Lost Girl 3x07

Eins vorweg - mit ein wenig mehr Mut wäre There's Bo place like home eine richtig gute Folge geworden. Hätte man die Courage besessen, eine Folge ohne Fremd-Fae auszustrahlen und sich dafür mit Bo, ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu befassen - die Autoren hätte eine Episode schaffen können, die im Gedächtnis bleibt. So aber war die Folge nichts Halbes und nichts Ganzes. Und der Zuschauer wird sich an sie höchstens als die Folge erinnern, in der Bo kein Schwarz trug.
Miss Polly und die Sense
Die „Fae der Folge“ ist Poludnica, kurz Miss Polly genannt. Leider ist sie im Gegensatz zu anderen Faes der Serie Lost Girl eher im unteren Feld anzusiedeln. Sie hat was zombiehaftes an sich, ist eher dümmlich und hat auch nicht wirklich etwas zum Humor der Folge beizutragen. Nachdem sie lokalisiert und identifiziert war, ist sie denn auch relativ leicht wieder dahin geschickt worden, wo sie her kam.
Eine tragende Funktion in der Folge hatte nicht, über sie wurde lediglich ein klein wenig von Bos Hintergrund und ihre damaligen Freunde transportiert: Dass sie Séancen gemacht haben, aber eigentlich nicht dran glaubten. Das hätte man aber im Rahmen des eigentlich sehr netten Cherry Festivals auch anders hinbekommen können. Oder anders: Miss Polly war überflüssig wie das Wasser aus dem sie kam und in das sie zurückgeschickt wurde.
Mommy, I'm home
Bo (Anna Silk) fährt also mit Kenzi (Ksenia Solo) zu der Frau, die sie großgezogen und nach dem Kyle-Vorfall rausgeschmissen hat. Um ihren ersten Test für die Fae-Pubertät zu bestehen, muss sie mit sich selbst im Reinen sein und ihrer Ziehmutter (Nola Augustson) verzeihen.
Dumm nur, dass ihre Mutter an irgendeiner Form von Demenz erkrankt ist und sich an reineweg gar nichts mehr erinnern kann. So wird die Reise zurück in die Vergangenheit eher schwierig. Welche Seite der Mutter jetzt die echte repräsentierte - wir wissen es nicht. Wir bekommen lediglich einen Eindruck davon, dass Bo anscheinend eine gute Kindheit hatte, wenn auch durchaus mit einem Hang zum Okkulten. Und danach flog sie dann raus. Alles etwas diffus, hier ein wenig mehr Klarheit zu schaffen hätte der Serie jetzt nicht geschadet.
Zwei Dinge sind jedoch sehr interessant. Erstens: Bo entschließt sich, die gute Seite in Erinnerung zu behalten und ihren Frieden mit der Vergangenheit zu machen. Auch wenn das quasi nur von ihrer Seite her geht, da ihre Mutter offensichtlich nicht mehr ganz bei sich ist. Aber es zeigt, dass Bo im Herzen eine gute Person ist und das Böse mit den blauen Augen ihr tiefstes Inneres noch nicht erreicht hat.
Und zweitens: Es ist nicht nur Bo's biologischer Vater verschollen, sondern auch ihr Ziehvater wird nie gezeigt, da in der Gegenwart schon tot. Somit scheint die Serie mehr und mehr frauendominiert zu sein. Ein Zufall? Wir werden sehen.
Was sonst noch?
Bo und Lauren (Zoie Palmer) haben offensichtlich immer noch Probleme, nachdem Lauren nicht an Kenzis Verschwinden geglaubt hat. In dieser Folge gibt es nur ein wenig Händchenhalten und einen kleinen, fast freundschaftlich zu nennender Kuss. Und auf den schweren Weg in die Vergangenheit nimmt Bo lieber Kenzi mit. Wenn man jetzt noch dazu rechnet, dass Bo höchstwahrscheinlich in nicht allzuferner Zukunft herausfindet, dass Dyson (Kristen Holden-Ried) seine Gefühle für sie wieder hat - es dürfte spannend werden.
Trick (Rick Howland) hingegen ist sehr beschäftigt mit der sehr blonden, sehr großen Fae-Starpsychologin Stella (Deborah Odell), die sich Bos Problemen annimmt. Noch ist Stella ein wenig undurchsichtig, aber sie macht Trick anscheinend glücklich. Sehr schön übrigens der Effekt, Trick endlich mal als Mann und nicht immer nur als weisen Bloodking darzustellen. Nebenbei kam dann raus, dass er jetzt über Dysons Gefühle Bescheid weiß. Und er klar Team Dyson ist.
Ebenso wie Bo und Lauren noch einige Dinge unausgesprochen zwischen sich stehen haben, sind sich auch Bo und Kenzi noch nicht so ganz grün. Immer, wenn Bo Kenzi anspricht, weicht sie aus, will nicht drüber reden. Doch nicht mehr für lange, wie es scheint. Anscheinend hat Bo zumindest in dem Fall das 101 der Kommunikation gelesen.
Beste Szene
Mehr als eine Szene ist es eher der Kontrast zwischen der Stadtkleidung der beiden und den Wallawalla-Kleidern, die sie im Dorf tragen. Und die Persönlichkeitsveränderung, die zumindest bei Bo damit einher geht.
Fazit
Wie bereits angedeutet, man hätte aus der Folge There's Bo place like home eine wunderbar emotionale Reise in der Vergangenheit machen können. Stattdessen wurde eine 08/15 Fae in die Handlung gequetscht, was zumindest in diesem Falle einfach unnötig war.
Logisch war auch, dass der Gang durch den Bogen lediglich ein erster Schritt war - was als so kompliziert angekündigt ist, kann nicht in einer Folge mal eben so abgearbeitet sein. Nach wie vor findet diese Autorin die Fae-Pubertätsgeschichte eine gute Sache, da damit ein für alle Mal mit dem Wesen von Bo und ihren Fähigkeiten aufgeräumt wird und Klarheit geschaffen wird.
Nur hoffentlich wird das in den kommenden Folgen wieder besser gemacht.
Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 5. März 2013(Lost Girl 3x07)
Schauspieler in der Episode Lost Girl 3x07
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