Longmire 1x02

In der ersten Szene der Longmire-Episode A Damn Shame wird das spätere Opfer zu Tode gehetzt. In der zweiten findet ein kleiner Junge durch Zufall die Leiche. Soweit nichts, was man nicht in anderen Krimi-Serien nicht schon tausendmal gesehen hätte.
Der wahre Schocker jedoch kommt mit der dritten Szene. Aus dem grummeligen, wortkargen alten Mann ist ein gut gelaunter Sheriff (Robert Taylor) geworden, der mit seiner Tochter (Cassidy Freeman) geradezu herumblödelt. Das Verhältnis zwischen Cady und ihrem Vater erscheint nun herzlich und eng. Der trauernde Witwer des Serienpiloten ist wie ausradiert, der Tod seiner Frau wird nicht weiter angesprochen.
Auch im Umgang mit anderen Figuren ist der Sheriff entspannter. Mit dem Hauptcharakter hat sich daher auch der Ton der ganzen Serie verändert. Der Umgangston im Büro ist freundlicher, zum Teil sogar Deputy Branch (Bailey Chase) gegenüber.
Der Feind im Bett der Tochter
Es ist nicht gerade klischeefrei, dass Cady den Gegner ihres Vaters trifft. In dem Moment in dem der Sheriff mit bestechender Schärfe die neue Beziehung seiner Tochter aus einem Türschloss herausliest, stehen die Chancen darauf gut. Ein anderer Mann ist nicht in Sicht und dass in der zweiten Episode ein weiterer Charakter eingeführt werden würde, das ist unwahrscheinlich.
Doch abgesehen von dem Klischee, an dem dieses Paar leidet, gibt es kaum etwas auszusetzen. Branch wird sympathischer als in der Pilotepisode dargestellt. Dass er Cadys Vater in den anstehenden Wahlen Konkurrenz macht, wird sicherheitshalber trotzdem nicht erwähnt. Das ist Konfliktpotential für einen anderen Tag.
Branch ist ein erwachsener Mann, doch im Kontrast zu Sheriff Longmire erscheint er oft wie ein Junge, der noch viel zu lernen hat. Das fängt damit an, dass der Ältere mit einem Blick sieht, dass der Deputy das Schloss falsch eingebaut hat und endet wahrscheinlich noch lange nicht damit, dass er eine Tür an den Kopf bekommt und sich anschließend einen schlauen Rat vom Sheriff darüber anhören muss.
Das tote Mädchen
Es erscheint eine Hetzjagd der menschenverachtenden Art zu sein, was der Zuschauer in der Eingangsszene vorgesetzt bekommt. Den Spekulationen sind keine Grenzen gesetzt. Ist es der gestandene Cyrus, bei dem Sheriff Longmire seit zehn Jahren einkauft, der das Mädchen aus Sadismus oder Eifersucht getötet hat? Ist der Junge, der sich als Hannas Freund bezeichnet, ein Psychopath?
Doch dann löst sich alles ganz anders auf, der geistesgestörte Mörder hat noch keinen Einzug gehalten in Absaroka County. Es war ein dramatischer Unfall, eine Familientragödie.
Diese Auflösung fühlt sich besonders für den CSI: Crime Scene Investigation-gewohnten Zuschauer angenehm unaufgeregt an. Hinter den beleuchteten Fenstern der Menschen im Wyoming der Serie geht bisher nichts Absurdes vor sich.
Fazit
Im Mittelpunkt der Episode A Damn Shame steht die Charakterentwicklung der Hauptdarsteller. Der Mordfall läuft quasi nebenher, ist aber deutlich interessanter als der Fall aus dem Serienpiloten.
Sheriff Longmire ist entspannter geworden, ohne von seinen Prinzipien abzugehen. Auch die anderen Charaktere werden vielschichtiger. Und für den Zuschauer stellt sich schnell ein Gefühl der Vertrautheit ein. Das kann einerseits daran liegen, dass Sheriff Longmire bei weitem nicht der erste Gesetzeshüter mit undurchsichtiger Vergangenheit und familiärem Verlust ist. Aber es könnte auch daran liegen, dass die Figuren trotzdem mit Liebe fürs Detail gezeichnet sind.
Promo zur Episode 1x03 'A Dark Road' der Serie 'Longmire' Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 12. Juni 2012(Longmire 1x02)
Schauspieler in der Episode Longmire 1x02
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