Miracle Workers: Review der Pilotepisode

© ??Miracle Workers“ (c) TBS
Die Kirche verliert ihre Anhänger, seit Jahrtausenden werden Kriege aus Glaubensgründen geführt und, wenn man den Nachrichten glauben schenkt, geht die Erde ohnehin bald zugrunde. Was für ein guter Zeitpunkt, sich noch mal genauer mit dem Thema Glauben und Religion auseinanderzusetzen. Das dachte sich auch Simon Rich, auf dessen Roman die Serie Miracle Workers basiert und so überlegte er sich einen besonderen Ansatz zur meinungsspaltenden Thematik.
Raus dabei kam die von TBS veröffentlichte Anthologieserie „Miracle Workers“, die ab der Pilotepisode 2 Weeks nicht nur mit ihrer hochkarätigen Besetzung prahlen kann, sondern auch mit einer unterhaltsamen und kreativen Story.
Die Chancen des Herrn
Im Himmel wird die Arbeitsmoral schon lange nicht mehr großgeschrieben. Gott (Steve Buscemi) ertrinkt seinen Kummer über den Verlust von Moral und der Verwüstung auf der Erde in Bier und verbringt seine Zeit lieber im Schlafanzug vor dem Fernseher, anstatt sich mit dem Leid der Menschheit zu beschäftigen. Die Vulkanabteilung macht auch lieber ein Kaffeekränzchen und aufgrund Budgetkürzungen müssen wohl noch mehr Tiere neben den Dinosauriern aussterben.
Die junge und motivierte Eliza (Geraldine Viswanathan) sticht allerdings daraus hervor, da sie als Engel die Welt verbessern will. Sie wird auf ihren Wunsch hin in die Abteilung für erhörte Gebete versetzt, wo sie mit dem Außenseiter Craig (Daniel Radcliff) versucht, den Gebeten auf der Erde nachzukommen. Schnell erkennt sie, dass ihre Arbeit den Menschen nicht wirklich hilft und Craigs Hauptbeschäftigung, verlorene Gegenstände wieder auftauchen zu lassen, eher einen mühsamen Zeitvertreib darstellt.
Kurzerhand wendet Eliza sich an Gott persönlich und appelliert an seine Vernunft: Er trägt schließlich die Verantwortung für seine Schöpfung. Damit verfehlt sie jedoch ihr Ziel, denn Gott entschließt sich, die Erde zu zerstören und sich lieber neuen Projekten zuzuwenden. Für Craig, der nichts außer seiner Arbeit im Leben hat, stürzt auch seine Welt zusammen. Doch Elizas Elan ist noch nicht erschüttert. Sie schließt mit Gott eine Wette ab, dass, wenn sie es schafft, innerhalb von zwei Wochen ein unmöglich erscheinendes Gebet zu erfüllen, die Erde verschont wird. Und was ist einfacher, als zwei Menschen, die sich zueinander hingezogen fühlen, zusammenzubringen? RomCom-Zuschauer wissen: ungefähr alles...

Heaven Inc.
„Miracle Workers“ beantwortet die tiefgründige Frage „Wenn es einen Gott gibt, warum unternimmt er nichts gegen das Leid auf der Erde?" mit: „... weil er in einer Midlife-Crisis steckt." Auch andere ernste Themen wie Klimakatastrophen, Gewalt und Tod weiß die neue Comedy mit guten Pointen auf die leichte Schulter zu nehmen und gibt dem Zuschauer so die Möglichkeit, die irdischen Probleme aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Für genug Unterhaltung sorgt die neue Comedy alleine schon durch kreative Erklärungen, wie das alles so im Himmel ablaufen könnte.
Nicht von der Hand zu weisen ist zudem die gut gewählte Besetzung. Der „Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe verkörpert unglaublich authentisch die Rolle des isolierten Computernerds und Steve Buscemi ist durch seine Vorliebe für skurrile Charaktere wie geschaffen für einen infantilen und verrückten Gott.
Weltbewegend ist die neue Serie „Miracle Workers“ nicht gerade und wahrscheinlich wird sie auch niemanden extrem vor dem Bildschirm fesseln können. Trotzdem unterhält die nur 20 Minuten andauernde Pilotfolge ihre Zuschauer auf jeden Fall. Vor allem solche, die sich an der Kreativität der Macher und den witzigen Konversationen erfreuen können.

Fazit
Auf einen wirklich bedeutungsvollen und unerwarteten Handlungsverlauf kann man bei „Miracle Workers“ zwar höchstwahrscheinlich nicht hoffen, doch das ist auch gar nicht der Anspruch der Serie. Andererseits konnte an genau dieser Stelle zum Beispiel Brooklyn Nine-Nine bereits überraschen. Die Pilotepisode 2 Weeks überzeugt vor allem durch eine lustige und kreative Inszenierung des Himmels als Unternehmen und Arbeitgeber. Und obwohl das Hauptmerkmal auf der Unterhaltung des Zuschauers liegt, könnte man durchaus auch die eine oder andere Erkenntnis aus der Comedy mitnehmen...
Abschließend noch der gelungene Trailer zur neuen US-Serie Miracle Workers: