Meiberger - Im Kopf des Täters: Review der Pilotepisode

© zenenbild aus dem Piloten der Serie „Meisberger“ (c) ServusTV
Worum geht es?
Eigentlich will der Gerichtspsychologe Thomas Meiberger (Fritz Karl) in der Auftaktfolge von Meiberger - Im Kopf des Täters zusammen mit seinem Sohn das ganze Wochenende verbringen und für ihren gemeinsamen Auftritt als Zauberkünstler proben, aber seine Pläne werden durchkreuzt, als die Staatsanwältin Barbara Simma (Ulrike C. Tscharre) vor seiner Tür auftaucht. Sie bittet ihn um ein Gutachten bei einem sehr außergewöhnlichen Fall:
Eine Frau, die seit ihrer Kindheit schlafwandelt, soll im Schlaf ihren Mann niedergestochen haben. Doch wie weit ist sie dafür selbst verantwortlich? Je mehr sich Meiberger in die Materie einarbeitet, desto mehr Ungereimtheiten findet er. Zur Seite steht ihm dabei neben Simma sein Vater, ein früherer Gerichtspräsident, der den einen oder anderen bedachten Ratschlag hat. Außerdem ist da noch Kripo-Chef Nepo Wallner (Cornelius Obonya), der nicht besonders begeistert ist von Meibergers Einmischung, aber trotzdem mit ihm zusammenarbeitet (wenn auch unter lautstarkem Protest). Im Vergleich zu seiner Arbeit läuft es in Meibergers Privatleben nicht so rund. Er wird völlig aus der Bahn geworfen, als seine Frau ihm eröffnet, dass sie ihren neuen Freund heiraten will.

Mentalist auf Österreichisch
Wie von der Ausgangsidee schon herauszulesen, erinnert diese Serie aus Österreich an die erfolgreiche amerikanische Serie The Mentalist. Ein Außenseiter der Polizei, der sich gut mit der menschlichen Psyche auskennt, hilft bei besonders verzwickten Verbrechen aus. Außerdem ist Meiberger in seiner Freizeit zwar kein Gedankenleser, aber ein angehender Zauberkünstler. Auf der anderen Seite arbeitet Meiberger nicht wie der Protagonist in „The Mentalist“ als Berater für die Polizei, sondern als offizieller Gerichtspsychologe. Wobei er es mit seinem Aufgabenbereich nicht so eng nimmt und sich auch als Ermittler versucht...
Die Parallelen müssen nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Die Ausgangssituation ist interessant und wichtig ist ja, was in der Sendung daraus gemacht wird. Wie in vielen Krimis ist das Verbrechen, in dem ermittelt wird, etwas konstruiert und lebensfern, aber das wird durch gute Dialoge und eine starke Besetzung mehr als wettgemacht. Mehr noch: Die Welt von Meiberger - Im Kopf des Täters ist gut durchdacht und als Zuschauer bekommt man das Gefühl, dass diese Menschen sich schon eine lange Zeit kennen und miteinander arbeiten. Diese Art von etablierten Beziehungen lässt die Serie lebendig und natürlich wirken. Allgemein ist der Pilot mehr auf die Vorstellung seiner Figuren besinnt als auf die Handlung, was bei einer Einstiegsepisode aber generell kaum zu vermeiden ist.
Ein bisschen Spaß muss sein

Ein weiteres Plus ist die gute Prise Humor, die in der Episode verstreut ist. Jeder der Charaktere, sogar Meibergers Vater, hat Gelegenheit, ein oder zwei Oneliner oder spitze Bemerkungen in ihrem breiten österreichischen Dialekt einzuwerfen, was die ganze Handlung etwas auflockert und eine willkommene Abwechslung zu dem ernsten Fall ist. Der Meister der trockenen Bemerkungen ist übrigens Kripo-Chef Wallner, der von Theaterveteran Cornelius Obonya gespielt wird. Die anderen beiden Hauptdarsteller können ebenfalls bereits weitreichende Erfahrungen in Theater und Film nachweisen. Fritz Karl war unter anderem in Filmen wie „Männerherzen“ und „Die Zeit, die man Leben nennt“ dabei. Er wurde für seine Rolle in „Eine folgenschwere Affäre“ für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert. Ulrike C. Tscharre hatte Rollen in den Serien „Pfarrer Braun“, „Polizeiruf 110“ und „Lindenstraße“. Außerdem sind alle drei Schauspieler bereits in mehreren „Tatort“-Produktionen aufgetreten. Gerade, wenn diese Gruppe in einem Raum zusammen ist, entfaltet die Episode ihren Reiz und die Darsteller laufen zu Höchstformen auf.
Fazit
Die Pilotfolge von „Meiberger“ kann eine ausreichend spannende Handlung vorweisen, die von charmanten Dialogen und Hauptdarstellern aufgewertet wird. Die Serie erfindet nicht das Rad (beziehungsweise das Genre) neu, aber vorausgesetzt die Fälle bleiben im Laufe der Staffel auf demselben Niveau oder werden sogar besser, ist „Meiberger“ ein erfreulicher Zugewinn für die deutschsprachige Serienlandschaft.