Lost Girl 3x01

Lost Girl 3x01

Und nichts ist, wie es scheint... Die Macher von Lost Girl haben uns mit ihren geschickt verbreiteten Trailern ganz schön in die Irre geführt. Denn am Ende ist nichts, wie es scheint. Oder vielleicht doch. Jedenfalls ein bisschen. Oder so. Irgendwie. Auf jeden Fall ist es gut.

Lauren (Zoie Palmer) und Bo (Anna Silk) in „Lost Girl“ / (c) Showcase
Lauren (Zoie Palmer) und Bo (Anna Silk) in „Lost Girl“ / (c) Showcase

Es passiert viel, sehr viel in Caged Fae. Wobei man unterscheiden muss zwischen der eigentlichen Folgenhandlung - gut gemacht, aber vielleicht doch nicht so arg wichtig - und der übergreifenden Staffelhandlung. Und letzteres ist ziemlich eminent.

Bo rocks the jail house

Die Handlung der Episode ist nicht so umfangreich. Bo (Anna Silk) wird als Gefangene ins Fae-Frauengefängnis Hecuba, das von Amazonen geführt wird, eingeschleust, um das Verschwinden einer Fae-Ärztin aufzuklären. Es stellt sich heraus, dass die Amazonen dort die Gefangenen, die zu seltenen Fae-Arten gehören, mit Samen befruchten und die daraus resultierenden Nachkommen verkaufen oder gleich behalten - und zwar untypischwerweise auch die männlichen.

Bo hilft Lauren (Zoie Palmer) bei der Geburt eines ziemlich seltenen, männlichen Fae, doch sie werden von den Amazonen entdeckt und Bo kann selbige davon überzeugen, dass ihre Anführerin leider ein Mann ist. Oops. Ende vom Anführer.

Das war es eigentlich schon. Sehr witzig gemacht, aber nicht wirklich „Boniversum-bewegend“. Wirklich interessant und damit auch sehr gut sind da ganz andere Sachen in Caged Fae.

Let the Bo be bad

Das fängt mit dem Vorspann an - denn ganz offensichtlich dreht Bo durch. Wer schon länger ein Fan unserer liebsten Succubus ist, erinnert sich, wie Bo in der letzten Szene von Flesh and Blood mit blitzenden blauen Augen in den Spiegel lächelt. Genau das wird wieder aufgenommen, Bo verstößt wiederholt gegen alle Regeln, es gibt eine sehr unschöne Szene im Dal Riata zwischen Bo auf der einen und Dyson (Kris Holden-Ried), Trick (Rick Howland) und Kenzi (Ksenia Solo) auf der anderen Seite.

Es stellt sich heraus, dass diese Szene lediglich gespielt ist, um sich in das Gefängnis zu schmuggeln und Bo eigentlich immer noch die liebe Succubus von nebenan ist, die für das Gute und die Menschheit kämpft („jadajadajada“). Doch, nachdem Bo sich mit Trick am Ende der Episode über ihren immer noch unbekannten Vater unterhalten hat (endlich, wie die Autorin anmerken möchte) - und darüber, dass sie befürchtet, er sei ein Monster -, geht sie raus und saugt einem unschuldigen Mann sein Chi aus. Und ihre Augen blitzen blau. (Hm.)

Enter Dr. Hotpants

Man kann es so sagen - die Produzenten scheinen um jeden Preis den Eindruck verhindern zu wollen, sie würden den Fehler der letzten Staffel wiederholen und sich mit Sex und sexuellen Anspielungen jedweder Art zurückhalten. Zum einen wird in der Folge wirklich jedes Klischee eines Frauengefängnisses bedient - „Caged Heat“ lässt grüßen. Wobei 2013 mit genau diesen Klischees sehr gespielt wird und sich die Folge dahingehend nicht ernst nimmt. Das macht das Ganze nicht peinlich, sondern lässt den Zuseher oft laut loslachen.

Zum anderen haben die Drehbuchautoren wohl endlich erkannt, dass Lauren kein blonder, sozial inkompetenter Medizinnerd ist, sondern nicht nur weiß, was sie will, sondern auch, wie sie es bekommt. Und das ist nun mal Bo. Im Gegenzug will Bo sie. Wir können also sehr gespannt sein, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickeln wird. Und welche Rolle Dyson darin spielt, von dem wir zwar wissen, dass er seine Liebe zu Bo durch Kenzis Kettensägenauftritt in Into the Dark wiedererlangt hat, Bo selbst aber leider keinen Schimmer von dieser neueren Entwicklung hat.

Weiteres: Sex an sich ist weiterhin gut und wird nicht hinterfragt, egal wer mit wem - hier bleiben sich die Macher treu. Weder Dyson, der ja nun wirklich allen Grund dazu hätte, daran rumzumäkeln, dass Lauren und Bo jetzt zusammen sind, noch Trick lassen auch nur ein einziges negatives Wort über lesbische Beziehungen fallen. Im Gegenteil, Trick wünscht beiden das Allerbeste. Sehr erfrischend. Trotzdem hofft man natürlich, dass Dyson in dieser Hinsicht noch die eine oder andere Rolle spielen wird.

What else?

Als ob das nicht schon genug Neuigkeiten wären, gibt es da noch mindestens drei Dinge, die angesprochen wurden und die uns mit Sicherheit über diese Staffel begleiten werden:

Kenzis mysteriöser Hautausschlag, den sie sich in Into the dark zugezogen hat, ist natürlich immer noch nicht weg. Wir ahnen jetzt bereits, dass genau dort die nächste mystische Wendung in irgendeiner Form auf uns wartet. Ansonsten hat sich Kenzi in dieser Folge ihren Platz als Sidekick wieder mal mehr als verdient. Verbal wie nonverbal, denn auch in dieser Staffel ist anscheinend mindestens ein Close-up ihrer Stiefel Pflicht. Gutes ändert sich eben nicht.

Vex (Paul Amos) wird uns weiterhin erhalten bleiben. Zwar hat er in Caged Fae nur kurze Auftritte, die haben es dann aber in sich. Um in einer klassischen Schwulenuniform auf einer kanadischen Polizeiwache zu erscheinen und einem Polizisten, der zufällig auch noch ein heterosexueller Werwolf ist, ein „You have the right to remain my bitch!“ vor den Kopf zu werfen, muss man sich entweder sehr viel trauen oder aber einfach verrückt sein. Er ist halt ein sehr eigenwilliger Charakter, der die Serie davon abhält, zu düster zu werden. Ob er nun aber wirklich Dysons Partner wird, bleibt abzuwarten.

Denn da wäre noch die Kleinigkeit, dass Hale (K.C. Collins) plötzlich, aber nicht wirklich überraschend, der neue „Interims-Ash“ ist und somit wohl aus dem aktiven Polizeidienst ausscheiden wird. Wobei er mit seiner Rolle so ein klein wenig überfordert und auch verloren wirkt. Ob er tatsächlich zum legitimen Ash gewählt wird oder nicht, wird sich zeigen. Bisher ist er wiederum der einzige der gesamten Crew, der blass bleibt. Aber die Staffel startet ja erst und ein Ash in den eigenen Reihen (der sich hoffentlich eine menschliche Gefährtin nimmt („hinthint“)) verspricht, spannend zu werden.

Fazit

Caged Fae ist das, was man einen furiosen Staffelauftakt nennt. Witzig, in die Irre führend, spannend. Ja, es gab kleinere Ungereimtheiten in der Handlung, wie zum Beispiel der Fakt, dass man Bo den kleinen Stein, der die Fähigkeiten der Amazonen außer Kraft setzt, nicht schon vorher gegeben hat. Oder warum Kenzi ihr neben der Kontaktlinse nicht einen zweiten eingeschmuggelt hat. Aber alles in allem kann man darüber sehr gut hinwegsehen, weil der Rest schlicht brillant ist.

In anderen Worten: „Caged Fae“ ist die perfekte Folge, um sie Neueinsteigern zu zeigen und sie damit für den Rest der Serie anzufixen.

Beste Szene

Eine auf allen Vieren kniende Bo, die in sehr knapper, rot-weiß karierter Arbeitskleidung und mit einer Zahnbürste die Erde schrubbt. Spontane Anmerkung des anwesenden männlichen Zusehers „Schon jetzt eine der besten Folgen ever!“.

Kenziest Kenzi

Zur Gefängniswärterin, die sie in die Besucherzelle zu Bo führt:

Trust me! The shorter the lifespan, the deeper the quick sand.

Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 7. Januar 2013

Lost Girl 3x01 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 1
(Lost Girl 3x01)
Deutscher Titel der Episode
Der eingesperrte Fae
Titel der Episode im Original
Caged Fae
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Sonntag, 6. Januar 2013 (Showcase)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 5. Januar 2014
Autor
Emily Andras
Regisseur
Paolo Barzman

Schauspieler in der Episode Lost Girl 3x01

Darsteller
Rolle
Richard Howland
K.C. Collins

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