Loki 2x02

© Disney+
Was passiert in der „Loki“-Episode „Breaking Brad“?
TVA-Richterin Dox (Kate Dickie) hat sich im zweiten Loki-Staffel-Auftakt Ouroboros mit einigen Soldaten auf eine ungeklärte Mission aufgemacht. Loki (Tom Hiddleston), Mobius (Owen Wilson) und Co denken in Breaking Brad, dass ihr Ziel Sylvie (Sophia Di Martino) sein könnte.
Hunter X-5 aka Brad Wolfe (Rafael Casa) weiß offenbar mehr, ist allerdings ins London der 1977 geflohen, wo er ein Leben als Filmstar von „Zaniac!“ führt. Bei der großen Premiere konfrontieren Loki, Mobius und B-15 (Wunmi Mosaku) den abtrünnigen Jäger. Allerdings lässt er sich nicht so einfach schnappen und eine kleine Hatz durch die Stadt beginnt, in der Loki schließlich einige Punks und schicke Schattenspiele erschafft, um ihm Angst einzujagen. Brad hat zudem ein modifiziertes TemPad, das die TVA vor Rätsel stellt.
Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken
O. B. (Ke Huy Quan) ist derweil weiter mit dem drohenden Kollaps des Zeitstrahls beschäftigt und verweist für kleinere Probleme auf das von ihm geschriebene TVA-Guidebook. Über Ranslayers (Gugu Mbatha-Raw) TemPad findet der Rest der Crew derweil heraus, dass die künstliche Intelligenz Miss Minutes gemeinsame Sache mit der flüchtigen Richterin macht.
Loki und Mobius versuchen alleine, das modifizierte TemPad, das Brad mit sich trug, zu entschlüsseln, doch Casey (Eugene Cordero) hat eine Idee, was damit los sein könnte und besucht bald O. B., dessen Fanboy er ist.
Big Brad Wolfe

Um mehr über den Verbleib von Sylvie zu erfahren, soll Brad/X-5 verhört werden, doch er lässt sich nicht einschüchtern, weil er ein erfahrener Hunter ist und wahrscheinlich schon seit Ewigkeiten mit den Taktiken vertraut ist, zudem hat seiner Meinung nach niemand den Rang, der es ihm erlauben würde, eine Entscheidung zu treffen. Er hält auch nicht mit seiner Meinung zu Loki und Sylvie zurück, deren Handlungen alles für alle verschlimmert hätten...
Zudem erlaubt er sich sogar, Lokis Mutter zu erwähnen, was dazu führt, dass der Gott des Schabernacks tief einatmen muss, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Doch damit endet die Provokation nicht, denn Brad kauft ihm die Heldennummer nicht ab und meint, dass er den Schurken zurückholen sollte. Loki schlägt zwar verbal zurück, aber davon lässt sich Brad nicht beeindrucken.
Dann geht der Gefangene über zu Mobius und spricht darüber, dass ohnehin nichts real ist und sie sich etwas vormachen und ein falsches Leben führen. Mobius lässt sich, anders als Loki, hier von seinen Emotionen leiten und verpasst Brad einen Schlag, ehe eine Verhörpause eingelegt wird.
Key Lime Pie

Die Gemüter sollen sich beruhigen und so essen Loki und Mobius in der von den 50er Jahren inspirierten Kantine einen Key-Lime-Pie und reden darüber, dass manchmal Kurzschlussreaktionen nicht die beste Entscheidung darstellen, wie einst als Loki auf seinen Vater Odin (Anthony Hopkins) und Bruder Thor (Chris Hemsworth) wütend war und er so eine kleine Schlacht in New York verursachte, die letztlich zur Gründung der Avengers führte...
Loki möchte jedoch ebenfalls wissen, ob Mobius sich für das vorherige Leben interessiert. Ein Austausch, der sicherlich im Verlauf der Staffel noch einmal wichtig werden wird, so will es ein altes Drehbuch-Gesetz. Doch Mobius will das nicht. Denn ein schlechtes Leben, das er zurückgelassen hat, könnte er verkraften, ein gutes Leben jedoch nicht...
Ihnen kommt die Idee, dass X-5 ihnen weiterhin etwas verschweigt, denn als Hunter hat er durchaus seine Qualitäten, wahrscheinlich weiß er also, wo Sylvie ist, hat aber nichts verraten, um sein Filmstarleben unbehelligt weiterführen zu können. Nun müssen also harte Bandagen aufgezogen werden.
Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken
Good Wolfe, Bad Wolfe
Loki und Mobius schieben daher ein Gerät in den Verhörsaal, das Brad bekannt sein dürfte. Doch Loki tut so, als hätte er die Fernbedienung vergessen und sperrt Mobius aus. Dann schaltet er in den Schurkenmodus. Als er dann etwas ungeschickt die Knöpfe bedient und einige Foltermethoden an X-5 demonstriert, wird er dieser schon gesprächiger - und reumütig obendrein. Es kommt heraus, dass Sylvie in Broxton, Oklahoma (ein Ort, der auch in den „Thor“-Comics eine Rolle spielt) in einem McDonald's ein friedliches Leben führt. Das alles war natürlich von vornherein der Plan von Mobius und womöglich im Ablauf für uns als Zuschauer etwas vorhersehbar, aber immerhin hat es eine nette Arschloch-Performance von Brad-Darsteller Rafael Casa hervorgebracht.
Die Selbstsicherheit und Überheblichkeit der Figur macht fast die Hälfte des Unterhaltungswertes der Folge aus, würde ich sagen. Auch wenn es sich für mich erneut etwas kleiner und intimer anfühlt als die meisten Konzepte, die noch in der ersten Staffel gezeigt wurden. Die TVA nimmt in den ersten beiden Folgen sehr viel Raum ein und ich bin mir nicht sicher, ob ich das so spannend finde wie die Konzepte der Varianten und das große Ganze, doch vielleicht ist es einfach der nötige Aufbau, bis es dann so weit ist.
Bei sechs Folgen pro Staffel muss man dennoch immer aufpassen, womit man die Handlung füllt. Böse Zungen würden sogar behaupten, dass es wohl nicht nötig war, Brad überhaupt so viel Zeit zu widmen. Zumal nebenher im O.-B.-Strang immer wieder betont wird, wie knapp sich die TVA und vielleicht das Multiverse insgesamt vor einer Katastrophe befinden.
I'm loving it?

Abseits von der offensichtlichen Produktplatzierung für McDonald's, die in den USA auch von einer Loki-Werbekampagne begleitet wird, ist es an sich erst einmal nett, Sylvie doch schon so früh wiederzusehen, auch wenn es dann doch fast schon schneller (oder einfacher) geht, als man denken würde. Das Gespräch zwischen Loki und ihr wirkt, auf positive Weise, wie das zweier peinlich berührter Teenager, die mal eben über den freien Willen von Milliarden von Wesen entschieden haben...
Loki will von ihr Unmögliches wissen, nämlich, warum er sie bei seinem Sprung in die Zukunft in der TVA gesehen hat. Doch eigentlich will sie mit alledem nichts mehr zu tun haben und auch nicht per Zauber sehen, was Loki weiß. Loki meint jedoch, dass die TVA womöglich die einzige Verteidigungslinie gegen Kang/He Who Remains (Jonathan Majors) und dessen Varianten wäre, mit dem sie sich bekanntlich auf Kriegsfuß befindet.
Mobius und Brad genießen derweil ein Mahl, wobei Brad ungeduldig rüberkommt - und noch mehr als vorher wie eine schrecklich missgünstige Person. Mobius riecht den Braten und glaubt an eine Ablenkung oder einen Geheimplan. Brad weiß, dass Dox etwas Gefährliches plant. Per Zauber erfährt Sylvie in Sekundenschnelle, was es ist, und bringt Mobius, Loki und sich zu Dox und ihren Mitverschwörern. Generalin Dox bombardiert mithilfe der Zeittüren die anderen Branches und tötet dabei fast Milliarden Unschuldige, was die drei unterbinden.
Doch der Schaden ist bereits angerichtet und zahlreiche Leben sind verloren. Das desillusioniert Sylvie nur noch mehr und sie reist zurück in ihre heile 80er Welt, schaut sich dort aber die wenig verbliebenen Zeitstrahlen an, während ihr junger Kollege aus dem Fastfoodlokal wohl bald von seiner Mutter eingesammelt wird. Ganz kann sich Sylvie also doch nicht von Loki, der TVA und dem dortigen Chaos lossagen.
Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken
Fazit

Breaking Brad sagt mir etwas mehr zu, als es noch beim Auftakt der Fall war, welcher mir einfach etwas zu konfus war. Durch ordentliche Performances von Hiddleston, Wilson, Di Martino und Casa passt es hier besser, wobei mir immer noch das gewisse epische oder überraschende, chaotische Etwas fehlt, was fast jede Episode der Debütstaffel noch mitgebracht un ausgemacht hatte.
Bei Loki geht es im Kern um alles, was Phase vier bis sechs aka der Multiverse-Saga im Marvel Cinematic Universe ausmacht und natürlich sollte man da nicht von Anfang an ständig mit dem Gaspedal auf 200 km/h stehen, dennoch fehlt mir diesmal irgendwie das Unerwartete.
Obwohl immer wieder betont wird, wie viel auf dem Spiel steht, kommt das manchmal nicht rüber oder die Einsätze sind so lächerlich hoch, wie zum Beispiel die Tatsache, dass ein paar Milliarden Individuen unwiderbringlich (?) fort sind. Es wirkt unpassend, weil die Charaktere irgendwie abgebrüht erscheinen, wobei sich das Episodenende mit B-15s Reaktion durchaus große Mühe gibt, die Verluste in Worte zu fassen. Vielleicht liegt das alles auch einfach an der Schwierigkeit, eine zweite Staffel von etwas zu schaffen, was so bei mir Eindruck hinterlassen hat.
Allerdings halte ich „Loki“ für die zentrale Anlaufstelle für die weitere Entwicklung um den big bad der zweiten großen MCU-Saga. Deswegen habe ich vielleicht höhere Erwartungen daran als an ein Secret Invasion oder Moon Knight, welche im großen Ganzen dann eher keine wichtige Rolle spielen. Diesmal dreieinhalb von fünf Shakes.
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 13. Oktober 2023(Loki 2x02)
Schauspieler in der Episode Loki 2x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?