Lost Girl 5x14

Wenn man die letzte Staffel von Lost Girl verfolgt hat, dann schlich sich eine gewisse Langeweile ein. Ich gebe zu, ich hatte als Zusatzmedium gerne mal das Handy oder den Laptop zur Hand, einfach weil es streckenweise schlicht öde war. Dass die Produzenten auch noch anders können, haben sie in Follow the Yellow Trick Road bewiesen.
Where are your red shoes?
Wobei die Geschichte eigentlich schnell erzĂ€hlt ist: Bo (Anna Silk) wurde von einer Motte gebissen und fĂ€llt in eine Art Wachkoma. Dazu kommt, dass Tricks (Rick Howland) Tod sie so derartig schockiert, dass sie keinen Lebensmut mehr hat. In ihrem komatösen Zustand spielen sich in ihrer Welt scheinbar unlogische Dinge ab, die aber darin gipfeln, dass sie a) beginnt um Trick zu trauern und b) feststellt, dass sie der SchlĂŒssel zur Lösung des Problems namens Hades (Eric Roberts) ist.
Unterdessen in der „wirklichen“ Welt tun ihre Freunde alles, um sie zu stabilisieren, bis sie einen Weg gefunden haben, sie aus dem Koma herauszuholen, was ihnen natĂŒrlich auch gelingt.
An dieser Stelle zwei Warnungen. Obschon eine amerikanische Kontrollgruppe an der Seite, habe ich nicht jede Anspielung auf den „Wizard of Oz“ verstanden. Man möge mir das nachsehen. Aber selbst wenn man alles verstanden hĂ€tte - die Folge war sehr, sehr verwirrend.
Bo wacht also in einer Schwarz-WeiĂ-Welt auf, in der sie die Charaktere trifft, die sie zum „Meister“ bringen sollen, der sie wiederum heim in ihre Welt schicken soll. Tomasina aka Tamsin (Rachel Skarsten) ist das Herz (und damit der Zinnmann). Dyson (Kris Holden-Ried) ist Nosid („Like the vaccum cleaner, no sir?“), der den Mut (der Löwen) darstellt und Lauren (Zoie Palmer) als Lola, das Hirn (nun die Vogelscheuche) der Truppe. Dort finden sie Vex (Paul Amos) vor, der nicht nur in RĂ€tseln redet sondern auch noch klar macht, dass er eben nicht von Grund auf Böse ist. Gleich danach fĂ€ngt Bo an zu begreifen, dass Trick wirklich tot ist und sie der neue Meister ist, der die Geschicke von was auch immer in der Hand hĂ€lt.

Zu guter Letzt erscheint Kenzi (Ksenia Solo), als guter und dĂ€monischer Engel gekleidet, wohl zwei der Hexen symbolisierend. Es gewinnt die gute Hexe und gibt Bo nicht nur erneut den SchlĂŒssel zu dem, was da kommen mag sondern bringt sie auch heim.
Ach ja, und endlich finden wir heraus, dass das immer wiederkehrende Pferd Peripice gar kein schlechtes, sondern ein gutes Omen ist. Verwirrt? Verstehe ich, bin ich auch - nur dieses Mal macht das Verwirrtsein Spaà und es dient einem höheren Zweck. Sicher, es bleibt immer noch viel im Dunkeln, aber Bo ist soweit gekommen, dass sie Trick zwar betrauert, aber mit ihrem Leben weitermachen kann. Sie ist bereit, sich dem zu stellen, was da kommen mag - auch wenn wir immer noch nicht wissen, was genau das sein mag.
Meanwhile in Kansas
Derweil sind in der RealitĂ€t endlich alle wieder zusammen - das erste Mal seit Langem. Sie arbeiten als Team gemeinsam auf ein Ziel hin, nĂ€mlich Bo wieder zurĂŒckzuholen. Witzig ist im Ăbrigen das Detail, dass Kenzi durch das Dachfenster einsteigt - Ă€hnlich ist sie in der allerersten Folge in die Fabrik gekommen, in der Bos erster Kampf stattgefunden hat.
Alte Freundschaft vergeht eben nicht, auĂerdem geht auch das reale Leben weiter. Dazu gehört, dass Tamsins Schwangerschaft so derart schnell voranschreitet, dass man sich sicher sein kann, dass das kein gutes Zeichen ist. Obwohl sie es nicht wahrhaben will, wird sie ein Kind bekommen und hat es jetzt schon in ihr Herz geschlossen. Dieses Kind wird ein weiterer SchlĂŒssel zu dem sein, was da kommen wird, da bin ich mir sehr sicher. AuĂerdem muss was mit Vex geschehen, man kann ihn nicht zum Guten bekehren, um ihn dann von Hades ermorden zu lassen. AuĂerdem muss Mark (Luke Bilyk), der Blasse, doch noch zu irgendetwas gut sein.
Was im Ăbrigen auch gezeigt wurde, war, wie man eine ordentliche und wĂŒrdevolle Testamentseröffnung und Abschiedszeremonie vornimmt. So und nicht anders hat man sich von einem geliebten Menschen zu verabschieden.

Fazit
Wie schon erwĂ€hnt, war die Folge vielleicht nicht die VerstĂ€ndlichste. Doch hat sie nicht nur die Serie vorangebracht - sie war endlich mal wieder anders und besonders. Sie hatte - Achtung - Humor, sie hatte Anspielungen. Ich habe gelacht und ich habe am Schluss bei der Verlesung von Tricks Testament geweint. Auf Deutsch, sie hat mich mitgenommen und berĂŒhrt. Zwar bin ich immer noch froh, dass wir dann jetzt bald mit der Serie durch sind, aber ich hĂ€tte nicht gedacht, dass ich mich auf die letzten Folgen freue.
Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 13. Oktober 2015(Lost Girl 5x14)
Schauspieler in der Episode Lost Girl 5x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?