Love Sucks 1x01

© ZDF und Frank Dicks
Darum geht es in der Serie „Love Sucks“
In der Eröffnungssequenz der Auftaktfolge von Love Sucks erleben wir mit, wie die kleine Tochter einer in ihrem Auto lebenden Familie den nächtlichen brutalen Mord an ihrer Mutter miterleben muss. Der Täter ist ein Vampir.
Den jungen, aus einer immens reichen Familie stammenden Benjamin von Greifenstein, genannt Ben (Damian Hardung, Maxton Hall - Die Welt zwischen uns) umgibt ein düsteres Geheimnis, das wir uns zunächst nur denken können. Sein älterer Bruder Theo (Rick Okon, Die verlorene Tochter) will Ben aus seiner Lethargie reißen. Er nötigt ihn gemeinsam mit seiner lasziven Freundin Agata (Dana Herfurth, Das Haus der Träume) zu einem Rummelplatzbesuch. Hier fällt dem schwermütigen jungen Mann bereits im Vorübergehen die taffe und sportliche Zelda (Havana Joy Braun, „Doppelherz“) auf.
Culture Clash
Zelda ist die Tochter von Ilja Zoris (Stipe Erceg, Testo), der eine Preisbox-Bude auf dem Rummelplatz betreibt. Hier treten sowohl Zelda als auch ihr Bruder Branko (Dennis Scheuermann, „Tatort“, „SOKO Leipzig“) gegen mutige Besucher in Schaukämpfen an und werden regelmäßig ausgeknockt. Vater Ilja bewahrt Zeitungsausschnitte über den Mordfall vom Beginn der Folge auf.
Ring frei!
Theo überredet Ben, an dem Spektakel teilzunehmen und er sieht sich Zelda gegenüber. Diese schickt ihn mühelos zu Boden, allerdings muss Ben dabei seine aufkommenden übernatürlichen Triebe in Zaum halten. Zelda geht als Siegerin nach Punkten aus dem Kampf hervor.
Düstere Orgie
Theo und Agata haben eine Gruppe junger Frauen auf dem Rummelplatz kennengelernt, die sie für den späteren Abend zu einer Party einladen. Nachdem Ben und Zelda hinter den Wohnwagen kurz miteinander gesprochen haben, beschließt sie, mittels einer geklauten Einladung ebenfalls zu der Party zu gehen.
Diese findet im Keller eines zwar mondänen, aber gruseligen alten Anwesens statt. Zunächst ist Ben hocherfreut, seinen neuen Schwarm auf der stattfindenden Halbwelt-Fete zu sehen, doch plötzlich drängt er Zelda zum Gehen. Dafür gibt es, wie sich gleich darauf zeigt, sehr gute Gründe.
Niemals fortgewesen
Zwar war die Vampir-Welle im Vergleich zum ganz großen Boom in den 2010er-Jahren ein wenig abgeebbt. Doch gerade im zurückliegenden Jahr feierten die faszinierenden Blutsauger ein ausgesprochenes Revival, unter anderem in US-Serien wie Interview with the Vampire oder aber auch hierzulande vor wenigen Wochen deutlich klamaukiger in Der Upir. Vampire sind wieder in, nachdem sie eigentlich niemals so richtig out gewesen sind.
Im Gegensatz zur eben genannten deutschen Reihe geht Love Sucks deutlich ernster zur Sache. Als Showrunner fungiert Marc O. Seng, der neben der Mitarbeit am Drama Club der roten Bänder vor allem als einer der Hauptautoren der gefeierten Netflix-Serie Dark bekannt wurde. Die Produktion übernahmen Studio Zentral und das Zweite Deutsche Fernsehen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftlichen Filmförderung Nordrhein-Westfalen.
Nicht ganz neu…
Wirklich innovative Geschichten aus einem so reichen Sub-Genre wie dem des Vampir-Grusels zu erdenken dürfte mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit sein. Und so folgt die erste der insgesamt acht zwischen 24 und 33 Minuten langen Folgen von „Love Sucks“ zunächst altgewohnten Mustern, wie wir sie aus dem Kino aus der „Twilight-Saga“ und im Fernsehen den The Vampire Diaries kennen. Die Blutsauger sind auch hier keine besudelten Untoten. Sondern uralte Adlige, die ihre Unsterblichkeit dazu genutzt haben, riesigen Einfluss auf geschäftliche Belange der Welt der Menschen zu erlangen. Allerdings sorgt bei „Love Sucks“ allein schon die gewaltige Kluft zwischen den reichen von Greifensteins und der Schaustellerfamilie Zoris für interessante Kontraste.
Edward und Bella?

Natürlich kommt man angesichts der Love Story eines jugendlich aussehenden, aber schon ewig lebenden Vampirgrafen und einer gewöhnlichen Sterblichen nicht um den Vergleich mit den beiden Kinofiguren herum. Dafür hatten diese einen viel zu großen Anteil am Aufkommen der Vampirwelle.
Wie bereits gesagt, die Grundprämisse ist nicht neu und vordergründige Parallelen bleiben somit nicht aus. Doch allein die Tatsache, dass Vampir Ben ein eher softer Typ der ruhigen Sorte ist, während Zelda ihre Fäuste gewinnbringend einzusetzen weiß, verleiht der Sache einen frischen Schwung.
Hinzu kommen die düstere Inszenierung, die schon von Beginn an Atmosphäre in der Serie zu schaffen versteht, sowie die Darstellerriege, die ihre Sache insgesamt gut macht. Aus dieser sticht vor allem die überaus charismatische Hauptdarstellerin Havana Joy Braun hervor.
Der Auftakt
Die erste Folge verrät noch nicht allzu viel über die Dinge, die da kommen werden. In erster Linie werden ein paar Türen in Sachen Handlung aufgemacht (wer ist die im Rollstuhl sitzende ältere Frau, die Ben zu Beginn durch ein Museum führt? Ist Zelda wirklich das kleine Mädchen vom Beginn der Folge?). Auch zumindest die Hauptfiguren werden dem Zuschauer vorgestellt. Und damit man auch gleich merkt, in welcher Art Serie wir sind, geschieht gleich zu Beginn ein schauerlicher Mord.
Das allein mag noch nicht besonders viel sein. Doch insbesondere Vampir-Fans (und für die ist „Love Sucks“ ja schließlich in erster Linie gemacht) sind vermutlich recht schnell Feuer und Flamme für die neue, diesmal aus heimischer Produktion stammende Blutsauger-Saga.
Man wird sehen, ob die weitere Geschichte (in der mehrere wichtige Figuren erst noch auftreten werden) dazu angetan ist, eine zweite Staffel folgen zu lassen. Hierbei spielt selbstverständlich in erster Linie der letztliche Erfolg die Hauptrolle.
„Love Sucks“ ist bereits seit 11. Oktober in der ZDF-Mediathek zu sehen und feiert am diesjährigen Halloween-Tag, natürlich der 31. Oktober, seine TV-Premiere bei ZDFneo. Von uns gibt es für den atmosphärischen, aber insgesamt noch nicht sehr ergiebigen Serienauftakt dreieinhalb von fünf Boxhandschuhen.
Verfasser: Thorsten Walch am Donnerstag, 31. Oktober 2024Love Sucks 1x01 Trailer
(Love Sucks 1x01)
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