Longmire 1x01

Was erwartet den Zuschauer hinter dem Namen Longmire? Als „Crime Thriller“ wird die Serie vom Network A&E beworben. Generell wird es häufig als Drama-Serie wahrgenommen. Die Atmosphäre und der Hauptcharakter verleiten viele dazu, von einem zeitgenössischen Western zu sprechen. Eindeutig ist, dass Sheriff Longmire vor allem damit beschäftigt sein wird, Kriminalfälle zu lösen. Die Idee zur Serie basiert auf den „Mystery Novels“ des amerikanischen Schriftstellers Craig Johnson.
Was wir in der Pilotepisode der Serie Longmire zu sehen bekommen, ist eine in sich geschlossene Ermittlung, der Startschuss für ein Procedural. Der Tote im Schnee, der ein großes Geheimnis hütete, die verschwundene Tochter, eine ahnungslose Ehefrau, die nun zur trauernden, verwirrten Witwe mutiert und eine Spur ins Rotlichtmilieu. Der Fall ist eher durchschnittlich interessant und wenig originell.
Welcome to Wyoming
Trotzdem ist die Pilotepisode sehenswert. Und das in erster Linie aufgrund der Charaktere, die sich langsam entwickeln und hoffentlich noch nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt sind. Dass die Charaktere so gut funktionieren, dafür sorgt die Kulisse des weiten Himmels, der mächtigen Berge und der rauhen Wildnis.
Absaroka County ist ein fiktiver Ort in Wyoming, ein Ort, an der Mensch die Natur noch eine echte Kraft ist. Was zählt, sind Ehrlichkeit und Geradlinigkeit. Höflichkeiten scheinen überflüssig, Small Talk ist selten.
Das benachbarte Indianerreservat wird in der Zukunft wahrscheinlich noch für viel Zündstoff sorgen. Die Bewohner sind auf Sheriff Longmire (Robert Taylor) nicht gut zu sprechen, da er den hiesigen Polizeichef festnehmen ließ.
Die Figuren, die die Autoren in diese Welt setzen, sind vielversprechend. Sie entwickeln sich schon in der Pilotepisode langsam immer weiter. Sie sind mit Liebe fürs Detail gezeichnet und mach Lust auf mehr. Aber auch das, was wir bisher erfahren können, ist schon bemerkenswert.
Von Cowboys und anderen Bewohnern
Der Titelheld der Serie Longmire ist eher von der stillen Sorte. Das wird schon in den ersten Minuten der Pilotepisode deutlich. Er ist nicht die Sorte Mensch, die Wert auf Floskeln und Nettigkeiten legt. Wer mit ihm klarkommen will, der muss auch was einstecken können und sollte nicht unbedingt zartbesaitet sein. Aber hinter dem rauen Äußerne verstecken sich ein goldenes Herz, ein wacher Verstand und eine gehörige Prise trockener Humor.
Walt Longmire hat seine Frau vor einem Jahr verloren und leidet darunter noch immer. Nur langsam scheint er in seinen Job wieder zu finden.
Seine engste Vertraute bisher scheint Victoria „Vic“ Moretti (Katee Sackhoff) zu sein. Sie ist aus der Großstadt in die Wildnis Wyomings gekommen und arbeitet nun als Deputy in ihrer neuen Heimatstadt. Schon die Pilotepisode zeigt: Der Umgangston ist zwar rau, aber hier verstehen sich zwei.
Mit einem anderen Deputy versteht Sheriff Longmire sich hingegen nicht so gut: Branch Connally (Bailey Chase) ist an der Verbrechensaufklärung nicht groß interessiert, zumindest wird ihm dies von Longmire unterstellt. Dennoch hat er sich als Kandidat um den Sheriff-Posten aufstellen lassen.
Der dritte Deputy von Absaroka County, The Ferg (Adam Bartley), hat in der Pilotepisode nicht viel Raum bekommen. Soweit scheint er ein typischer Vertreter der Fraktion „Ein bisschen tolpatschig, mit dem Herz auf dem rechten Fleck“ zu sein.
Mit von der Party ist außerdem Longmires bester Freund, Henry Standin Bear (Lou Diamond Phillips), ein Barbesitzer, der für den Sheriff eine Verbindung zu den Bewohnern des Reservats aufbaut. Walt stellt die jahrzehntelange Freundschaft in der Pilotepisode auf die Probe, indem er Henry aufgrund einer Zeugenaussage unterstellt, an der Rotlichtszene der Stadt beteiligt zu sein. Doch dieses Problem löst sich in Wohlgefallen auf und scheint sowieso nur die Funktion zu haben, zu zeigen, wie „unzertrennlich“ und tief verwurzelt die Freundschaft der beiden ist: trotz der schweren Anschuldigung klärt sich das Missverständnis auf und hinterlässt keinen bleibenden Schaden.
Die letzte soziale Verbindung, die Walt hat, ist die zu seiner Tochter Cady (Cassidy Freeman). Diese versucht, ihren Vater aus der Lethargie nach dem Tod seiner Frau zu reißen.
Fazit
Die Pilotepisode hat ganz klar ihre Stärken und Schwächen. Schwach ist der Kriminalplot, der teilweise sogar schlicht vorhersehbar ist. Er gleicht einer schwachen CSI: Crime Scene Investigation-Episode, ohne Hightech.
Die Stärken waren ganz eindeutig die Charaktere, die für eine US-Serie ungewöhnlichen Landschaftsaufnahmen und der Plot zwischen dem Kriminalfall. Und da das die Aspekte aus dem Serienpiloten sind, die bleiben, die auch in den kommenden Episoden dabei sein werden, scheint es lohnenswert, Longmire ersteinmal die Treue zu halten.
Sneak Peek zur 2. Episode, 'A Damne Shame', der Serie 'Longmire' Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 7. Juni 2012(Longmire 1x01)
Schauspieler in der Episode Longmire 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?