Monarch - Legacy of Monsters: Review der ersten beiden Episoden der Monster-Actionserie

© Apple TV+
Das passiert in „Monarch: Legacy of Monsters“
Ein Jahr nach dem epischen Kampf zwischen „Godzilla“ und den M.U.T.O.s („Massive Unidentified Terrestrial Organism“ in San Francisco reist die Halbjapanerin Cate (Anna Sawai) in Monarch: Legacy of Monsters 2015 nach Tokio, um den Spuren ihres verschwundenen Vaters zu folgen. Dabei stößt sie nicht nur auf eine zweite Familie, die er heimlich dort hatte, sondern auch auf Geheimnisse, die die Geheimorganisation Monarch auf den Plan rufen.
Das Monsterverse

Nachdem „Godzilla“ von 2014 unter der Regie von Gareth Edwards („Rogue One: A Star Wars Story)“ ein großer Erfolg geworden war, entschieden sich Warner Bros. und Legendary Pictures, daraus das multimediale „Monsterverse“ zu kreieren. 2017 folgte „Kong: Skull Island“, 2019 „Godzilla II: King of the Monsters“ und 2021 konsequenterweise schließlich „Godzilla vs. Kong“.
Während wir auf den nächsten Megamonsterstreich mit dem Titel „Godzilla x Kong: The New Empire“ warten, versüßt uns Apple TV+ nun die Zeit mit „Monarch: Legacy of Monsters“, in der die seit 2014 bekannte Geheimorganisation eine entscheidende Rolle spielt. Dass dies mit einigen spektakulären Spezialeffekten einhergeht, dürfte dabei kaum erwähnenswert sein. Noch interessanter ist indes, dass die Serienerfinder Chris Black (Outcast) sowie Matt Fraction (Da Vinci's Demons) eine recht spannende Geschichte um die allgegenwärtige Zerstörungswut von Godzilla und Co kreiert haben.
Handlungsbögen
Der Plot von „Monarch: Legacy of Monsters“ dreht sich um die Halbjapanerin Cate Randa, die den Kampf zwischen Godzilla und den MUTOs in ihrer Heimatstadt San Francisco hautnah miterlebte und selbstredend ein schweres Trauma erlitten hat.
Nach dem in Teil eins - (Aftermath) - thematisierten mysteriösen Verschwinden ihres Vaters, der irgendwie in die Ereignisse verwickelt ist, reist sie im Jahr 2015 nach Tokio, um mehr über sein Leben zu erfahren. Dabei findet sie nicht nur heraus, dass dieser ein Doppelleben führte und heimlich eine zweite Familie in Japan hatte, sondern auch, dass er einige Geheimnisse hütet, an die die Geheimorganisation Monarch unbedingt gelangen will.
In Tokio entspinnt sich bald eine rasant inszenierte Verfolgungsjagd um einen alten Datenträger, in die, abgesehen von Cate, auch ihr Halbbruder Kentaro (Ren Watabe) und die Computerexpertin May (Kiersey Clemons) hineingezogen werden.
Die Handlung wird immer wieder mit Rückblenden unterbrochen, die einerseits Cates Erlebnisse in San Francisco beleuchten, und andererseits in den frühen und späten 50er Jahren angesiedelt sind. Der historische Handlungsstrang dient dabei weitestgehend als Erklärungsmodul. So erfahren wir nicht nur, dass schon Cates Großmutter Keiko auf Monsterjagd ging, sondern auch ihr Großonkel Lee Shaw.
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Immersion

Der Serie gelingt es hervorragend, das bisherige Monsterverse zu umspannen, in dem die Geschichte im Jahr 1973 auf Skull Island beginnt, als der aus dem Film bekannte Bill Randa (John Goodman) eine Tasche mit besagter Datei und anderen Unterlagen auf der Flucht vor einer Megariesenspinne ins Meer wirft. Von hier aus wird der Bogen über das Jahr 2015 zurück bis 2014, 1959 und 1952 geschlagen, in dem die Familiensaga um die Randals beginnt.
Allerdings ruht sich „Monarch: Legacy of Monsters“ keineswegs auf den Erfolgen der Blockbuster aus, sondern führt neue Figuren ein, die die Geschichte aufgreifen, weiterführen und ausspinnen. Dies gelingt sowohl auf erzählerischer als auch auf audiovisueller Ebene sehr gut, so dass man sich über die ersten beiden Teile der ersten Staffel mit ihren 90 Minuten rundum gut unterhalten fühlt.
Die Geschichte wird von Black und Fraction erwartungsgemäß tempo- und actionreich vorgetragen, lässt dem Publikum aber auch genügend Zeit, um die Protagonisten einzuführen. Mit Mari Yamamoto, Anna Sawai, Kiersey Clemmons und Ren Wataba hat sich Legendary Television zudem für einen starken und dynamischen Cast entschieden, der einiges an Beziehungsdynamik in den Plot einfließen lässt. Das sorgt zumindest im ersten Teil für ein gewisses Spannungspotential. In Teil zwei gerät die Figurenzeichnung indes etwas eindimensionaler. Die Charaktere raufen sich zusammen, um das Abenteuer, in das sie hineingeschlittert sind, gemeinsam durchzustehen.
Lee Shaw

Als besonders pfiffige Idee erweist sich in mit „Monarch: Legacy of Monsters“ übrigens, dass die Figur des Lee Shaw im 2015er Handlungsbogen von Kurt Russell und in den 50er Jahren von dessen Sohn Wyatt gespielt wird, der den Darstellungskünsten seines Vaters erfreulicherweise in nichts nachsteht.
Die große Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn verleiht den Zeitsprüngen noch größere Glaubwürdigkeit und sorgt im Verbund mit den vielen Bezügen auf das Filmuniversum für ein immersives TV-Erlebnis. Der Charakter ist der einzige, dessen Erlebnisse sich über die mehr als 60 Jahre ziehen, die „Monarch: Legacy of Monsters“ überspannt. Der ehemalige Soldat sammelte im Laufe seiner Tätigkeit für das Militär und Monarch ein für die Organisation gefährliches Wissen an, das es unter allen Umständen zu schützen gilt.

Thrillerelemente
Damit nimmt die Serie, abgesehen von ihren starken Kaiju-Elementen, Züge eines Verschwörungsthrillers an, dessen erste Ausläufer sich bereits in den Startepisoden ertasten lassen. Der zwielichtige „Tim“ (Joe Tippet) findet in der Monarch-Zentrale heraus, dass May im Auftrag von Kentaro und Cate besagten Datenträger entschlüsselt hat und nun an Informationen kommt, die der Agent lieber verborgen wissen möchte.
Er ist es denn auch, der sich mit seiner Leibwächterin Duvall (Elisa Lasowski) auf den Weg nach Tokio macht, um ihnen die Informationen zu entreißen. Als die drei jungen Leute fliehen und schließlich Lee in einer vorgeblichen Veteranenresidenz ausmachen, stellt sich heraus, dass dieser in Wirklichkeit ein Gefangener ist und nur darauf brennt, zu fliehen. Hier endet der zweite Teil mit dem Titel Departure und lässt uns mit großer Vorfreude auf Episode Nummer drei zurück.
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Fazit

Monarch: Legacy of Monsters ist rasant, spannend und einfach cool. Wer auf Riesenmonster aller Couleur steht, wird hier garantiert fündig. Schon in den ersten beiden Teilen gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit King Kong und Godzilla, sondern auch mit einer fliegenden Monsterechse und einer Horde ekliger Riesenasseln.
Abgesehen von dem Effektspektakel, das - nebenbei erwähnt - aber keineswegs inflationär eingesetzt wird, erzählt die Show darüber hinaus aber auch eine drei Generationen überspannende Familiengeschichte im Thrillergewand mit sympathischen Hauptfiguren und einer herrlich supergeheimen Geheimorganisation.
Was die Produktions-Standards angeht, lässt sich resümieren, dass „Monarch: Legacy of Monsters“ eben ein typisches High-End-Apple-Produkt ist, das audiovisuell locker neben Blockbusterserien wie Foundation, Silo, For All Mankind und Invasion bestehen kann. Damit steht in den nächsten acht Wochen einem wöchentlichen heißen TV-Abend nichts mehr im Wege.
Viereinhalb von fünf Kaijus.