr.Robot“:
Verfasser: Tim Krüger am Donnerstag, 30. Juli 2015Mr. Robot 1x06 Trailer
(Mr. Robot 1x06)
Schauspieler in der Episode Mr. Robot 1x06
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