Longmire 1x05

Longmire 1x05

Drei Cheyenne-Kinder verschwinden und Sheriff Longmire findet sich in einem Strudel aus vermissten Sexualstraftätern, Rassismusvorwürfen und mythischen Gestalten wieder. Die Episode Dog Soldier führt tiefer ins Leben der Cheyenne und näher an Sheriff Longmire.

Der Sheriff (Robert Taylor) bei der Ermittlungsarbeit in der Serie „Longmire“ / (c) A&E
Der Sheriff (Robert Taylor) bei der Ermittlungsarbeit in der Serie „Longmire“ / (c) A&E

Mit der Episode Dog Soldier verbindet die Serie Longmire zwei heiße Eisen: Kindesmissbrauch und Rassismus gegenüber den Bewohnern des Cheyenne-Reservats. Vielleicht ist es die Themenwahl, aber der Fall ist der erste der Serie, an der der Zuschauer emotional wirklich Anteil nehmen kann.

Der Generalverdacht

Schon in den vergangenen Episoden ist das Misstrauen der Cheyenne gegen den Sheriff aufgefallen. In dieser Episode zeigt sich das Misstrauen als Generalverdacht des Rassismus. Sowohl Walt (Robert Taylor) als auch seine Deputys sehen sich diesem Verdacht ausgesetzt, doch werden sie in den Augen der Zuschauer ohne einen Zweifel davon freigesprochen. Speziell von Walt wissen wir nicht erst seit seiner Teilnahme an einem Ritual, dass er der Kultur der Cheyenne offen gegenübersteht. Auch Branch (Bailey Chase) und Vic (Katee Sackhoff) kann man keine rassistischen Tendenzen unterstellen.

Was an den Rassismusvorwürfen und dem Misstrauen besonders irritiert, ist die Tatsache, dass Longmire nicht erst seit gestern Sheriff in Absaroka County ist. Bisher wurden Probleme zwischen Sheriff und Reservat vor allem über den dortigen Officer Mathais gezeigt. Auch wenn wir immer noch nichts Genaueres wissen, verbindet beide eine Vergangenheit, es scheint eher eine persönliche Fehde zu sein.

Das Misstrauen, dass Longmire und seinen Deputys nun entgegenschlägt, würde eher zu einem neuen Sheriff passen. Doch die Bewohner müssen Longmire seit Jahren kennen. Alleine seine enge Freundschaft mit Henry (Lou Diamond Phillips) sollte in der Vergangenheit zu verschiedenen Kontakten geführt haben.

Der gesichtslose Rassismus

Doch der Rassimus bleibt für's Erste gesichtslos in Absaroka County. Die Adoptiveltern, die wir treffen, sind aufrichtig besorgt um ihr Kind. Sie zeigen sich schon in der Schocksekunde des Verschwindens erstaunlich reflektiert.

Doch dann zeigt der Rassismus sein hässliches Gesicht in Form eines zynischen Sozialarbeiterin, die zur eigenen Bereicherung Cheyenne-Kinder aus ihren Familien nimmt und anmerkt, dass der „Scarfaced Indian“ vor Gericht wohl keinen glaubwürdiger Zeuge sein würde.

Seine Fähigkeiten stellt Longmire in einer beeindruckenden Szene unter Beweis, als er die Täterin zu einem Geständnis bringt, ohne welches er keine Grundlage für eine Anklage hat.

Das Reservat als Fremdraum

Auch wenn der Fall der entführten Kinder Anteilnahme erweckt, wird doch wieder einmal recht wenig vom Leben der Cheyenne gezeigt. Henry ist Walts Zugang zum Reservat und in gewisser Weise auch der einzige, den der Zuschauer hat. Die Rassismusvorwürfe bleiben vage. Das Böse ist in der Episode Dog Soldier die Gier nach Geld, die Bösen sind Staatsdiener.

Aber die Steigerung der Serie verspricht einiges. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Umstände, unter denen Reservats-Officer angelegt hat, aufgeklärt werden und damit ein besserer Blick auf das Leben der Cheyenne gewährt wird.

Absaroka County ist der Inbegriff von weitem Land. Die nächsten Nachbarn sind oft weit entfernt. Dass wir so wenig vom Leben dort erfahren, scheint dieser Tatsache gerecht zu werden. Es ist eine langsame Annäherung an wortkarge Menschen. Es wird kein Wort zu viel gesprochen. Als Zuschauer muss man aus dem wenigen lesen lernen.

Kurze Blicke in die Tiefe

Und an diese Dynamik des Spuren Legens hat man sich nach der fünften Episode langsam gewöhnt. Die Rückblenden in die Vergangenheit des Sheriffs ergeben zwar noch keinen Sinn, aber die Zeichen werden mehr. Auch die Beziehung von Cady (Cassidy Freeman) und Branch schleicht sich durch die Hintertür wieder herein und es bleibt abzuwarten, ob Vic einen Verdacht aussprechen wird.

Die Story neben den Fällen gibt genug her, um das Interesse wach zu halten. Die Figuren werden vielschichtiger.

Fazit

Es ist ein interessanter Fall, der zum Mitfiebern anregt. Daneben stehen nach wie vor die Charaktere des Sheriffs, seiner Deputys und seiner Tochter im Mittelpunkt. Die kleinen Zeichen und Hinweise sind nicht lieblos gesetzt, die große Geschichte hinter den Rückblenden des Sheriffs nimmt Stück für Stück Form an.

Es passt mittlerweile vieles besser zusammen als zu Beginn und wer sich in die Dynamik der Serie und die Rauheit der Umgebung einfühlen kann, der freut sich sicher auf weitere Episoden.

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 3. Juli 2012
Episode
Staffel 1, Episode 5
(Longmire 1x05)
Deutscher Titel der Episode
Hundekrieger
Titel der Episode im Original
Dog Soldier
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 1. Juli 2012 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 24. Januar 2014
Autor
Tony Tost
Regisseur
Alex Graves

Schauspieler in der Episode Longmire 1x05

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