Mayans MC 1x07

Mayans MC 1x07

Agent Jimenez kämpft in Mayans MC dagegen an, dass der Deal der Staatsanwaltschaft mit EZ platzt und ihn ungeschützt zurücklässt. Galindo sieht sich von Feinden umringt einem viel mächtigeren Gegner gegenüber, als er es für möglich gehalten hatte.

Danny Pino in „Mayans MC“ (c) FX
Danny Pino in „Mayans MC“ (c) FX
© anny Pino in „Mayans MC“ (c) FX

Der Deal, den EZ (JD Pardo) mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt hat, droht in Cucaracha/K'uruch zu kippen. Doch Agent Jimenez (Maurice Compte) wirft alles in die Waagschale und setzt seine Karriere aufs Spiel, um die fatale Entscheidung abzuwenden. Galindo (Danny Pino) sitzt unterdessen immer noch an der Grenze fest und lernt bald das Ausmaß von Adelitas (Carla Baratta) Operation kennen, die nicht nur ihn, sondern auch Felipe (Edward James Olmos) in einem Gespräch unter vier Augen konfrontiert.

Eine kleine Kakerlake

EZ und Angel (Clayton Cardenas) setzen Adelita auf der amerikanischen Seite der Grenze ab, woraufhin diese sich weiter in Bewegung setzt, denn sie hat einen vollen Terminplan: Erster Zwischenstopp ist Felipe, den sie für denjenigen hält, der ihren Vater, als sie noch ein Kind war, an das Kartell verraten hat, woraufhin sie den Mord an ihrer Familie miterleben musste. Tatsächlich ist Felipe ein sehr guter Bekannter ihres Vaters, denn beide gingen als Partner gemeinsam mit geschärften Macheten gegen die Kartelle vor. Obwohl es sehr wahrscheinlich zunächst ihre Absicht gewesen ist, tötet sie Felipe jedoch nicht, denn er kann sie überzeugen, dass noch eine dritte Person im Spiel war, die ihr nur zu gut bekannt ist.

Der nächste Stop ist der Grenzübergang, an dem sie ein Treffen mit Galindo orchestriert, der dort immer noch feststeckt. Mit einer überraschenden Machtdemonstration zeigt sie dem Kartellboss auf, dass sie seine gesamte Operation mit nur einem Anruf auslöschen könnte, unterbreitet ihm stattdessen allerdings das Angebot einer Allianz, denn sie baut auf seine Hilfe, um gegen die mexikanische Regierung und die Korruption im Land vorzugehen. Als Friedensangebot händigt sie ihm anschließend seinen Sohn aus, den er wieder in die Arme schließen und mit nach Hause nehmen kann.

Für EZ wird es inzwischen eng, da auf Anweisung des Vorgesetzten von Jimenez Schluss mit dessen Vereinbarung sein soll, woraufhin eine Fahndung nach ihm ausgeschrieben wird. Die Information des Prospect, dass Galindo an der Grenze festsitzt, nutzt Jimenez allerdings, um den neuen Taskforceleiter Lincoln Potter (Ray McKinnon) von der Nützlichkeit seines Verwandten zu überzeugen, so dass er nach seiner Verhaftung wieder auf freien Fuß kommt. Dafür entschließt sich Potter, den Arm des Gesetzes in Richtung Galindo auszustrecken und steht kurz nach dessen Rückkehr gemeinsam mit den mexikanischen Behörden auf dessen Fußmatte.

Nachdem Coco (Richard Cabral) seine Tochter Letitia dem MC vorstellt, eskalieren die Dinge zwischen seiner Mutter und dem Vater-Tochter-Gespann. Nach einem Streit, in dessen Zügen Mutter Cruz ihrer Enkelin das Geld ihres Vaters direkt abknöpft und ihr vorgibt, sie solle für mehr Geld anschaffen gehen, fügt sich Cocos Sonnenschein selbst einige garstige Wunden zu, um ihren Vater auf dessen Mutter anzusetzen. Das funktioniert ein wenig zu perfekt, denn der wutentbrannte Biker stranguliert seine Erzeugerin daraufhin gnadenlos in ihrer eigenen Badewanne, was ganz sicher noch ein gehöriges Nachspiel haben dürfte...

Neue Allianzen, alte Probleme

In Cucaracha/K'uruch erfahren wir erstmalig nicht nur etwas über Adelitas (Carla Baratta) eigentliche Ziele, Mexiko aus den Ketten der Korruption zu befreien und der Regierung eine Frischzellenkur zu verpassen, sondern bekommen mit, dass ihre Gruppierung alles andere als nur ein Flackern auf dem Radar ihrer Gegner ist, denn sie sind weitaus mächtiger, als es vor allem ein sichtlich überraschter Miguel Galindo (Danny Pino) sich zuvor ausgemalt hatte. Doch wie lange kann solch eine Allianz zweier Parteien, die sich gegenseitig verabscheuen, halten? Galindo selbst demonstrierte kurz zuvor in der Haft noch anschaulich, dass hinter dem Business-School-Absolventen, der sich lieber einen Regenmantel anzieht, wenn es zur Sache geht, ordentlich Zielstrebigkeit und Skrupellosigkeit steckt.

Eine Sache, die an dieser Storyline momentan nicht wirklich aufgeht, ist, dass sein Kartell zu oft dilettantisch dargestellt wird. Die Machtlosigkeit an der Grenze mag zwar geschickt von Adelita eingefädelt worden sein, doch dass das Anwesen eines Drogenbarons und der Kopf eines Kartells mal eben so ohne Gegenwehr und chancenlos von der DEA und den mexikanischen Behörden eingenommen wurden, ohne dass irgendjemand die kommende Gefahr bemerkt hatte, wirkt doch arg unglaubwürdig und lässt die Organisation unorganisiert und fragil wirken, was eigentlich ja nicht die Intention sein sollte, nachdem diese ohnehin schon von einem Tag auf den anderen Adelitas Gnade zu unterliegen scheint. Adelitas Vermutung in Bezug auf Felipes Vergangenheit lässt ihre Beziehung zu Angel nun in einem ganz anderen Licht erscheinen und man fragt sich, ob sie für die Reyes-Brüder ursprünglich nicht ein unangenehmes Schicksal geplant hatte.

FX
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Die Geschehnisse rund um den MC funktionieren ein wenig besser, insbesondere Cocos (Richard Cabral) Mord an seiner Mutter fügte sich glaubwürdig und nachvollziehbar in die bisherigen Ereignisse und die stetig ansteigende Eskalationskurve ein. Seine Mutter war sicherlich ein ganz besonderes Herzchen, die sowohl Leticia (Emily Tosta) als auch ihrem Sohn genug Gründe für einen Groll geliefert hatte, doch eben die Sache, die Coco über die Schwelle geschubst hat, gehört nicht auf ihr Konto. Auch, wenn es sicherlich nicht ohne Provokationen abgelaufen war, so sind Letitia und ihr Talent für Manipulation nicht nur ein vertrautes „SoA“-Charakterattribut, sie dürfte weiterhin ein spannender und unberechenbarer Chaosfaktor im MC bleiben.

Jimenez (Maurice Compte) lässt seinen Versprechen in dieser Episode Taten folgen und erweist sich als wichtiger Verbündeter für EZ, wobei der exzentrische und hartnäckige Potter (Ray McKinnon) sicherlich nicht der sentimentale Typ ist, der eine Träne vergießen würde, wenn auf dem Weg zu seinem Ziel jemand wie EZ auf der Strecke bleibt. Doch momentan sieht er dank Jimenez den Wert von EZ, was ihm ein wenig Zeit und guten Willen verschaffen dürfte.

Wo man genau mit Felipe (Edward James Olmos) hin will, ist derzeit noch nicht so deutlich ersichtlich. Es ist auf jeden Fall Zeit, dass seine alte Fotosammlung, die wir mittlerweile oft genug begutachten durften, zurück im Schrank verschwindet und er seinen Platz von der Bank verlässt, um in die Handlung einzugreifen - und er scheint im Begriff zu sein, genau das zu tun.

Fazit

Ein wichtiger Garant für Spannung in Mayans MC ist derzeit, dass es viele unberechenbare X-Faktoren wie etwa Felipe, Potter oder auch Galindo gibt, die sich auf einem breiten Spektrum bewegen und bei Bedarf in jede Richtung ausschlagen können. Allerdings gibt es noch ein paar weniger interessante Storylines, wie etwa den von Angel entdeckten Tunnel innerhalb des MC, oder kontraproduktiv schwächliche Darstellungen des Galindo-Kartells und Adelitas sehr hochgegriffener Machtzuwachs als Problemzonen der aktuellen Folge. Auch EZs Dilemma dürfte gerne noch etwas mehr Schwung bekommen, denn, um als Protagonist zu wachsen, braucht er noch viel mehr Präsenz innerhalb der Episoden, während Cocos Familiengeschichte sich dafür sehr organisch und gelungen in die Erzählung einfügte.

Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 17. Oktober 2018
Episode
Staffel 1, Episode 7
(Mayans MC 1x07)
Deutscher Titel der Episode
Cucaracha/K'uruch
Titel der Episode im Original
Cucaracha/K’uruch
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 16. Oktober 2018 (FX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 19. Juni 2020
Autor
Elgin James
Regisseur
Rachel Goldberg

Schauspieler in der Episode Mayans MC 1x07

Darsteller
Rolle
Clayton Cardenas
Sarah Bolger
Michael Irby
Raoul Trujillo
Antonio Jaramillo
Daniel Pino
Joseph Raymond Lucero
Vincent Vargas
Frankie Loyal Delgado

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