Lost Girl 3x08

Lost Girl 3x08

Fae-World trifft Steampunk-Western - kann das gut gehen? Es kann, wie Fae-ge against the Machine beweist. Dazu noch ein wenig Beziehungsdrama und eine immer noch undurchsichtige Blondine. Fertig ist eine gute Folge von Lost Girl.

 Bo (Anna Silk) und Tamsin (Rachel Skarsten) in „Lost Girl“ / (c) Showcase
Bo (Anna Silk) und Tamsin (Rachel Skarsten) in „Lost Girl“ / (c) Showcase

Die letzten beiden Folgen von Lost Girl zeichneten sich bekanntermaßen durch eine gewisse Eindimensionalität mit eher mäßig gestalteten Fae-Figuren aus. Mit Fae-ge against the Machine drängt sich nun der Verdacht auf, dass die Autoren einfach nur die Komplexität für diese Folge aufgespart haben.

A special invitation

Wir hätten da also diese Steampunk-Maschine, die sich als Einladung für das Dawning herausstellt. Wer sie dort hingestellt hat - niemand weiß es. Nur, dass Bo (Anna Silk) sie versehentlich aktiviert hat und Trick (Richard Howland) jetzt die Entscheidungen treffen muss, mit denen Bo fortan im Spiel zurechtkommen soll, an dessen Ende hoffentlich die Einladung in schon besagten Tempel steht. Oder eben der Tod. Wieder Mal.

Tatsächlich beeinflussen Tricks Entscheidungen Bos Suche nach Hannah (Allie MacDonald), von der sie meint, dass sie sie finden muss, weil sie durch einen Handschlag an Balzac (Ryan Belleville), einem ziemlich tuntigen Spriggan, gebunden ist. So weit, so gut. Die Suche nach Hannah gestaltet sich als eine Art Schnitzeljagd, auf die einzugehen zu lange dauern würde. Nur soviel: es ist kurzweilig, witzig und endlich hat die Sendung mal wieder interessante Neben-Fae-Charaktere.

Auffällig ist, dass Tamsin (Rachel Skarsten) hierbei nicht von ihrer Seite weicht. In gewisser Weise hat sie Dysons (Kristen Holden-Ried) Rolle übernommen, indem sie Bo erklärt, in wessen Territorium sie ist, wer welcher Fae ist, was er kann und wie man ihn besiegt. Plus - sie bleibt an Bos Seite, komme was da wolle. Auch das ist eine starke Entwicklung von der Tamsin, die wir bei ihrem ersten Auftritt kennengelernt haben. Und: Tamsin weiß offensichtlich wesentlich mehr, als sie zugibt. Sie weiß, wer The Wanderer ist und dass Bo „the One“ sein soll - wer immer das auch sein mag. Die Tatsache, dass sie und Bo sich nun schon zum zweiten Mal geküsst haben, macht die Sache nicht weniger interessanter.

Ebenso ist interessant, dass sich die Anziehungskraft zwischen Stella (Deborah Odell) und Trick durchaus zu vertiefen scheint. Und das Trick Stella ziemlich bedingungslos seine Enkelin anvertraut. Man kann nur hoffen, dass dieses Vertrauen berechtigt ist. Übrigens ist ein Schwachpunkt der Geschichte, dass Trick, der Bloodking, der seit Ewigkeiten lebt, die Einladungsmaschine nicht kennen soll. Das ist nicht wirklich glaubhaft.

Wo wir bei der Glaubwürdigkeit sind, langsam sollte mal ein wenig Hintergrundgeschichte kommen. Wer hat diese Maschine dort abgestellt? Wer hat Balsac und Hannah zum Begleiter des Spiels gemacht? Und wer lässt es Tarot-Karten regnen? Alles deutet darauf hin, dass die Fae-World noch irgendeine übergeordnete Instanz hat, die solche Dinge regelt. Ein wenig mehr Input wäre hier doch von Nöten. Man sollte meinen, das mindestens Trick oder Stella diese Instanz kennen.

Was Fae-ge against the Machine dann aber doch wieder rettet, ist die liebevolle Kulisse und die vielen Western-Anspielungen. Die Fae waren alle wieder einmal sehenswert und das Steampunk-Thema ist einfach sehr schön umgesetzt. Einen halben Punkt gibt es übrigens noch für die Konfetti werfende Maschine.

And another invitation

Dann wäre da noch der unvermeidliche Beziehungsplot. Die Beziehung zwischen Lauren (Zoie Palmer) und Bo geht gerade ziemlich den Bach runter. Bo versetzt Lauren wegen der Schnitzeljagd, die wiederum auf einer Gala einen Preis für ihr Schaffen bekommen soll. Und anstatt Lauren den Grund zu sagen, lügt Bo sie nicht nur an, nein, sie redet auch ihre Leistungen klein - gut, Bo war zu diesem Zeitpunkt so was ähnliches wie betrunken, aber trotzdem.

Als Ende vom Lied geht Lauren mit einem gar nicht so schlecht aussehenden Wissenschaftler aus - Entsetzen bei der Lesben-Fraktion. Wir werden sehen, ob unsere gute Dr. Hotpants nicht doch auch vielleicht ein klein wenig bi ist...

Was sonst noch?

Gleich zwei Hauptcharaktere sind nicht mit dabei - von Hale (K.C. Collins) reden wir ja schon gar nicht mehr. Er wird aber mit ziemlicher Sicherheit gegen Ende der Staffel noch mal auftauchen, zumindest heißt die vorletzte Episode Hail, Hale.

Die anderen beiden, die durch Abwesenheit glänzten waren Dyson und Kenzi (Ksenia Solo). Gut, Dyson könnte zugunsten Tamsin geopfert worden sein, damit sie und Bo eine Bonding-Folge haben. Und Kenzi ... tja, es steht zu befürchten, dass es als Zeichen der Entfremdung zu werten ist, dass Kenzi in dieser wirklich wichtigen Phase des Fae-Lebens so gar nicht an Bos Seite ist. An Zufall mag man da eher nicht glauben.

Fazit

Eine Folge, die vor Komplexität nur so strotzt. Was jetzt nicht unbedingt schlecht ist, aber wenn man das Gefühl hat, die Hälfte geht an einem vorbei, weil schlicht Informationen fehlen, dann ist das nicht gut. Aber es besteht berechtigte Hoffnung, dass der Zuschauer diese fehlenden Stückchen, die es braucht die Story vollkommen zu verstehen, bekommen wird. Wir haben ja noch fünf Episoden.

Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 11. März 2013
Episode
Staffel 3, Episode 8
(Lost Girl 3x08)
Deutscher Titel der Episode
Die unbekannte Maschine
Titel der Episode im Original
Fae-ge Against the Machine
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Sonntag, 10. März 2013 (Showcase)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 26. Januar 2014
Autor
Alexandra Zarowny
Regisseur
Andy Mikita

Schauspieler in der Episode Lost Girl 3x08

Darsteller
Rolle
Richard Howland
Rachel Skarsten

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