Motherland: Fort Salem 2x10

Motherland: Fort Salem 2x10

Die zweite Staffel der US-amerikanischen Urban-Fantasy-Serie Motherland: Fort Salem entwickelt den Plot um Raelles Gabe konsequent weiter und befreit sich ebenso von den wenigen Fehlern der ersten Season.

Serienposter zur zweiten Staffel der Serie Motherland: Fort Salem (c) Freeform
Serienposter zur zweiten Staffel der Serie Motherland: Fort Salem (c) Freeform
© erienposter zur zweiten Staffel der Serie Motherland: Fort Salem (c) Freeform

Düster in die zweite Runde

Kurz nachdem die erste Staffel von Motherland: Fort Salem auf Amazon Prime zur Verfügung stand, entwickelte sich die Serie zu einer der kontrovers diskutierten Neuerscheinungen des Jahres 2020. Serienerfinder Eliot Laurence hatte zuvor bereits Erfolge mit der in Deutschland auf Joyn Primetime ausgestrahlten Dramedy „Claws“ gefeiert und nun ein Urban-Fantasy-Universum geschaffen, dass es in dieser Form so noch nie gegeben hatte. Das Interesse war groß, doch nach einigen Folgen machte sich zunächst einmal ein wenig Ernüchterung breit.

Vor allem der unnötige vierte Teil (Hail Beltane), in dem es um ein schwurbeliges Paarungsritual ging, konnte nicht voll überzeugen. Von da an ging es jedoch steil bergauf und das Finale (Witchbomb) endete mit einem fiesen Cliffhanger, der Lust auf die Fortsetzung machte. Hatten am Anfang noch eher Coming-of-Age-Themen und der Kampf gegen die Plage das Geschehen dominiert, änderte sich dies nun. Die Show bediente sich plötzlich inhaltlich und in Sachen Kameraführung an Kriegsdramen und fühlte sich düsterer und erwachsener an.

Neue alte Gegner

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Die zweite Staffel ist voll und ganz dem Kampf gegen den alten Feind, der Camarilla (Zu Deutsch: Clique) gewidmet, die immer offener agiert und weder vor Hexen der Plage noch der Armee Halt macht. Das führt zwangsläufig dazu, dass der Plot um die Terroristinnenorganisation zu einem vernünftigen Ende kommen muss. In der ersten Hälfte stellt sich zunächst die von Tally gesuchte Nicte Batan als Anführerin der Plage heraus.

Doch nachdem die mächtige Hexe von Raelle, Abigail und ihr festgenommen wurde, stellen die Autoren die Weichen der Figur neu. Um zu überleben und den Krieg gegen die technologisch gut gerüsteten Fanatiker der Camarilla zu gewinnen, bedarf es neuer Konstellationen. Das führt dazu, dass einige Nebenfiguren wie Anacostia (Demetria McKinney) oder Raelles Ex-Freundin Scylla (Amalia Holm) einen Entwicklungsschub durchmachen und erfreulicherweise mehr Screentime erhalten. Die Entscheidung tut der Staffel sichtlich gut, da auf diese Weise die Hauptlast der doch recht komplexen Geschichte nicht allein auf den Hauptfiguren lastet.

Du kannst die Serie „Motherland: Fort Salem“ jetzt sofort bei Amazon Prime Video, iTunes oder Magenta TV streamen.

Beziehungskisten

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Doch auch für die drei Protagonistinnen ändert sich einiges. Tallys Gabe des Sehens intensiviert sich. Ihr Verdacht, dass General Alder fatale Fehlentscheidungen vertuschen wollte, bestätigt sich, als sie herausfindet, dass Nicte Batan die Plage aus Rache für den Mord an ihren Schwestern gegründet hat. Schön ist, dass die Gründerin der Terrorgruppe nicht einfach nur einen kleinen Nebenschauplatz bedient, der in der Mitte der Season mit ihrer Hinrichtung endet und in der Schublade der Autoren verschwindet. Im Staffelfinale erhält sie sogar eine wichtige Funktion und spielt bei der massiven Änderung im Machtgefüge der Hexen-Armee eine nicht unwesentliche Rolle. Nicte kämpft Seite an Seite mit General Petra Bellweather und rettet ihrer Tochter Abigail das Leben. Im Gegenzug erlangt sie ihre Freiheit zurück. Die Chance, die eindringlich von Arlen Aguayo-Stewart gespielte machtvolle Hexe wiederzusehen, ist also groß, was die Vorfreude auf die dritte Staffel nur steigert.

Raelles neue und überaus mächtige Gabe der Hexenbombe ruft indes die Camarilla auf den Plan, der es gelingt, sie zu entführen. Tally, Abigail, ihr Freund Adil (Tony Giroux), Anacostia, Scylla und Raelles Mutter Willa (Diana Pavlovska) eilen daraufhin zu einer spektakulären Rettungsaktion. In einer emotionalen Szene opfert diese sich für ihre Tochter, bleibt aber über einen erzählerisch gut durchdachten Trick weiterhin mit ihr verbunden.

Die Dritte im Bunde, Abigail, gelangt hingegen zu dem Entschluss, dass sie ihre Lieben nur beschützen kann, indem sie nicht mehr darauf wartet, irgendwann von der Camarilla abgeschlachtet zu werden. Seite an Seite mit Adil und ihren Kameradinnen trägt sie den Krieg zu ihnen, bis sich die Vorzeichen plötzlich umkehren und die Clique Fort Salem angreift. Derartige Twists halten die Spannung und die Schauwerte der Show gleichermaßen hoch und sorgen immer wieder für Kurzweil. Die Staffel steht niemals still, in jeder Folge geschieht irgendetwas Interessantes, das die Handlung voranbringt. Auch bisher kaum wahrgenommene Nebenrollen, wie die der M (gespielt vom Stuntperformer Ess Hödlmoser), bekommen innerhalb des Erzählprozesses eine sinnvolle Aufwertung spendiert. Als Zuschauer hat man so das angenehme Gefühl, dass nicht nur die Story, sondern auch die Charaktere ständig im Fluss bleiben.

Ein Spiegelbild

Dass die Camarilla die Hauptrolle des Antagonisten übernimmt, ist kein Zufall. Die Organisation bildet auf beinahe erschreckende Weise die Stimmung großer Teile der US-Bevölkerung ab. Besonders deutlich wird das in der Episode Not Our Daugthers. Angst und Hass vor dem Anderssein im Allgemeinen und vor Minderheiten im Speziellen beherrschen im wahren Leben Gruppierungen wie QAnon, deren gefährliche Ansichten stark an die der Camarilla aus der Serie erinnern.

In ihrer blinden Furcht ist es entsprechend auch den einfachen Menschen innerhalb des Serienkosmos egal, was eine Person einmal für sie und ihre Heimat getan hat oder womöglich noch leisten wird. Allein die Tatsache, dass die in Fort Salem stationierten Hexen mit ihrer Stimme die Mächte der Magie entfesseln können, reicht aus, sie zu entmenschlichen. Ob sie ihre Fähigkeiten nun zum Guten oder Bösen einsetzen, ist vollkommen gleichgültig, so wie es in der Realität den Verblendetsten auch egal ist, ob ein Einwanderer vielleicht Arzt ist und ihnen oder ihren Angehörigen einst das Leben retten könnte.

Du kannst die Serie „Motherland: Fort Salem“ jetzt sofort bei Amazon Prime Video, iTunes oder Magenta TV streamen.

Der obligatorische Twist

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Motherland: Fort Salem trägt der jüngsten Vergangenheit des Landes letztlich auch insofern Rechnung, als dass die Autoren der Camarilla einen einflussreichen Verbündeten zur Seite stellen. Vizepräsident Blanton Silver (Victor Webster) ist bereit, für die Vernichtung der Hexengemeinschaft und die Ergreifung der Macht im Land sogar kaltblütig seine eigene Tochter zu opfern, nur weil auch sie eine Hexe ist. Der Twist ist im Grunde obligatorisch und endet in einem nicht minder obligatorischen Cliffhanger, der aber der Spannung der Serie keinen Abbruch tut.

Aufmerksame Zuschauer haben bis dahin ohnehin die zahlreichen Zeichen gedeutet und längst herausgefunden, welche Rolle Silver im Krieg um die Hexenmacht spielt. Andererseits ist das Finale voll von Schauwerten und spannenden Entwicklungen, so dass dieses Wissen kaum ins Gewicht fällt.

Fazit

Motherland: Fort Salem“ hat sich prächtig entwickelt. Die Idee ist nach wie vor unverbraucht und die Geschichte wendungsreich und packend erzählt. Es gibt genügend Schauwerte und die jungen Schauspieler scheinen von Folge zu Folge besser zu werden. Der soziale und politische Kontext der Story ist harmonisch in die Drehbücher integriert und hinterlässt ausnahmsweise einmal nicht den Eindruck, als hätte man ihn mit dem Presslufthammer in die Serie gehämmert.

Vielmehr sind Themen wie Fremdenfeindlichkeit, Gleichberechtigung und Toleranz ein fester Bestandteil der von Eliot Laurence erschaffenen Welt. Hinzu kommen routinierte Regisseure wie Amanda Tapping (ja, genau die) und Steven A. Adelson (Sanctuary, The Blacklist) sowie ein toller Score aus der Feder von Brandon Roberts (Battlestar Galactica, „Logan: The Wolverine“). Mit Staffel drei wird die Geschichte um Raelle, Tally und Abigail übrigens zu einem runden Abschluss gebracht. In Anbetracht der ersten beiden Seasons darf man sich auf das Finale freuen.

Hier noch der Trailer zur neuen Staffel der Serie „Motherland: Fort Salem“:

Du kannst die Serie „Motherland: Fort Salem“ jetzt sofort bei Amazon Prime Video, iTunes oder Magenta TV streamen.

Verfasser: Reinhard Prahl am Samstag, 15. Januar 2022

Motherland: Fort Salem 2x10 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 10
(Motherland: Fort Salem 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Revolution (1)
Titel der Episode im Original
Revolution, Part 1
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 24. August 2021 (Freeform)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 18. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 18. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 18. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 18. Oktober 2021

Schauspieler in der Episode Motherland: Fort Salem 2x10

Darsteller
Rolle
Taylor Hickson
Demetria McKinney
Jessica Sutton
Lyne Renee

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